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'Finale ums Endspiel'

Bayern glauben an ihre Chance

Das Endspiel um den UEFA-Pokal steigt zwar erst am 14. Mai in Manchester, doch der FC Bayern hat sein eigenes Finale bereits zwei Wochen zuvor im Petrovskiy-Stadion von St. Petersburg. „Das ist ein Finale ums Endspiel. In Petersburg geht es um alles“, sagte Bayern-Kapitän Oliver Kahn nach dem 1:1 (1:0)-Unentschieden im Halbfinal-Hinspiel gegen den russischen Meister, der vor dem Rückspiel am 1. Mai zumindest von der Papierform her die bessere Ausgangsposition hat.

„Das Ergebnis ist sicherlich nicht optimal, wir hatten uns gewünscht zu gewinnen“, sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge nach der Partie in der mit 66.000 Zuschauern ausverkauften Allianz Arena, stellte aber zugleich klar. „Es gibt überhaupt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Wir haben auch schon andere Situationen überstanden. Ich bin überzeugt, dass wir es packen in St. Petersburg.“

Ribéry im Nachsetzen

Auch ohne den gesperrten Luca Toni, mit zehn Treffern der Toptorjäger im laufenden Wettbewerb, zeigte der Rekordmeister eine starke erste Halbzeit, in der vor allem in den ersten 30 Minuten „fantastisch gespielt“ wurde (Rummenigge). Ein von Franck Ribéry im Nachschuss verwandelter Foulelfmeter (18. Minute) war der verdiente Lohn für die Münchner, die es jedoch versäumten, in der Folgezeit „das zweite Tor zu machen. Das war das einzige Manko“, so Manager Uli Hoeneß.

Auch Cheftrainer Ottmar Hitzfeld war mit einer spielerisch „sehr guten“ ersten Halbzeit zufrieden, nur die Chancenverwertung bereitete ihm Kopfzerbrechen. „Wir haben einige Konter schlecht gespielt. Wir hatten den Ball zu lange am Fuß und wollten den Ball ins Tor tragen“, kritisierte der 59-Jährige. „Die Entschlossenheit hat zum Teil gefehlt.“

Defizit an Frische

Im zweiten Durchgang machte sich bei den vielbelasteten Münchnern dann der Kräfteverschleiß bemerkbar. „Wir spielen seit Monaten nur noch englische Wochen, da kann man diesen Power-Fußball nicht 90 Minuten spielen“, bemerkte Rummenigge. „Nach der Halbzeit haben wir 20, 25 Minuten geglaubt, haushalterisch mit den Kräften umgehen und das Gas wegnehmen zu können. Das ist nicht gut gegangen“, meinte Hoeneß und erkannte ein „kleines Defizit an Frische.“

St. Petersburg (Rummenigge: „Wir stehen am Ende der Saison, Zenit am Anfang“) nutzte diesen Vorteil für sich und kam - wenn auch sehr glücklich - in der 60. Minute zum 1:1-Ausgleich durch Lucios Eigentor. „Wir haben in der zweiten Halbzeit nicht mehr so nachgelegt, haben zu wenig Entschlossenheit in den Zweikämpfen gezeigt und Zenit zu viel Raum gelassen“, analysierte Hitzfeld, der auch die Qualität des Gegners hervorhob: „Man hat gesehen, dass sie eine Klasse-Mannschaft haben.“

Spiel mit offenem Ausgang

Trotz der Punkteteilung gegen den Tabellen-Zehnten aus Russland blicken die Bayern dem Rückspiel in der kommenden Woche mit großer Zuversicht entgegen. „Wir werden im Rückspiel in Bestbesetzung antreten“, sagte Rummenigge, der vor allem große Hoffnungen auf die Rückkehr von Luca Toni setzt. „Wir haben in der ganzen Rückrunde immer mindestens ein Tor erzielt. Das ist ein Spiel mit offenem Ausgang.“

Hoeneß bezifferte die Chancen auf ein Erreichen des Endspiels auf „Fifty-Fifty. Wir haben Luca Toni dabei, die anderen haben zwei wichtige Spieler gesperrt.“ Ein Nervenspiel wie im Viertelfinal-Rückspiel beim FC Getafe schloss Hoeneß zwar aus („Unsere Mannschaft ist stabiler als vor Getafe“), dennoch richtet er sich auf einen heißen Tanz in der russischen Millionenstadt ein: „Wir werden im Rückspiel eine schöne Schlacht sehen.“

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