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Bayrisches Derby

Keine Schützenhilfe für den 'Club'

Die einen kämpfen um den Titel, die anderen gegen den Abstieg. Vor der 50. Bundesliga-Auflage des bayrischen Derbys zwischen dem 1. FC Nürnberg und dem FC Bayern am Samstag im Nürnberger Frankenstadion (ab 15.15 Uhr im FCB-Liveticker und im Webradio bei FCB.tv) könnten die Vorzeichen kaum unterschiedlicher sein: Sieben Punkte beträgt der Vorsprung des Rekordmeisters auf Verfolger Hamburger SV, der „Club“ hingegen hat als Vorletzter zwei Zähler Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz.

„Wir wissen, dass Nürnberg um die Existenz kämpft, um den Klassenerhalt in der ersten Liga“, sagte Ottmar Hitzfeld, für den sein letztes Auswärtsspiel im Frankenland eine ganz besondere Bedeutung hat: Bei seinem Comeback auf der Trainer-Bank des FCB vor 14 Monaten kassierte er eine derbe 0:3-Schlappe. „Das war ein böses Erwachen“, erinnert sich Hitzfeld, der sich auf das Duell am Samstag freut. „Ich hoffe, dass ich die Scharte wieder auswetzen kann. Ich gehe davon aus, dass das ein zweites Mal nicht passieren wird.“

Reaktion zeigen

Nach dem schwachen Auftritt beim letzten Auswärtsspiel in Cottbus will der FC Bayern eine „Reaktion zeigen“, wie Hitzfeld sagte. „Das ist für uns eine Chance, uns zu rehabilitieren.“ Dabei hofft der „General“, dass seine Mannschaft „die Lehren aus dem Cottbus-Spiel verinnerlicht hat“ und an die zuletzt gezeigten Glanzleistungen der beiden Heimspiele gegen Wolfsburg und Leverkusen anknüpfen kann. „Wir müssen unsere Mentalität, die wir in Cottbus vermissen ließen, wieder zeigen.“

Allerdings weiß der 59 Jahre alte Fußballlehrer auch, dass die Partie bei den abstiegsbedrohten Franken „ein anderes Spiel wird, als gegen Leverkusen. Die Nürnberger werden laufen, sie werden uns das Leben schwer machen.“ Darum forderte Hitzfeld von seinem Team, die Zweikämpfe anzunehmen und mit „Laufbereitschaft und einer großen Portion Kampfgeist“, die drei Punkte mitzunehmen. „Wir fahren nach Nürnberg, um zu gewinnen.“

Nürnberg kein Abstiegskandidat

Dabei gelte es jedoch, den „Club“ trotz seines Tabellenstandes nicht zu unterschätzen, siehe Cottbus. „Nürnberg hat sehr viel Potenzial, sonst hätten sie letztes Jahr nicht den DFB-Pokal gewonnen und sich für den UEFA-Pokal qualifiziert“, sagte Hitzfeld und bemerkte: „Für mich ist der 1. FC Nürnberg kein Abstiegskandidat.“ Vor allem in der Offensive hätten die Franken „sehr gute Einzelspieler, da wartet eine Menge Arbeit auf unsere Defensivabteilung.“

Schwächen machte der FCB-Trainer hingegen im Defensivverbund des Tabellenvorletzten aus. „Diese Lücken müssen wir ausnutzen und sehr effizient nach vorne spielen“, so Hitzfeld, der darauf hofft, dass „Nürnberg versucht mitzuspielen“ und sich nicht hinten rein stellt. „Ich glaube schon, dass es ein spannendes und gutes Spiel wird.“

Kein großes Polster

Mit nachbarschaftlicher Hilfe aus München können die Nürnberger angesichts der prekären Situation nicht rechnen. Nach der letzten Auswärtspleite in Cottbus ist der Rekordmeister gewarnt und weiß, dass es trotz des vermeintlich lukrativen Vorsprungs ganz schnell wieder eng werden kann. „Sieben Punkte sind sicherlich kein großes Polster, ein zweites Mal darf uns das nicht passieren.“

In Nürnberg muss Hitzfeld auf Hamit Altintop (Mittelfußbruch), Willy Sagnol (Nackenprobleme) und den gesperrten Mark van Bommel verzichten. Zudem blieb Toni Kroos in München, er wird am Samstag die Regionalliga-Mannschaft verstärken. Marcell Jansen und Martin Demichelis kehrten zwar leicht angeschlagen von ihren Länderspieleinsätzen zurück, sind aber am Samstag einsatzbereit.

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