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FC Getafe

Favoritenschreck und Pokal-Spezialist

Jung, erfolgshungrig und gefährlich - mit dem FC Getafe erwartet der FC Bayern im Viertelfinale des UEFA-Cups ein in Deutschland relativ unbeschriebenes Blatt. Wenn Bernd Schuster den Klub nicht zwei Jahre lang (2005-2007) trainiert hätte, wäre er hierzulande vermutlich noch unbekannter. Doch Vorsicht! Diese Spanier sind nicht zu unterschätzen.

Der Verein aus einem Vorort südlich von Madrid wird in diesem Jahr 25 Jahre jung und hat einen steilen Aufstieg hinter sich. Ursprünglich hervorgegangen aus einem Fanklub von Real Madrid tritt der Verein seit 1983 als FC Getafe auf. Schon 1987 spielten die Spanier drittklassig, 2004 erfolgte der Aufstieg in die Primera Division.

Blauer Favoritenschreck

Dort hat sich der FC Getafe innerhalb kürzester Zeit einen Ruf als Favoritenschreck erworben, den die „Azulones“ (die „Blauen“) - Vereinsfarbe ist Blau-Weiß - auch in der laufenden Saison wieder bestätigen konnten. Ende Februar siegten sie auswärts bei Real Madrid mit 1:0, ein paar Wochen zuvor gegen Champions-League-Teilnehmer FC Sevilla 3:2, in der Hinrunde außerdem 2:0 gegen den FC Barcelona.

Gegen die Katalanen gelang Getafe in der vergangenen Saison auch der bislang größte Coup in der Vereinsgeschichte. Im Halbfinale des spanischen Pokals verloren die Madrider Vorstädter das Hinspiel mit 2:5, zogen nach einem 4:0 im Rückspiel aber doch noch zum ersten Mal ins Finale der Copa del Rey ein. Dort verlor das Schuster-Team zwar 0:1, da sich Gegner Sevilla aber bereits für die Champions League qualifiziert hatte, zog Getafe erstmals in den UEFA-Cup ein.

Erstmals gegen Bayern

In der neuen Saison unter dem neuen Trainer Michael Laudrup - der Bruder des ehemaligen FCB-Profis Brian Laudrup - schickt sich Getafe an, erneut ins Pokalfinale einzuziehen. Im Halbfinalhinspiel gewannen die „Azulones“ 3:1 gegen Racing Santander, kommende Woche steht das Rückspiel auf dem Programm. In der Primera Division rangiert Getafe wie in den Jahren zuvor im Mittelfeld (aktuell 10. Platz).

Der Madrider Vorort-Klub scheint sich also in Pokal-Wettbewerben besonders wohl zu fühlen. In seiner ersten UEFA-Cup-Saison hat Getafe dies bestätigt. Als Gruppenerster vor Tottenham und Anderlecht beendeten die Spanier die Vorrunde, danach setzten sie sich gegen AEK Athen (1:1 auswärts, 3:0 zu Hause) und gegen Benfica Lissabon (2:1 auswärts, 1:0 zu Hause) durch. Im Viertelfinale trifft das Laudrup-Team jetzt erstmals auf den FC Bayern.

Gegen 'die blaue Flut'

Der ehemalige dänische Nationalspieler, der die Mannschaft zu Saisonbeginn von Schuster übernommen hat, ist international der bekannteste Akteur Getafes, wenn er auch selbst längst die Fußballschuhe an den Nagel gehängt hat. Auf dem Platz ist vor allem der argentinische Nationaltorhüter Roberto Abbondanzieri, der in der letzten Saison als bester Keeper der spanischen Liga ausgezeichnet wurde, auch in Deutschland ein Begriff.

Seine Heimspiele trägt Getafe im erst 1998 erbauten Estadio Coliseum Alfonso Pérez aus. Zwar bietet das Stadion nur rund 17.000 Zuschauern Platz, die Fans sind als La Marea Azul („Die blaue Flut“) aber gefürchtet. Am 10. April wird der FC Bayern im Rückspiel Bekanntschaft mit ihnen machen.

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