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Nach Debüt

Breno 'glücklich', aber nicht ganz zufrieden

Auf einer Skala von eins bis zehn erreichte Brenos Lächeln am Donnerstag locker eine Acht. Auf seiner zweiten Pressekonferenz seit seiner Ankunft beim FC Bayern Anfang Januar beherrschte das Blitzen seiner weißen Zähne das Presserondell an der Säbener Straße. Der Brasilianer hatte gut lachen. Am Abend zuvor hatte er beim 1:2 gegen den RSC Anderlecht sein erstes Pflichtspiel im FCB-Trikot bestritten.

„Glücklich“ beschrieb er seinen Gemütszustand am Tag danach, auch wenn er die Partie „natürlich gerne gewonnen“ hätte. Das Ergebnis war für Breno an diesem Abend aber zweitrangig. Es war sein erster Härtetest bei seinem neuen Klub. „Ich hoffe, dass mein Spiel den Verantwortlichen gefallen hat. Ich habe versucht, mein Bestes zu geben.“ Ganz zufrieden sei er aber nicht mit sich, fügte er hinzu.

Sicherheit und Automatismen fehlen

Es war ein bewusst verhaltener Start in seine Zeit als FCB-Profi, den Breno gegen Anderlecht hinlegte. „Ich war noch vorsichtig“, erzählte er. Der 18-Jährige wollte keinen Fehler machen, konzentrierte sich auf seine Aufgabe als Innenverteidiger, lediglich bei Standardsituationen schaltete er sich nach vorne ein. Dass die gesamte Bayern-Defensive an diesem Abend die eine oder andere Unsicherheit an den Tag legte, machte es Breno bei seinem Debüt aber nicht einfacher.

„Er hat zum ersten Mal international ein Spiel mit Bayern München bestritten, da war der Druck natürlich enorm“, war Ottmar Hitzfeld mit seinem Winterneuzugang dennoch zufrieden. „Es ist ganz normal, dass er bei seinem ersten Einsatz die Sicherheit noch nicht hat.“ Automatismen würden noch fehlen, sagte der FCB-Cheftrainer. In vielen Eins-gegen-Eins-Situationen habe man aber gesehen, „wie zweikampfstark er ist.“

'Fühle mich sehr wohl'

Uli Hoeneß lobte auch das Stellungsspiel des Brasilianers und sein Verhalten in Laufduellen. „Da hat man gesehen, dass er ein toller Spieler ist.“ Gleichzeitig bat der Bayern-Manager aber auch noch um Geduld für seine jüngste Verpflichtung: „Man darf nicht vergessen, dass Breno vier Monate nicht gespielt hat.“

Dass ihm die Spielpraxis fehle, betonte auch Breno selbst: „Ich war zwei Monate nur im Trainingszustand.“ In dieser Zeit hat er nicht nur körperliche Defizite aufgeholt, sondern sich auch „sehr gut“ in München eingewöhnt. „Die ersten Tage waren schwierig, weil alles anders ist als in Brasilien. Inzwischen fühle ich mich aber sehr wohl in München.“

Alles anders als in Brasilien

Abgesehen von Sprache, Essen, Wetter, Tagesabläufen und Trainingsgewohnheiten musste sich der 18-Jährige auch eine andere Art Fußball gewöhnen. „Das Spiel in Europa ist ganz anders als in Brasilien“, erzählte er, „viel schneller, mit viel mehr Schüssen.“ Außerdem müsse er sich beim FC Bayern daran gewöhnen, weniger quer zu spielen, sondern sich mit vertikalen Pässen ins Spiel nach vorne einzuschalten.

Dieser Lernprozess ist noch nicht abgeschlossen. „Breno muss Erfahrungen sammeln“, sagte Hitzfeld, der davon überzeugt ist, dass der im letzten Jahr in seiner Heimat zur „Entdeckung der Saison“ gewählte Innenverteidiger „eines Tages beim FC Bayern Leistungsträger sein wird.“ Schon bei seiner Verpflichtung hatte Karl-Heinz Rummenigge Breno als „eine Verpflichtung für die Zukunft“ bezeichnet.

Ein Schritt nach vorne

Paul Breitner glaubt, dass Brenos Zeit in der neuen Saison kommen wird. „Ab Sommer ist er ein absoluter Kandidat als Top-Spieler“, sagte der FCB-Berater, „diesen Burschen durften wir uns nicht von Real Madrid oder Juventus Turin wegschnappen lassen.“ Gegen Anderlecht hat Breno einen wichtigen Schritt gemacht auf dem Weg, eine echte Alternative zu werden. Er hat noch Luft nach oben, das weiß er. In der Leistungs- und in der Lächel-Skala.

Für fcbayern.de berichtet: Nikolaus Heindl

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