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Uli Hoeneß:

'Wir holen vielleicht noch ein, zwei Spieler'

Immer dann, wenn Uli Hoeneß in der Öffentlichkeit auftritt, sind die Mikrofone der Journalisten und Kameras der Fernsehteams nicht weit. Die Meinung des Bayern-Managers ist eben gefragt. Das war am Samstag nach dem 2:0-Heimsieg gegen den KSC so, aber auch am Sonntagmorgen. Da war der 56-Jährige zu Gast beim DSF-Doppelpasss. fcbayern.de hat die wichtigsten Aussagen von Hoeneß bei beiden Anlässen zusammengefasst.

Uli Hoeneß über die Situation in der Bundesliga nach dem Spiel gegen Karlsruhe:
„Es war kein glanzvolles Spiel, aber wenn man Meister werden will, muss man solche Spiele gewinnen. Es war ein schönes Wochenende für uns, aber da kann noch viel passieren. Ich glaube einfach, dass wir am Ende oben stehen werden, weil wie den besten Kader haben, um auch erfolgreich in drei Wettbewerben dabei zu sein. Wir können im Moment am besten jeden Spieler ersetzen.“

… über Ottmar Hitzfelds Rotation:
„Tatsache ist, dass Ottmar den Kader bei Laune halten muss. Wenn man sehr viele gute und auch viele gesunde Spieler hat, ist es natürlich klug, das zu machen. Aber Rotation ist gut, so lange sie erfolgreich ist. Wenn Erfolg da ist, kann man sich zu Tode rotieren. Ich sage: alles zu seiner Zeit. Jetzt ist es phantastisch, da kann man aufstellen, wen man will, aber es gab mal Zeiten, da war es nicht so gut. Unsere Mannschaft ist im Sommer auf acht Positionen verändert worden. Und es braucht eine gewisse Zeit, bis diese Mannschaft zusammengewachsen ist, normalerweise ein bis zwei Jahre. Und die Rotation funktioniert nur dann, wenn die Mannschaft funktioniert. Das war im November nicht der Fall, also hat da auch die Rotation nicht funktioniert. Ottmar und ich sind richtig gute Freunde. Wir haben danach vier, fünf Stunden diskutiert, da hat er gesagt, er habe das übertrieben. Es war nicht die beste Phase von Ottmar Hitzfeld.“

… über Karl-Heinz Rummenigges Rotations-Kritik nach dem Bolton-Spiel:
„Wir sind alle nur Menschen. Wir haben kurz vor Schluss das 2:2 gekriegt und Karl-Heinz und ich haben uns wahnsinnig geärgert. Ich habe zu ihm in der Kabine noch gesagt: sag nichts, aber dann ist er doch nicht an den Journalisten vorbeigekommen. Aber ich bin überzeugt, in dem Moment, wo er was gesagt hatte, tat es ihm schon wieder leid. Aber er wollte Ottmar Hitzfeld damit doch nicht demontieren.“

… über die Suspendierung von Oliver Kahn vor der Winterpause:
„Sicherlich war das eine mutige Entscheidung von Ottmar Hitzfeld, die wir alle mitgetragen haben. Die hatte sicherlich einen Aha-Effekt bei der Mannschaft ausgelöst. Da hat jeder gesagt: oh, er geht auch an den dran. Das war auch der Grund in dieser Phase. Das hat sicherlich den einen oder anderen überlegen lassen, ob er sich das eine oder andere in Zukunft leistet.“

… über die Wichtigkeit von Franck Ribéry:
„Unsere Mannschaft spielt sicherlich viel über Franck, weil man weiß, wenn der den Ball hat passiert was. Wir müssen in Zukunft sicherlich etwas ausbalancieren, damit wieder mehr über rechts und die Mitte läuft. Aber so lange er so spielt wie jetzt, wollen wir uns nicht beklagen. Frappierend ist, mit welchem Tempo er mit dem Ball läuft. Das Wahnsinnige ist: Er läuft im allerhöchsten Tempo und ist dann noch mal in der Lage, zu beschleunigen und den Ball zu kontrollieren. Und das nicht ein, zwei Mal pro Halbzeit, sondern sechs, sieben, acht Mal. Die anderen arbeiten aber auch für ich mit, denn er ist ziemlich freigestellt von Abwehrarbeit. Franck profitiert von der enormen Bereitschaft, ihn zu unterstützen.“

… über die Zukunft von Ribéry, dessen Vertrag beim FCB bis 2011 datiert ist:
„Da können alle Ölmagnaten zusammenlegen, der Spieler wird nicht hergegeben. Das ist doch gar keine Frage.“

… über die Verhandlungen mit Ribéry und Luca Toni:
„Man muss zugeben: Sowohl Franck als auch Luca konnten sich acht Wochen vor ihrer Vertragsunterschrift niemals vorstellen, nach Deutschland zu gehen. Das war für sie ja ein völliges Nirwana. Den Luca haben wir dann mit seiner Freundin kommen lassen, haben ihnen die Stadt gezeigt, haben Freunde eingeladen von denen wir wussten, dass sie Einfluss auf ihn haben. So haben wir die ganze Stimmung in der Familie Toni gedreht. Bei Franck haben wir über Marseille einfach so viel Geld bezahlt, bis wir ihn bekommen hatten.“

… über die Transferplanungen für die neue Saison:
„Wir werden vielleicht noch ein oder zwei Spieler dazuholen, aber mit Sicherheit nicht wieder sechs, sieben oder acht. Eine große Mannschaft muss zusammenwachsen, da kann man nicht noch mal vier, fünf Spieler dazuholen. Sicherlich werden wir auch ein, zwei Spieler abgeben, denn der Kader darf nicht größer werden, eher kleiner. Es ist sehr wichtig, dass die Stimmung gut ist. Und die wächst nicht mit der Größe des Kaders.“

… über seine Zukunft auf der Trainerbank bei Hitzfeld-Nachfolger Jürgen Klinsmann:
„Ich hätte überhaupt kein Problem damit, das aufzugeben. Ich tendiere derzeit auch dazu, das dem Jürgen Klinsmann anzubieten. Es muss ja irgendwann einmal ein Schnitt gemacht werden. Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich bin sehr gespannt, denn es wird viele neue Dinge geben.“

… über seine Zukunft als Präsident beim FC Bayern ab Herbst 2009:
„Das ist so vorgesehen, wenn ich gewählt werde. Mein Vertrag als Manager läuft bis Ende Dezember 2009, den werde ich sicherlich nicht verlängern.“

… über den abgelehnten Chip-Ball:
„Man könnte darüber nachdenken, eine Torkamera einzuführen, damit man erkennen kann, ob die Bälle hinter der Linie waren. Ansonsten sollten wir den Menschen ihre Fehler belassen. Wenn wir es steril machen und immer versuchen, alle Fehlerquellen auszumerzen, dann weiß ich nicht, ob der Fußball noch derselbe ist, den wir alle lieben. Ich möchte jedenfalls keine zehn Unterbrechungen pro Spiel haben um nachzuprüfen, ob es drei Zentimeter Abseits war oder nicht.“

… über Spielplanänderungen nach den Erfahrungen in diesem Jahr:
„Man muss flexibel sein. Wenn mal drei oder vier deutsche Vereine donnerstags im UEFA-Cup spielen, dann muss sich die Fernsehsituation ändern. Derselbe Sender muss dann statt samstags sonntags übertragen. Wir beim FC Bayern haben die Erfahrung gemacht, dass die Sonntagspiele sehr gut angenommen wurden und sehr gut besucht waren.“

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