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1. Streich Pokalsieg

Bayern nehmen endgültig Triple ins Visier

Es war spät geworden, als Karl-Heinz Rummenigge den gemütlichen Teil des Abends offiziell einläutete. Gegen halb zwei Uhr nachts nahm der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern im Festsaal der Hauptstadt-Repräsentanz von FCB-Hauptsponsor Deutsche Telekom das Mikrofon in die Hand und sagte: „Ich möchte mich bei der Mannschaft und bei Ottmar Hitzfeld bedanken. Wir haben einen tollen und emotionalen Sieg gefeiert, dafür Applaus.“ Rummenigge sah sehr glücklich und auch ein wenig stolz dabei aus.

Konnte er ja auch sein. Mit 2:1 nach Verlängerung hatten die Bayern das DFB-Pokalfinale gegen Borussia Dortmund gewonnen. Es war bereits der 14. Titel in diesem Wettbewerb für die Münchner Rekordpokalsieger bei nun 16 Finalteilnahmen. „Wir haben einen wunderbaren Fußballabend erlebt“, hatte Manager Uli Hoeneß knapp anderthalb Stunden zuvor in den Katakomben des Berliner Olympiastadions gesagt und anschließend betont: „Ich bin ein glücklicher Mensch.“

Dortmund lieferte großen Kampf

„Ich freue mich, weil es ein dramatisches Spiel war, weil alles drin war, was man braucht“, waren die Worte von Trainer Ottmar Hitzfeld kurz nach dem Schlusspfiff gewesen. Bis zur 91. Minute hatte seine Mannschaft durch ein frühes Tor von Luca Toni (13.) in diesem Endspiel in Führung gelegen, ehe Mladen Petric der späte Ausgleich gelang. In der Verlängerung war es dann einmal mehr Luca Toni, der mit seinem vierten Doppelpack in Folge den FCB jubeln ließ.

„Ich denke es war ein verdienter Sieg. Wir hatten ein tolle erste halbe Stunde und dann hat uns Dortmund einen großen Kampf geliefert“, fasste Rummenigge das Spielgeschehen in diesem Finale zusammen, in dem Toni mit seinen Toren und Keeper Oliver Kahn mit einer „klasse Leistung“ (Hoeneß) einmal mehr den Unterschied ausmachten.

Hoeneß zieht den Hut

Es war aber auch ein Sieg des Willens und ein Beweis für die gute Moral der Mannschaft. „Wenn man in der 91. Minute ein Ausgleichstor kriegt, kann man schon die Befürchtung haben, dass die Mannschaft kippt. Das ist aber nicht passiert. Sie haben sich in der Verlängerung sofort wieder gefangen, deswegen muss man vor ihr den Hut ziehen“, sagte Hoeneß, der an all die englischen Wochen zuletzt erinnerte: „Sie haben immerhin 14, 15 Spiele mehr auf dem Buckel als Dortmund.“

„Heute hat man schon gemerkt, dass bei der Mannschaft so langsam die Kräfte nachlassen“, sagte Hoeneß weiter. Fünf Spiele sind es noch in der Bundesliga, wo die Bayern schon am kommenden Spieltag zuhause gegen den VfB Stuttgart vorzeitig den Titel perfekt machen können, und mindestens noch zwei im UEFA-Cup. Da steht schon am Donnerstag das Halbfinal-Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg in der Allianz Arena auf dem Programm. Das Ziel lautet natürlich auch hier Finalteilnahme.

Voller Angriff aufs Triple

„Jetzt wollen wir auch die anderen beiden Titel noch holen“, erklärte Hitzfeld. Rummenigge sieht dafür gute Voraussetzungen. „Wir haben einen Lauf, den muss man hegen, pflegen und weiter laufen lassen. Ich hoffe, Luca hält seine Quote bei. Dann haben wir gute Chancen, nach Manchester zu kommen.“ Vorstandskollege Hoeneß betonte: „Ich bin davon überzeugt, dass wir Meister werden. Wenn wir dann auch noch den UEFA-Cup gewinnen, wäre das eine gigantische Leistung.“ Für die der FC Bayern sicherlich nicht nur von der eigenen Anhängerschaft ganz viel Applaus ernten würde.

Für fcbayern.de in Berlin: Dirk Hauser

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