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'Es geht wieder nach oben'

Salto-Klose meldet sich zurück

Nein, Miroslav Klose hatte nichts verlernt. Beidbeiniger Absprung, Drehung, sichere Landung - mit einem gelungenen Salto feierte der FCB-Torjäger am Mittwochabend seinen Treffer zum 2:0-Endstand im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den VfL Wolfsburg. Nur, wie wird er das seinen beiden Söhnen erklären? Eigentlich hatte der 29-Jährige seinen zirkusreifen Jubel ja nicht mehr zeigen wollen, weil die kleinen Kloses dem Papa zu Hause nacheiferten. „Und da hat es schon die eine oder andere Beule gegeben“, hatte der deutsche Nationalstürmer im vergangenen Oktober im Live-Chat bei FCB.tv berichtet. Am Mittwoch waren diese Bedenken wie weggeblasen.

„Er hat einen Salto gemacht, das macht er nur bei ganz wichtigen Toren“, war sich Ottmar Hitzfeld bewusst, dass dieser Luftsprung eine besondere Bedeutung besaß. Kloses Tor gegen Wolfsburg war ein Treffer in schwierigen Zeiten. „Ich habe eine durchschnittliche Phase gehabt“, sagte der FCB-Angreifer am Mittwochabend selbst.

Der Knoten platzt

Dünn gesät waren Klose-Tore seit Beginn der Rückrunde. Zweimal hatte er gegen Wuppertal im DFB-Pokal getroffen, zweimal im UEFA-Cup, nur einmal in der Bundesliga. „Das hat ihn schon belastet“, meinte Hitzfeld, der sich am Mittwoch „sehr gefreut“ hat, „dass Miro endlich wieder getroffen hat. Miro hatte eine Zeit lang Ladehemmung, er hat zu viel überlegt. Heute ist hoffentlich der Knoten bei ihm geplatzt.“

Dabei sah es auch gegen Wolfsburg zunächst so aus, als würde sich die Partie nahtlos in die glücklosen Wochen des Stürmers einreihen. Vier Mal (1., 9., 22., 57. Minute) hatte er bereits Pech gehabt, entweder zielte er knapp daneben oder VfL-Keeper Diego Benaglio reagierte glänzend. Doch dann war der Bann gebrochen. Erst bereitete Klose das Führungstor von Franck Ribéry mit einem feinen Pass in die Gasse vor (60.), dann traf er selbst (66.).

Über kurz oder lang

„Ich habe mich wieder rangearbeitet und weiß jetzt, dass es wieder nach oben geht“, war dieses Tor auch für Klose selbst ein Aufbruchsignal. Schon in den Minuten nach seinem Treffer blühte er förmlich auf. „Man hat gesehen, dass selbst ein Spieler von seiner Klasse dann das Selbstvertrauen zurückgewinnt“, sagte Karl-Heinz Rummenigge, „danach ist er mit dem Selbstvertrauen aufgetreten, welches man als Stürmer einfach braucht.“

Hitzfeld hatte schon vor Kloses Tor einen Aufwärtstrend bei seinem Torjäger festgestellt. „Er hat viel für die Mannschaft gearbeitet, war immer anspielbereit, wieder präsent im Strafraum und schon in der ersten Halbzeit sehr torgefährlich. Deswegen war es für mich klar, dass er über kurz oder lang treffen wird“, erzählte der FCB-Trainer.

Dem Nachwuchs zuliebe

Bleibt zu hoffen, dass Klose schon bald die nächsten Treffer folgen lässt. Der Salto von Wolfsburg wird aber wohl auf jeden Fall eine Ausnahme bleiben, dem Nachwuchs zuliebe. „Da meine Kinder schon im Bett lagen, konnte ich den Salto machen“, meinte Klose am Mittwoch. Das nächste Spiel ist am Samstag um 15.30 Uhr - familienfreundlich, aber Salto-feindlich.

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