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Auswärtsspiel Teil 10

Oliver Kahns Erinnerungen an Cottbus

Es ist seine 21. Profisaison und zugleich seine letzte. Mit 38 Jahren hat Bayern-Kapitän Oliver Kahn das Ende seiner langen und überaus erfolgreichen Sportlerkarriere vor Augen. Weit über 500 Bundesligaspiele hat der dreimalige Welttorhüter des Jahres in den letzten 20 Jahren bestritten, die Hälfte davon in des Gegners Stadion. Vor seinen 17 letzten Auswärtsspielen in der Bundesliga blickt Kahn auf fcbayern.de noch einmal auf den jeweiligen Gegner zurück und erinnert sich an besondere Augenblicke, skurrile Situationen, aber auch an sportlich emotionale Momente. Zehnt Station: Cottbus.

Kahns Erinnerungen an Energie Cottbus:

„Energie Cottbus ist unter den aktuellen Bundesligisten die Mannschaft, gegen die ich in meiner Karriere wohl die wenigsten Spiele bestritten habe. Cottbus ist ja erst in der Saison 1999/2000 aus der 2. Bundesliga aufgestiegen und wir mussten in der darauffolgenden Spielzeit schon ziemlich früh zu unserem ersten Spiel überhaupt beim Aufsteiger reisen.

Ich kann mich noch ziemlich gut daran erinnern, dass mit dem FC Energie keiner von uns so recht etwas anzufangen wusste. Bis dahin war der Verein ja ein eher unbeschriebenes Blatt und die vorangegangenen Spiele nicht gerade erfolgreich verlaufen. Doch als wir dann zum ersten Mal im Stadion der Freundschaft eingelaufen sind, wussten wir, was uns erwartet: Ein kleines, enges Stadion, in dem die Fans bedingungslos von der ersten bis zur letzten Minute hinter ihrer Mannschaft stehen. Zu vergleichen mit dem Millerntor in St. Pauli oder dem Aachener Tivoli.

Wir selbst kamen zwar als Tabellenführer in die Lausitz, hatten aber eine Woche zuvor überraschend zuhause gegen Hansa Rostock mit 0:1 verloren. In Cottbus sollte es uns nicht viel besser ergehen. Obwohl wir das Spiel fast über die gesamte Spielzeit kontrollierten gelang es uns nicht, gegen einen kompakten Cottbusser Abwehrriegel zum Torerfolg zu kommen. Energie dagegen verlegte sich aufs Kontern und brachte uns damit schwer in Bedrängnis. Am Ende verloren wir auch dieses Spiel mit 0:1, und das noch nicht einmal unverdient.

Unsere restlichen Auftritte in Cottbus sind dagegen schnell erzählt. Nachdem wir von unserem Premierenspiel gewarnt waren, ließen wir in den nächsten Spielen nichts anbrennen. Drei Siege, 8:0 Tore, besser kann eine Bilanz nicht ausfallen. Natürlich hoffe ich, dass diese auch in meinem letzten Spiel am Samstag Bestand hat. Es ist im Übrigen mein 550. Bundesligaspiel – eine stolze Zahl, die mir aber auch vor Augen führt, wie lange ich schon dabei bin.“

Bilanz: 4 - 0 - 1; 8:1 Tore

Nächste Station: Nürnberg

(Anm. d. Red.: Aufgrund einer Ellenbogen-Verletzung und einer internen Sperre konnte Oliver Kahn die Auswärtsspiele in Bochum, Dortmund und Berlin nicht bestreiten.)

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