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'Teilweise meisterlich'

FCB geht gut gepolstert in den Titelendspurt

Getanzt haben die Bayern diesmal nicht. In der Allianz Arena, wo sie drei Tage zuvor noch den Einzug ins DFB-Pokalfinale hüpfend vor ihren Fans gefeiert hatten, herrschte am Karsamstag zwar Jubel, aber keine Ausgelassenheit. „Das war ein großer Schritt Richtung Meisterschaft“, sagte Ottmar Hitzfeld nach dem 2:1 (1:0)-Sieg gegen Bayer Leverkusen, mit dem sich die Bayern selbst ein frohes Osterfest beschert hatten. Durch den Erfolg haben sie einen Titelkonkurrenten auf neun Punkte distanziert und den Vorsprung auf Platz zwei ausgebaut. Hamburg liegt nach einem 1:1 in Wolfsburg sieben Punkte zurück. Von einer Vorentscheidung in der Meisterschaft wollten die Bayern aber nicht sprechen.

„Das ist jetzt ein gutes Polster, wir müssen aber trotzdem aufpassen“, betonte Uli Hoeneß, Oliver Kahn meinte: „Wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition geschaffen - nicht mehr und nicht weniger.“ Laut Hitzfeld muss der FCB „höllisch“ auf der Hut sein, „dass nicht der Schlendrian einzieht.“ Der FCB-Chefcoach hat nicht vergessen, dass seine Mannschaft schon eine Woche zuvor der Konkurrenz auf sieben Punkte enteilt war und prompt in Cottbus die zweite Saisonniederlage kassiert hat. „Ich hoffe, dass die Mannschaft die Lehren daraus gezogen hat.“

Sündige Bayern

Bislang sieht es ganz danach aus. Dem souveränen Erfolg im Pokal-Halbfinale gegen Wolfsburg ließen die Bayern jetzt „ein Klassespiel“ (Hoeneß) gegen Leverkusen folgen. „Das war teilweise meisterlich“, war der FCB-Manager sehr zufrieden mit den 90 Minuten in der ausverkauften Allianz Arena. Die Art und Weise, wie sich die Hitzfeld-Elf Chancen und Tore herausgespielt hatte, fand er „sehenswert. So viele klare Torchancen in einem Spitzenspiel habe ich lange nicht mehr gesehen.“

Die Überlegenheit der Hausherren, denen Leverkusen nur in der ersten Halbzeit phasenweise etwas entgegenzusetzen hatte, münzte Luca Toni (17., 59.) mit seinen Saisontreffern 15 und 16 in eine 2:0-Führung um. „Dann war es nur eine Frage der Höhe des Sieges“, meinte Hitzfeld. Mehrere hochkarätige Chancen ließen die Bayern aber ungenutzt. „Wir haben gesündigt im Abschluss“, bemängelte Hitzfeld, dessen Mannschaft für diese Nachlässigkeit fast noch bestraft worden wäre.

Geschmeichelte Gäste

Nach dem Anschlusstreffer von Dmitry Bulykin (83.) wurde es in den letzten Minuten nämlich noch einmal brenzlig. „Wir haben uns das Leben selbst noch schwer gemacht“, sagte Hitzfeld angesichts der vielen ausgelassenen Möglichkeiten seiner Elf. „Bevor Leverkusen das Tor gemacht hat, muss es mindestens 5:0 stehen“, meinte Hoeneß, „es wäre fatal und total ungerecht gewesen, wenn Leverkusen noch das 2:2 gemacht hätte.“

Bulykins Tor blieb aber das einzige faule Ei im Osternest der Bayern, die den knappen Vorsprung souverän über die Zeit brachten. Hitzfeld attestierte seiner Mannschaft nach dem Schlusspfiff „teilweise Extraklasse“ und „eine außerordentlich gute Leistung“, was auch die Statistik untermauerte: 21:4 Torschüsse und 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe wurden für die Münchner gezählt. Selbst Leverkusens Trainer Michael Skibbe sagte: „Die 90 Minuten sind am Ende für uns schmeichelhaft gelaufen. Wir haben das Spiel verdient verloren.“

Keine Geschenke für den 'Club'

Zwei trainingsfreie Osterfeiertage waren der verdiente Lohn für die FCB-Profis, am Dienstag beginnt dann die Vorbereitung auf das Bayern-Derby beim 1. FC Nürnberg. „Jetzt gilt es, auswärts nachzulegen, was wir letzte Woche in Cottbus versäumt haben“, sagte Philipp Lahm. Geschenke hat der Rekordmeister beim abstiegsgefährdeten „Club“ daher nicht zu verteilen. „Die Nürnberger hatten viele Chancen, ihre Punkte zu machen“, meinte Hoeneß, „wir können nicht nach Nürnberg fahren und Nachbarschaftshilfe leisten. Wir müssen Meister werden und versuchen, überall zu punkten.“

Eine ähnliche Leistung wie gegen Leverkusen erwartet der FCB-Manager deshalb auch in Nürnberg. „Wenn wir so spielen wie heute, dann tut uns in Deutschland keiner weh“, blickt er zuversichtlich auf den Meisterschaftsendspurt. Auch wenn die Bayern neun Spieltage vor Saisonende noch nicht an eine Vorentscheidung glauben: Sie haben es „selbst in der Hand“, wie Mark van Bommel bemerkte. Man müsse jetzt nur weiter höchst konzentriert bleiben, meinte Hitzfeld. „Dann sind wir nur noch sehr schwer zu stoppen.“

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