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Matchwinner

Kahn hält 'wie mit 25', Toni erhöht auf 26

Der eine hat 21 Titel mit dem FC Bayern gewonnen, der anderen noch keinen einzigen mit einem Verein. Der eine beendet in wenigen Monaten seine Profikarriere, der andere steckt mittendrin. Der eine will Tore verhindern, der andere schießen. Unterschiedlicher könnten die Fußballer Oliver Kahn und Luca Toni nicht sein, beim Spitzenspiel gegen Leverkusen hatten sie aber einmal mehr etwas gemeinsam: Sie entschieden das Spiel, der eine hinten, der andere vorn.

Den Anfang machte, natürlich, Luca Toni. In seinem 34. Pflichtspiel im FCB-Trikot erzielte der Italiener gegen Leverkusen wieder einmal das erste Tor (17. Minute). Bereits zum 20. Mal war er damit direkt an einer 1:0-Führung für die Bayern beteiligt (13 Tore, 7 Vorlagen), schon beim Hinspiel in Leverkusen hatte er den 1:0-Siegtreffer besorgt. „Das ist kein Zufall“, glaubt Ottmar Hitzfeld, „Luca ist immer da, wo es brennt im Strafraum. Er ist kaltschnäuzig und hat einen unheimlichen Torriecher.“

Lahm hilft, Toni trifft

Gegen Leverkusen hat Toni das sogar doppelt unter Beweis gestellt. Nach der Pause ließ er nämlich seinen zweiten Treffer folgen (59.). Es war sein 26. Saisontor und sein 16. in der Bundesliga, womit er sich wieder die alleinige Führung in der Torschützenliste sicherte. „Natürlich zähle ich die Tore mit“, freute er sich über seinen Doppelpack, „es ist mein Job, Tore zu machen und der Mannschaft zu helfen, die Bundesliga und noch so manchen Pokal zu gewinnen.“

Sein erster Dank nach dem 2:0 führte den 30-Jährigen zu Philipp Lahm. „Vor der zweiten Halbzeit habe ich ihm gesagt, dass ich gerne noch ein Kopfballtor schießen würde und ob er mit da irgendwie helfen kann“, erzählte Toni. Zwölf Minuten nach Wiederanpfiff servierte ihm Lahm den Ball maßgenau auf die Stirn und der Stürmer nahm dieses Geschenk dankend an.

Kahns Glanzparade

Denn der italienische Weltmeister war torhungrig. Nach seiner Sperre im DFB-Pokalhalbfinale unter der Woche habe Toni „gebrannt auf das Spiel“, berichtete Hitzfeld. Seinen beiden Treffern gegen Leverkusen will der Angreifer noch weitere folgen lassen. Die Torjägerkanone ist sein erklärtes persönliches Ziel, auch um Mannschaft und Fans „noch viel Freude zu bereiten. Hoffentlich geht es bei mir so weiter, sonst wird sich der Verein irgendwann noch einmal beschweren.“

An diesem Abend konnte Toni aber bestens gelaunt die Allianz Arena verlassen - genauso wie Oliver Kahn. Der FCB-Kapitän hatte einen ruhigen Nachmittag verlebt, nur vier Torschüsse der Leverkusener wurden gezählt. Bei einem davon war aber jeder Zentimeter des 1,88 Meter großen Bayern-Keeper gefordert. In der 29. Minute war Kahn bei einem Fernschuss von Bernd Schneider bereits ins rechte Eck unterwegs, da fälschte Sergej Barbarez den Ball noch ab - mit der Spitze seines linken Fußes war Kahn dennoch zur Stelle.

Wie mit 25

„Das war eine spektakuläre Situation“, sagte Kahn später, „der Ball wird abgefälscht und mein Fuß zuckt noch irgendwie zum Ball.“ Zufall war diese Parade aber nicht, glaubt der FCB-Schlussmann. „Wenn man konsequent arbeitet und trainiert, hat man in solchen Situationen einfach das Quäntchen Glück, das man braucht.“ Wie wichtig Kahns Reflex beim Stand von 1:0 war, unterstrich Mark van Bommel: „Wenn Leverkusen vor der Pause das 1:1 schießt, wird es ein anderes Spiel.“

Dank Kahn blieb der FC Bayern aber auf der Siegerstraße. Auch in seiner letzten Saison ist der 38-Jährige somit ein entscheidender Faktor auf dem Weg zu Titeln. „Was Oliver dieses Jahr spielt, ist eine feine Sache. Er spielt eine super Saison ohne Fehler, wie wenn er 25 wäre“, war Uli Hoeneß voll des Lobes für den FCB-Kapitän. Der wurde später mit der Aussage des Managers konfrontiert, er habe heute wie ein 25-Jähriger gespielt. Kahns Antwort, ganz im Bewusstsein von 21 Titeln: „Was heißt da heute?“

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