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Personalplanungen

'Entscheidend ist nicht der Preis eines Spielers'

19. April 2008. Der FC Bayern gewinnt das Endspiel um den DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund mit 2:1 und hat den ersten von drei möglichen Titeln in dieser Saison eingefahren. „Das war heute der erste Titel, den wir offiziell für uns entschieden haben“, sagte Karl-Heinz Rummenigge nach dem Triumph im Berliner Olympiastadion. Schon bald soll die Meisterschale in die Hände der Münchner übergehen. Und auch im UEFA-Cup steht der FC Bayern im Halbfinale. Möglich ist somit sogar der erste Titel-Triple in der Klubgeschichte des deutschen Rekordmeisters.

Rückblick. Am 21. April verliert der FC Bayern das Bundesligaspiel beim VfB Stuttgart sang- und klanglos mit 0:2 und verspielt damit nicht nur die letzte Chance auf die Meisterschaft, sondern auch fast schon alle Möglichkeiten auf die erneute Teilnahme an der Champions League. Dieser Tag, so haben es die Klub-Oberen der Bayern nachher immer wieder gesagt, war der endgültige Startschuss für einen totalen personellen Neuanfang.

Zehn Zu- und neun Abgänge

Neun Spieler wurden anschließend in der Sommertransferperiode abgegeben und acht neue verpflichtet. Im Winter kamen jeweils noch mal ein Zu- und ein Abgang hinzu. Der FC Bayern investierte dabei wie noch nie zuvor. Alleine für Franck Ribérys Wechsel von Olympique Marseille an die Säbener Straße waren rund 25 Millionen Euro notwenig, auch Miroslav Kloses und Luca Tonis Transfersumme bewegte sich im zweistelligen Millionenbereich.

Eine ähnliche Fluktuation im Bayern-Kader ist nach dieser Saison nicht zu erwarten. „Wir brauchen keine Einkaufstour wie im letzten Sommer. Da waren wir Tabellenvierter, hatten also unsere sportlichen Ziele nicht erreicht und hatten eine Mannschaft, die veränderungswürdig war. Jetzt haben wir eine sehr gute Mannschaft, deswegen haben wir nicht so viele Verstärkungen nötig“, erklärte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Gespräch mit fcbayern.de.

FCB sucht Rensing-Vertreter

Aktuell sieht Rummenigge Handlungsbedarf nur auf der Ersatztorhüter-Position. „Michael Rensing wird der Nachfolger von Oliver Kahn, aber wir brauchen noch einen gestandenen Torhüter der weiß, dass er als Nummer zwei zum FC Bayern kommt.“ Der Bayern-Boss bestätigte Gespräche mit „einigen Kandidaten“.

Rummenigge machte aber auch deutlich, dass darüber hinaus weitere auch kostspielige Transfers nicht ausgeschlossen sind. „Entscheidend ist nicht der Preis eines Spielers, sondern der Fakt, ob er unsere Mannschaft qualitativ weiterbringt. Wenn wir jemanden haben, der aus unserer Sicht sowohl fußballerisch als auch charakterlich gut zu unserer Mannschaft passen würde, dann kann ich mir das durchaus vorstellen.“

Lahm ließ Deadline verstreichen

Mit Jan Schlaudraff zu Hannover 96 steht seit Dienstag der erste Abgang für die neue Saison fest, Tim Borowski kommt zum 1. Juli ablösefrei von Werder Bremen. Inwieweit der FC Bayern auf dem Transfermarkt noch aktiv wird, dürfte wohl auch davon abhängen, ob weitere Spieler ihr Glück zukünftig bei einem anderen Verein suchen wollen oder nicht bereit sind, ihren in naher Zukunft auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern. So wie jetzt Philipp Lahm, bei dem der FC Bayern sein Angebot zur Verlängerung des bis zum 30. Juni 2009 laufenden Vertrages zurückgezogen hat.

„Wir haben uns leider auf keine Verlängerung verständigen können. Philipp wollte sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht entscheiden, dementsprechend haben die Verhandlungen zu keiner Einigung geführt“, berichtete Rummenigge, der eine spätere Einigung aber nicht grundsätzlich ausschließen will. „Aber wir hatten uns eine Deadline gesetzt, zu der gab es jetzt keine Einigung. Wir hatten ihm aus unserer Sicht ein sehr stolzes, ein sehr faires Angebot unterbreitet. Das wollte Phillip im Moment nicht annehmen. Das müssen wir akzeptieren. Wir haben diese Entscheidung gemeinsam gefällt, jetzt wird man sehen, was die Zukunft bringt.“

Vertragsgespräche in aller Ruhe

Rummenigge betonte, dass der FC Bayern gewillt sei, „speziell mit den jüngeren Spielern“ Vertragsgespräche zu führen, „in der Hoffnung, dass wir eine faire Einigung finden werden. Wir haben einige Spieler, deren Verträge im Sommer 2009 auslaufen.“ Neben Lahm sind noch Bastian Schweinsteiger, Christian Lell und Mark van Bommel zu nennen. Rummenigge verspürt dabei aber keinen Zeitdruck: „Wir werden die Dinge in aller Ruhe angehen.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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