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Nach Gelb-Rot

Bayern stärken Van Bommel den Rücken

Keine Frage, das Image von Mark van Bommel ist nicht das beste. „Natürlich habe ich einen schlechten Ruf“, weiß er selbst, „ich spiele an der Grenze.“ Genau diese Spielweise macht den Holländer aber so wertvoll für den FC Bayern. Mit seiner körperlichen Robustheit kann er die Mannschaft in entscheidenden Situationen aufwecken und mitreißen. Da gehören Fouls dazu, doch das heißt nicht, dass Van Bommel ein Rüpel auf dem Platz ist. Ganz im Gegenteil. In der Hinrunde dieser Bundesliga-Saison sah der 30-Jährige nur zwei Gelbe Karten.

Nach der Winterpause läuft es für Van Bommel jedoch wie verhext. Im Spiel gegen den VfL Bochum wurde er bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Es waren seine ersten beiden Platzverweise in eineinhalb Jahren Bundesliga. Während Van Bommel die gelb-rote Karte vor sechs Wochen gegen den Hamburger SV noch auf seine Kappe nahm („Es war mein Fehler“) und auch die zusätzliche Sperre wegen einer beleidigenden Geste gegen dem Schiedsrichter akzeptierte, hatte er für die Ampelkarte gegen Bochum nur Unverständnis übrig.

'Kleinlich gepfiffen'

„Aus meiner Sicht waren das nicht zwei gelbe Karten, die zweite Gelbe war für mich nicht einmal ein Foul“, sagte er, nachdem ihn Schiedsrichter Michael Weiner nach 27 Spielminuten zum Duschen geschickt hatte. Auch Uli Hoeneß bemängelte das fehlende Fingerspitzengefühl des Unparteiischen. „Das waren keine Fouls, nach denen man unbedingt eine gelbe Karte zücken muss“, sagte der FCB-Manager, Trainer Ottmar Hitzfeld meinte: „Das war sehr kleinlich gepfiffen. Ich kam mir heute vor wie beim Damenfußball.“

Kapitän Oliver Kahn („Für mich war das keine gelb-rote Karte.“) suchte nach dem Spiel das Gespräch mit Weiner. „Ich habe mich mit dem Schiedsrichter unterhalten. Er hat gesagt, es war die Summe der Fouls, nicht die Bösartigkeit des Fouls. Aus dieser Perspektive ist die gelb-rote Karte nachvollziehbar“, erzählte Kahn, der die rigide Regelauslegung in der Bundesliga kritisierte. „Ich glaube, international wäre er heute nicht vom Platz geflogen. In der Bundesliga sind wir immer noch so ein bisschen auf der Schiene, zu viel abzupfeifen.“

Van Bommel 'gebrandmarkt'

Das sieht auch Hoeneß so. „Gestern Abend habe ich mir Manchester City gegen Chelsea angesehen - da hätte es 35 gelbe Karten geben müssen, wenn Herr Weiner gepfiffen hätte“, sagte er. Hinzu komme, dass Van Bommel besonders im Fokus der Schiedsrichter steht. „Leider werden bestimmte Spieler durch die Medien sehr an die Wand gestellt - und die Schiedsrichter scheinen auch Zeitung zu lesen“, meinte Hoeneß, „ich glaube nicht, dass ein anderer Spieler nach den selben Szenen vom Platz gestellt worden wäre.“

Für Kahn ist Van Bommel „gebrandmarkt. Jeder denkt jetzt: Ah, Foul, ah, Van Bommel, da muss man gleich doppelt und dreifach reagieren“, monierte der FCB-Kapitän. Van Bommel selbst kann dies aber nachvollziehen. „Schiedsrichter sind auch nur Menschen, die auch durch die Presse beeinflusst werden“, sagte er, „ich kann meine Spielweise aber nicht ändern.“

'So bleiben, wie er ist'

Das empfiehlt Kahn dem Holländer auch nicht. „Er soll so bleiben, wie er ist“, sagte der FCB-Kapitän, „wir brauchen so einen Spieler wie Mark, der auch mal ein Zeichen setzt. Er macht ja meistens keine bösartigen Fouls, sondern normale Dinge. Mark muss halt jetzt ein bisschen aufpassen.“

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