präsentiert von
Menü
'Endspiel' in Getafe

FCB freut sich auf großen Europapokalabend

Mit viel Rückenwind und gestärktem Selbstvertrauen geht der FC Bayern in das bislang wohl wichtigste Spiel der Saison beim FC Getafe. Dabei ist die Ausgangslage mehr als klar: Eine Woche nach dem 1:1 im Viertelfinalhinspiel des UEFA-Pokals in München braucht der Rekordmeister am Donnerstagabend (ab 20.30 Uhr im Liveticker und im Webradio bei FCB.tv) mindestens ein Unentschieden mit zwei eigenen Treffern, um in die Vorschlussrunde einzuziehen.

„Das wird ein heißes Spiel, jetzt wird es sehr, sehr schwer“, sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß vor der Partie im nur 16.000 Zuschauer fassenden „Coliseum Alfonso Perez“ vor den Toren Madrids, meinte aber auch: „Ich freue mich drauf.“ Auch Trainer Ottmar Hitzfeld freut sich auf „einen großen Europapokalabend“ in Getafes „Hexenkessel“ und gab sich zuversichtlich, die nächste Runde zu erreichen. „Wir fahren mit einer Portion Wut nach Getafe. Wir können auswärts genauso gewinnen und haben nach wie vor gute Chancen.“

Endspiel auf fremdem Platz

Vier Tage nach dem 3:1-Erfolg in Unterzahl gegen den VfL Bochum schöpft der FCB gerade aus der Art und Weise dieses Sieges „Moral, Kraft und Selbstvertrauen“, wie Mannschaftskapitän Oliver Kahn mitteilte. „Jeder weiß genau, was das für eine schwere Aufgabe wird und man spürt es in der Mannschaft, wie sie konzentriert auf dieses Spiel hinarbeitet“, meinte der 38 Jahre alte Schlussmann und sprach von „einer Art Endspiel auf fremdem Platz.“

Trotz der Punkteteilung im Hinspiel sei der FC Bayern „nach außen hin in der Favoritenrolle“, doch die Partie in München habe gezeigt, über welche Qualität der Tabellen-Elfte der Primera Divison verfügt. „Wenn man sieht, was Getafe für einen Fußball spielt, dann ist das ein absolutes Duell auf Augenhöhe. Da müssen wir uns erstmal durchsetzen“, warnte Kahn. „Wir freuen uns auf eine schöne Europapokalnacht, da ist noch lange nichts verloren. Wir werden da weiterkommen, und wenn’s im Elfmeterschießen ist.“

Das Zepter in die Hand nehmen

Soweit soll es freilich nicht kommen, auch wenn die Belastungen des vergangenen Wochenendes möglicherweise noch in den Knochen stecken. „Das Spiel hat mehr Kraft gekostet, als wir uns vorgenommen hatten. Wir wollten ziemlich ausgeruht nach Getafe fahren, das ist jetzt nicht der Fall. Auf der anderen Seite kommen wir mit einem breiten Kreuz, einer guten Moral. Das kann vielleicht den Kraftverschleiß kompensieren“, sagte Hoeneß.

„Wir sind immer gut für ein, zwei Auswärtstore“, weiß auch Ottmar Hitzfeld um die Qualität seiner Elf, die in Luca Toni (acht Treffer) immerhin den besten Torjäger im laufenden Wettbewerb stellt. Getafe werde „sehr kompakt auftreten“ und versuchen, „das Spiel zu kontrollieren“, so Hitzfeld. Seine Mannschaft müsse da „Geduld haben“, zugleich aber auch „frech sein. Wir müssen unsere Spielphilosophie durchsetzen und versuchen, das Zepter in die Hand zu nehmen.“

Van Buyten fällt kurzfristig aus

Auch Hoeneß glaubt nicht, dass sich die Iberer, die am vergangenen Wochenende beim FC Barcelona einen Punkt ergatterten, „auf ein 0:0 verlassen werden. Die müssen auch gewinnen. Und wir haben bisher auswärts, egal wo, meistens ein Tor geschossen.“ Diese Aufgabe wird neben Toni voraussichtlich auch wieder auf Miroslav Klose zurückfallen, der nach seinem starken Auftritt gegen Bochum wohl wieder in der Startelf stehen dürfte. „Er hat die Reaktion gezeigt, die ich mir erwünscht habe, er hat dazu beigetragen, dass wir den Umschwung gegen Bochum geschafft haben“, lobte Hitzfeld seinen Angreifer.

Gegen Getafe kann Hitzfeld nahezu aus dem Vollen schöpfen. Michael Rensing kehrt nach überstandener Zahn-OP wieder in den Kader zurück, dafür musste Daniel van Buyten seine Teilnahme am Spanien-Trip wegen Knieproblemen kurzfristig absagen. Für ihn wird Breno im Laufe des Mittwochs nach Spanien nachfliegen. Verzichten muss Hitzfeld lediglich auf Hamit Altintop (Mittelfußbruch) und Willy Sagnol (Trainingsrückstand)

Ein gutes Pflaster

Knapp zwölf Kilometer südlich des berühmten Bernabeu-Stadions, wo sich der FCB in den letzten Jahren große Duelle mit Real Madrid geliefert hat, geht es nun also um alles oder nichts. „Vielleicht brauchen wir diese Drucksituation, um unser ganzes Potenzial zu entfalten“, sagte Kahn und ergänzte: „Wir sind Bayern München und müssen uns nicht in die Hose machen, weil wir jetzt nach Getafe fahren.“ Ottmar Hitzfeld beschwor die Geister der Vergangenheit und meinte: „Madrid ist ein gutes Pflaster für uns. Ich bin überzeugt davon, dass wir das Finale erreichen werden.“

Für fcbayern.de in Madrid: Carsten Zimmermann

Weitere Inhalte