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Rückkehr nach Nürnberg

Veränderte Vorzeichen vor bayrischem Derby

Wie sich die Zeiten doch ändern. Fast auf den Tag genau vor 14 Monaten kehrte Ottmar Hitzfeld nach zweieinhalbjähriger Pause auf die Trainerbank des FC Bayern zurück. Seine erste Dienstreise führte ihn nur einen Tag nach Amtsantritt zum 1. FC Nürnberg. Am kommenden Wochenende, neun Spieltage vor Saisonende, geht es für Hitzfeld und die Seinen wieder zum „Club“ - doch dieses Mal steht das bayrische Derby unter ganz anderen Vorzeichen als noch vor gut einem Jahr.

„Dass die Aufgabe schwer wird, wusste ich. Dass es so schwer wird, ist etwas überraschend“, hatte Hitzfeld unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Nürnberger Stadion gesagt und zeigte sich wenig erfreut über die vorangegangenen 90 Minuten. Mit 0:3 unterlag ein völlig verunsicherter Rekordmeister sang- und klanglos dem fränkischen Nachbarn, die Qualifikation zur Champions League geriet in Gefahr.

Bayern oben, Nürnberg unten

„Es war nicht so schön anzuschauen, da hat sich der FC Bayern blamiert“, setzte Hitzfeld seine nüchterne und schonungslose Analyse fort. „Jetzt weiß ich, dass noch viel Arbeit auf mich wartet.“ Gegen einen forsch aufspielenden 1. FCN hatte der „General“ damals in nahezu allen Mannschaftsteilen große Defizite ausgemacht. „Wenig Selbstbewusstsein“ in der Mannschaft, „zu viele Fehler“ im Abwehrbereich und „viel zu wenig Kreativität“ im Mittelfeld. Insgesamt also „viele Baustellen“, an denen er anzusetzen hatte.

14 Monate später gestaltet sich die Ausgangslage vor Hitzfelds letztem Derby als Bayern-Trainer völlig anders. Hitzfelds Mannschaft wurde im vergangenen Sommer runderneuert, nach 25 Spieltagen führt diese souverän die Bundesliga-Tabelle an und peilt drei Titel an. Der „Club“, letztes Jahr noch DFB-Pokalsieger, kämpft dagegen praktisch seit Saisonbeginn gegen den Abstieg.

Keine Schützenhilfe

„Wenn wir so spielen wie gegen Leverkusen, dann tut uns in Deutschland keiner weh“, freute sich auch Uli Hoeneß nach der jüngsten Gala-Vorstellung am vergangenen Wochenende gegen die Werkself. Mit einer erneuten Niederlage in Nürnberg am kommenden Wochenende rechnet der Bayern-Manager ebenso wenig wie Hitzfeld: „Ich glaube nicht, dass wir in Nürnberg erneut stolpern werden, wenn wir die Lehren aus dem Cottbus-Spiel ziehen.“

Auf Schützenhilfe vom oberbayerischen Nachbarn können die abstiegsbedrohten „Clubberer“ (19 Punkte, Platz 17) nicht hoffen, im Gegenteil: „Die Nürnberger hatten genug Chancen, ihre Punkte zu machen. Wir müssen Meister werden und versuchen, überall zu punkten“, so Hoeneß, der trotz der eigenen Interessen stark auf den Klassenverbleib des 1. FCN hofft. „Wenn sie absteigen sollten, wäre ich einer der traurigsten Menschen.“

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