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’Die Sahne auf dem Keks’

Bayern wollen mit aller Macht ins Finale

Das Fenster nach Europa - so wurde St. Petersburg in seiner Gründerzeit genannt. Der russische Zar Peter I. ließ die Stadt zu Beginn des 18. Jahrhunderts in dem sumpfigen Mündungsdelta der Newa an der Ostsee errichten, um sein bis dahin vom Westen total isoliertes Reich näher an Europa heranzuführen. Knapp 300 Jahre später soll St. Petersburg für den FC Bayern die Tür zum ersten europäischen Finale seit sieben Jahren werden.

„Man hat selten die Chance, ein Triple zu gewinnen. Deswegen ist dieses Spiel schon etwas ganz Besonderes für uns“, sagte Manager Uli Hoeneß vor dem entscheidenden Rückspiel im UEFA-Cup-Halbfinale am Donnerstag bei Zenit St. Petersburg (ab 18.15 Uhr im Liveticker und im Webradio bei FCB.tv). „Das ist ein einmalige Chance, nach langer Zeit in ein europäisches Finale einzuziehen“, sagte Trainer Ottmar Hitzfeld und kündigte an: „Die Mannschaft wird sich dafür zerreißen.“

Mannschaft heiß aufs Triple

Hochkonzentriert und fest entschlossen, fürs Weiterkommen alles zu geben - so traten die Bayern am Mittwochmorgen am Münchner Flughafen die Reise in die nördlichste Millionenstadt der Welt an. „Es ist gut, dass die Mannschaft so angespannt und konzentriert ist“, sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug. „Zwei Titel haben wir schon, aber die Mannschaft ist heiß auf den dritten.“

„Wir fahren nach Russland, um dort zu gewinnen. Wir sind total überzeugt von uns und werden richtig Gas geben“, versprach Nationalstürmer Miroslav Klose. Das wird auch nötig sein, schließlich hat sich der amtierende russische Meister durch das 1:1 vor einer Woche in München einen kleinen Vorteil erspielt. „50:50“ schätzte Hoeneß danach die Chancen des FCB aufs Weiterkommen ein. „60:40 - wir sind die bessere Mannschaft“, lautete die optimistischere Aussage von Hitzfeld.

Trumpfkarte Luca Toni

Trotz der alles anderen als günstige Ausgangslage - Zenit würde schon ein 0:0 zum Weiterkommen reichen - ist Optimismus durchaus berechtigt. Zum einem haben die Bayern im bisherigen Verlauf des Wettbewerbs bewiesen, dass besonders auswärts mit ihnen zu rechnen ist. Bisher gab es in der Fremde noch keine Niederlage und in jedem Spiel gelang der Mannschaft mindestens ein Tor, in den letzten drei Spielen sogar stolze zehn. „Wir sind auswärts fast stärker als zuhause“, ist sich Hitzfeld sicher.

Zum anderen kehrt bei den Bayern Toptorjäger Luca Toni nach seiner Gelb-Sperre im Hinspiel zurück. „Toni ist wichtig für uns durch seine Präsenz auf dem Platz, aber auch, weil er aus wenigen Chancen ein Tor machen kann“, erklärte Hitzfeld. Zehn sind es bereits in dieser UEFA-Cup-Saison. „Mit Luca sind wir sicherlich stärker“, glaubt auch Hoeneß. Zenit hingegen muss auf drei gesperrte Spieler verzichten, darunter auch „Weltklasse-Mittelfeldspieler“ (Hitzfeld) Andrij Arshavin. „Wir dürfen uns nicht in den Kopf setzen, dass bei Zenit Leute fehlen“, warnte allerdings Klose.

Hitzfeld schöpft aus dem Vollen

Die Bayern können jedenfalls im Petrovsky-Stadion nahezu aus dem Vollen schöpfen. Es fehlt lediglich Hamit Altintop (Mittelfußbruch), Willy Sagnol wurde von Hitzfeld aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen (fcbayern.de berichtete). „Wir werden versuchen, dort selbstbewusst und frech aufzuspielen und das eine oder andere Tor zu machen“, kündigte der Bayern-Coach an. Hitzfeld vertraut in dieser „unheimlich wichtigen Partie“ auch auf die große individuelle Klasse in seiner Mannschaft: „Wir können selbstbewusst in das Spiel gehen.“

„Ich kenne den FC Bayern und weiß, dass wir in großen Spielen immer da sind“, gibt sich Bastian Schweinsteiger optimistisch. „Die ganze Mannschaft hat Lust auf dieses Spiel“, betonte Martin Demichelis. Der Argentinier ist überzeugt: „Wenn wir das Halbfinale gewinnen, sind wir nicht mehr zu stoppen - von keiner Mannschaft.“

Die Glasgow Rangers oder der AC Florenz wären der Gegner im Finale am 14. Mai im City of Machester-Stadium. Mark van Bommel sagte (frei übersetzt aus dem Holländischen): „Der UEFA-Cup wäre die Sahne auf dem Keks.“ Und der FC Bayern hätte sich international endgültig zurückgemeldet. St Petersburg, das Fenster nach Europa - Ottmar Hitzfeld und seine Mannschaft müssen es nur noch aufmachen.

Für fcbayern.de in St. Petersburg: Dirk Hauser

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