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Van Bommel vor dem Rückspiel

'Dann müsste ich eine Karte riskieren'

Mit 31 Jahren gehört Mark van Bommel zu den erfahrensten Akteuren im Kader des FC Bayern. Der Niederländer hat auf Vereinsebene schon fast alles gewonnen, spielte bei renommierten Klubs wie dem PSV Eindhoven und dem FC Barcelona. Mit dem FCB kämpft Van Bommel am Donnerstag beim russischen Meister Zenit St. Petersburg um den Einzug ins UEFA-Pokalfinale. „Wir gehen davon aus, dass wir weiterkommen“, sagte Van Bommel, der als Taktgeber im Mittelfeld den Rhythmus des Pokalsiegers und designierten deutschen Meisters mitbestimmt. Doch gegen St. Petersburg muss er auch aufpassen, denn das mögliche Finale könnte auch ohne ihn stattfinden.

Das Interview mit Mark van Bommel

fcbayern.de: Mark, Du bist einer der erfahrensten Spieler im Kader. Worauf wird es beim Rückspiel in St. Petersburg besonders ankommen?
Mark van Bommel: „Das ist schwierig zu sagen. Wir haben Jungs dabei, die noch nie ein Halbfinale gespielt haben, die auch noch keinen Einsatz in der Champions League hatten. Ich denke, da kann ich als alter Hase bestimmt ein bisschen weiterhelfen, sowohl im Spiel als auch in der Vorbereitung darauf.“

fcbayern.de: Die Ausgangslage ist klar. Nach dem 1:1 im Hinspiel steht Ihr in St. Petersburg unter Druck.
Van Bommel: „Die Situation ist wie gegen Getafe. Wir sind nicht in Vorteil, aber wir haben fast die ganze Saison hindurch guten Fußball gezeigt. Das versuchen wir auch in St. Petersburg wieder. Ich denke, wir können optimistisch in das Spiel gehen, keine Frage. Das 4:1 gegen Stuttgart am Sonntag wird uns sicherlich zusätzlichen Rückenwind geben. Wir gehen davon aus, dass wir weiterkommen.“

fcbayern.de: Zenits Trainer Dick Advocaat kennst Du gut aus gemeinsamen Tagen bei der Nationalmannschaft. Er war am Sonntag im Stadion. Glaubst Du, Ihr habt ihn mit diesem Spiel beeindrucken können?
Van Bommel: „Das glaube ich nicht. Herr Advocaat weiß ganz genau, wie wir spielen und was wir können. Ich habe jedenfalls nicht den Eindruck, dass er seine Mannschaft vor dem Rückspiel als klaren Favoriten sieht. In der Presse wird er sowieso weiter uns die Favoritenrolle zuschieben.“

fcbayern.de: Du selbst gehst nicht unbelastet in das Spiel. Eine Gelbe Karte und in einem etwaigen Endspiel müsstest Du von der Tribüne aus zuschauen.
Van Bommel: „Ich kenne diese Situation bereits aus dem Jahr, als ich mit Barcelona die Champions League gewonnen habe. Da musste ich sechs Spiele bis zum Finale mit der Bedrohung einer Sperre auflaufen. Jetzt ist die Situation auch schon wieder seit sechs Spielen der Fall. Klar hat man das irgendwie im Kopf, aber da muss man einfach ein bisschen weniger Risiko in den Zweikämpfen eingehen.“

fcbayern.de: 90. Minute in St. Petersburg, es steht 2:2. Ein Spieler der Russen läuft auf Euer Tor zu, hat nur noch einen Mann vor sich. Du rennst hinterher. Was machst Du?
Van Bommel: „Dann muss ich wohl das machen, was man in so einer Situation einfach macht und eine Karte riskieren. Es wäre natürlich eine persönliche Tragödie für mich, wenn ich dann im Finale nicht dabei sein könnte, aber wenn man der Mannschaft damit helfen kann, muss man zu so einem Opfer bereit sein.“

fcbayern.de: Du bist holländischer Meister mit Eindhoven geworden, hast mit Barcelona die Meisterschaft und die Champions League gewonnen. Was bedeuten für Dich jetzt die beiden nationalen Titel mit dem FCB, und wo wäre ein UEFA-Cup-Sieg einzustufen?
Van Bommel: „Ein Double ist immer etwas ganz Spezielles. Die Chance, einen internationalen Titel zu gewinnen, hat man vielleicht nur ein, zwei Mal in seiner Karriere. Die Champions League habe ich bereits, jetzt will auch noch den UEFA-Cup holen. Dafür werden wir alle alles tun. Drei Titel in einer Saison wären sicherlich eine Riesengeschichte.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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