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Auswärtsspiel Teil 11

Oliver Kahns Erinnerungen an Nürnberg

Es ist seine 21. Profisaison und zugleich seine letzte. Mit 38 Jahren hat Bayern-Kapitän Oliver Kahn das Ende seiner langen und überaus erfolgreichen Sportlerkarriere vor Augen. Weit über 500 Bundesligaspiele hat der dreimalige Welttorhüter des Jahres in den letzten 20 Jahren bestritten, die Hälfte davon in des Gegners Stadion. Vor seinen 17 letzten Auswärtsspielen in der Bundesliga blickt Kahn auf fcbayern.de noch einmal auf den jeweiligen Gegner zurück und erinnert sich an besondere Augenblicke, skurrile Situationen, aber auch an sportlich emotionale Momente. Elfte Station: Nürnberg.

Kahns Erinnerungen an den 1. FC Nürnberg:

„An meine Gastspiele in Nürnberg habe ich fast durchweg positive Erinnerungen. Dabei sage ich bewusst fast, denn vor allem an ein Spiel denke ich ungern zurück: Vor etwas mehr als einem Jahr sind wir in Nürnberg sang- und klanglos mit 0:3 untergegangen. Es war das erste Spiel nach der Rückkehr von Ottmar Hitzfeld zum FC Bayern und wir alle hatten gehofft, dass die Verunsicherung, die wir davor an den Tag gelegt hatten, verfliegen und wir wieder selbstbewusst und siegessicher auftreten würden. Doch leider ist genau das Gegenteil eingetreten und wir wurden von 'Club' regelrecht vorgeführt. Dieses Spiel war zugleich meine bislang einzige Niederlage in Nürnberg. Ob mit dem Karlsruher SC oder mit dem FC Bayern - in den meisten Fällen haben wir mit einem Sieg im Gepäck die Heimreise angetreten.

Unvergessen bleibt für mich auch mein allererstes Spiel in Nürnberg. Es war in der Saison 1988/89, ich war damals gerade 19 Jahre alt und in meinem zweiten Jahr im Profi-Kader des KSC. Ich wurde in der zweiten Halbzeit beim Stand von 2:1 für unseren Stammtorhüter Alexander Famulla eingewechselt. Dieser musste nach einer Attacke des Nürnberger Stürmers Sane mit einer Risswunde hinter dem Ohr vom Platz und ich kam zu meinem dritten Bundesligaeinsatz überhaupt. Zwei Minuten später machten wir das 3:1, was zugleich der Endstand war. Dieses Spiel war deshalb etwas Besonderes für mich, weil es der erste Sieg in der Bundesliga war. Trainer der Nürnberger war damals übrigens Hermann Gerland, heute Trainer unserer Regionalliga-Mannschaft.

Ich freue mich schon sehr auf das Spiel in Nürnberg. Nach dem Abstieg des TSV 1860 München vor ein paar Jahren sind die Duelle mit dem 'Club' die einzigen Derbys, auch wenn rund 150 Kilometer zwischen München und Nürnberg liegen. Die Stimmung bei diesen Spielen ist immer eine besondere, und auch wenn es für mich das letzte Mal in Nürnberg sein wird, so hoffe ich doch sehr, dass der 1. FCN am Ende nicht absteigt, damit es auch im nächsten Jahr noch bayrische Derbys zwischen Oberbayern und Franken gibt.“

Bilanz: 5 - 3 - 1; 14:11 Tore

Nächste Station: Frankfurt

(Anm. d. Red.: Aufgrund einer Ellenbogen-Verletzung und einer internen Sperre konnte Oliver Kahn die Auswärtsspiele in Bochum, Dortmund und Berlin nicht bestreiten.)

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