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'Nichts zu verlieren'

Advocaat will Wunschgegner FCB ärgern

Als vor ein paar Wochen die Viertel- und Halbfinal-Begnungen im UEFA-Cup ausgelost worden waren, hatte Dick Advocaat einen Wunsch geäußert. „Wenn wir mit Zenit St. Petersburg gegen Leverkusen weiterkommen, möchte ich lieber gegen Bayern als gegen Getafe spielen“, sagte der 60-jährige Trainer aus Holland damals. Warum? „Weil wir dann nichts zu verlieren haben“, erklärte Advocaat, der sein Team lieber in der Außenseiter- als in der Favoritenrolle sieht.

Für das international noch kaum in Erscheinung getretene Team aus St. Petersburg ist das Erreichen des Halbfinales der größte Erfolg in der Klubgeschichte. Als einziger der vier Klubs in der Vorschlussrunde hat der aktuelle russische Champion noch nie einen Europacup gewonnen. Der Meistertitel im letzten Jahr war erst der zweite überhaupt, dazu kommen noch zwei Pokalsiege. Doch als absoluter Underdog werden Advocaat und seine Mannschaft nicht mehr in das Duell mit dem deutschen Rekordmeister- und Pokalsieger gehen können.

Zenits Holperstart in der Liga

Daran schuld sind sie selber oder vielmehr die Gala-Vorstellung beim Viertelfinalhinspiel in Leverkusen, das Zenit sensationell mit 4:1 gewann. „Wir werden versuchen, das morgen wieder so machen“, sagte ein selbstbewusster Advocaat am Mittwoch bei der Pressekonferenz vor dem Abschlusstraining in der Allianz Arena: „Wir werden es Bayern sehr schwer machen, ohne Zweifel.“ Mittelfeldmann Konstantin Zyrianov betonte: „Wir wollen ins Finale.“

Advacaat kündigte ein gut organisiertes Zenit-Team an, das sich ganz anders präsentieren werde als im bisherigen Saisonverlauf der russischen „Premjer Liga“. Nach sechs Spieltagen belegen die St. Petersburger mit nur einem Sieg lediglich Platz zehn. „Die Plätze in Russland sind zu dieser Jahreszeit noch sehr schlecht“, lieferte Advocaat als einleuchtende Begründung. Zudem musste Zenit als amtierender Meister die Erfahrung machen, dass jetzt „jedes Team gegen uns mauert.“

Advacaat hofft auf Platz für seine Konter-Künstler

In München erwartet Advocaat hingegen mehr Spielraum für seine kombinations- und konterstarke Mannschaft. „Bayern spielt zuhause und muss gewinnen. Das macht es für uns natürlich einfacher.“ Auch der Ausfall von Luca Toni sei „ohne Zweifel“ ein Vorteil für sein Team. Zenit hingegen kann gegen den frischgebackenen deutschen Pokalsieger nahezu in Bestbesetzung auflaufen.

Für Advocaat, der in seiner Heimat auch „kleiner General“ genannt wird, wird die Begegnung mit den Bayern ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Jan Schlaudraff und Marcell Jansen kennt er aus gemeinsamen Tagen als Trainer von Borussia Mönchengladbach in der Rückrunde der Saison 2004/05, Mark van Bommel aus seiner Zeit von 2002 bis 2004 als Bondscoach.

Gute Erinnerungen an FCB

Gegen den FCB spielte er international zuletzt in der Saison 1999/00 als Trainer der Glasgow Rangers. In der Gruppenphase der Champions League gab es ein 1:1 in Schottland und ein 0:1 in München, dass den Bayern das Weiterkommen bescherte „An das Ergebnis habe ich keine guten Erinnerungen“, sagte Advocaat, „aber wir hatten damals beide Male mehr vom Spiel.“ Diesmal hätte er nichts dagegen, wenn es genau umgekehrt laufen würde.

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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