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DFB-Pokal-Halbfinale

FCB-Frauen wollen Geschichte schreiben

Die Männer haben vorgelegt, jetzt wollen die Fußballfrauen des FC Bayern nachziehen. Am Ostermontag (13 Uhr, live in BR und HR, Highlights bei FCB.tv) spielen sie im mit 2.500 Zuschauern ausverkauften Sportpark Aschheim um den Einzug ins DFB-Pokalfinale. „Das wäre einzigartig. Wir können Geschichte schreiben“, sagte Trainerin Sissy Raith. Noch nie zuvor haben zwei Mannschaften aus einem Verein gleichzeitig das Endspiel in Berlin erreicht. Doch der Weg ins Olympiastadion ist für die FCB-Frauen noch steinig. Der Gegner heißt nämlich 1. FFC Frankfurt.

Die Hessinnen sind das Nonplusultra im deutschen Frauenfußball. 14 nationale Titel und zwei UEFA-Cup-Siege haben sie in noch nicht ganz zehn Jahren Vereinsgeschichte gesammelt. Aktuell sind die Frankfurterinnen Deutscher Meister und Pokalsieger, in der Bundesliga sind sie seit Saisonbeginn ungeschlagen, in Aschheim spielen sie um den zehnten Pokalfinal-Einzug in Folge. „Da treffen ungefähr 1.000 deutsche A-Länderspiele auf 22 bei uns - die Favoritenrolle ist klar“, meinte Raith, deren Mannschaft aktuell Tabellenvierter in der Liga ist.

Gerne Underdog

Gerade aus dieser Außenseiterrolle schöpfen die Münchnerinnen aber die Zuversicht, nach 1988 und 1990 zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte ins Pokalendspiel einzuziehen. „Gerade weil es so ein Brocken ist, ist es für uns auch eine lösbare Aufgabe“, glaubt Raith. Mit Siegen in Potsdam und im Pokal-Viertelfinale gegen Duisburg ließen die FCB-Frauen in dieser Saison schon aufhorchen. „Wir kommen gut mit der Underdog-Rolle zurecht“, weiß die Trainerin.

Auch bei der 2:5-Niederlage in der Bundesliga gegen Frankfurt hielten die Bayern lange Zeit gut mit. „Gegen die vermeintlich starken Gegner tun wir uns leichter als gegen die schwächeren“, sagte Abwehrspielerin Bianca Rech. Die deutsche Nationalspielerin ist mit ihren 27 Jahren eine der erfahrenen Akteurinnen in der jungen FCB-Mannschaft. Sie hofft auch auf die eigenen Gesetze des Pokals. „Es ist ein Pokalspiel, kein Meisterschaftsspiel.“

Akribische Vorbereitung

Rech kennt den FFC gut. Vier Jahre hat sie dort gespielt, je drei Mal Meisterschaft und den DFB-Pokal sowie einmal den UEFA-Cup gewonnen. „Die Frankfurterinnen haben eine kompakte Mannschaft“, sagte sie, „da sitzen auf der Bank noch mal vier, fünf Nationalspielerinnen.“ Trotzdem sind die Münchnerinnen überzeugt, dass sie für eine Überraschung sorgen können. „Wir haben nichts zu verlieren. Wir müssen nur schauen, dass wir uns gut und teuer verkaufen“, sagte Raith.

Seit der Auslosung Mitte Januar „bereiten wir uns akribisch auf dieses Highlight vor“, berichtete Raith. Die zweiwöchige Spielpause in der Bundesliga nutzten die Münchnerinnen für Test gegen Mannschaften aus dem Jugend- und Herren-Bereich. „Wir brennen darauf, jetzt wieder ein Spiel unter Wettkampfcharakter zu machen“, sagte die FCB-Trainerin, die als Spielerin sechs Mal den DFB-Pokal gewonnen hat.

Perfekter Abschied für Raith?

Mit einem Finaleinzug würde sich Raith selbst einen perfekten Abschied vom FC Bayern bereiten. Nach dreieinhalb Jahren wechselt sie am Saisonende als Trainerin zum Bayerischen Fußballverband. Daran denkt sie aber im Moment noch nicht. Das Pokalendspiel am 19. April muss erst einmal erreicht werden. Die Männer haben vorgelegt - und den Frauen damit vielleicht einen wichtigen Schub gegeben. Raith sagte: „Es sollte eine zusätzliche Motivation für uns sein, mit den Männern zusammen das Finale zu bestreiten.“

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