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Aufstieg perfekt

FCB-Korbjäger machen ihr Meisterstück

Schon gegen Ende des dritten Viertels begannen die Vorbereitungen auf die Feierlichkeiten. Im Vorraum der Städtischen Turnhalle an der Säbener Straße rüsteten sich fleißige Helfer für den großen Ansturm auf das Paulaner Freibier, indem sie einen Tresen aufbauten, Plastikbecher auftürmten und Bierkästen bereit stellten. Zu diesem Zeitpunkt führten die Basketballer des FCB gegen die HSB Landsberg bereits mit 25 Punkten. Dass da noch was schief gehen konnte glaubten wohl selbst die größten Berufspessimisten nicht mehr.

Am Ende hieß es vor 750 Zuschauern 92:63 (49:30) und die Korbjäger des FCB feierten damit bereits einen Spieltag vor Abschluss der Saison das lang ersehnte Ziel: die Meisterschaft in der Regionalliga und damit den Aufstieg in die zweite Basketball Bundesliga – Pro B.

Guter Auftakt der Bayern

Die Mannschaft war gefordert, denn um die geplante Meisterfeier vor eigenem Publikum tatsächlich durchführen zu können, mussten erst einmal die Landsberger bezwungen werden. Und dass dies kein Spaziergang werden sollte, beweist schon allein das Hinspiel, das in Landsberg mit zwei Punkten Differenz nur knapp gewonnen werden konnte.

Im ersten Viertel zog der Tabellenführer gleich auf 9:3 nach vier Minuten davon und knüpfte dabei an seine zuletzt in Dachau gezeigten Qualitäten an: eine knallharte Verteidigung in Kombination mit schnellem und gewitztem Spiel nach vorne. Doch im weiteren Verlauf fühlte sich die Mannschaft von Trainer Georg Kämpf wohl schon zu sicher und ließ den Schlendrian mitspielen, so dass man sich Unkonzentriertheiten leistete und zu überhastet abschloss.

Josh Mueller schaltet den Turbo

Über drei Minuten verfehlten die Würfe der Gastgeber ihr Ziel, was den gut motivierten Landsbergern die Gelegenheit gab, zweimal auszugleichen (11:11 und 14:14). Erst jetzt konnten die Bayern die Intensität wieder steigern, hierbei tat sich zum Beispiel Anton Kazarnovski hervor, der sich nahezu jeden Defensivrebound schnappte und die gegnerische Wurfversuche in Kornähe wiederholt spektakulär blockte. Mit drei Punkten Vorsprung (19:16) ging man in die erste Verschnaufpause.

Die Sorge der Bayern-Verantwortlichen, dass dies ein nervenaufreibendes und knappes Spiel werden sollte, erübrigte sich spätestens im Verlauf der zweiten zehn Spielminuten, denn hier zeigte der Tabellenführer seine wahre Klasse, indem er sich – angeführt vom „Turbo“ Josh Mueller – auf beeindruckende Weise absetzte und die Fans entzückte. Die Gäste vom Lech hatten dem nicht mehr viel entgegenzusetzen und mussten einen sehr deutlichen 49:30-Rückstand bereits zur Halbzeit verkraften.

Bayern ziehen davon

Die Stimmung in der Halle war prächtig und wurde von den beiden tänzelnden Bayern-Maskottchen in der Halbzeitpause auf witzige Weise aufrechterhalten. Das dritte Viertel begann gemächlicher und plätscherte etwas dahin, aber die Hausherren konnten den Gegner immer auf ungefähr 20 Punkte Abstand halten. Wieder war es jetzt Josh Mueller, der mit seinen Ballgewinnen – teils sogar mit atemberaubenden Hechtsprüngen erzielt – und mit seiner cleveren Spielweise im Angriff für Verzückung auf den Rängen sorgte. 62:44 leuchtete am Ende des Viertels von der Anzeigetafel, und die bestens gelaunten Fans jubelten auf der proppenvollen Zuschauertribüne: „Olé-Bayern-Basketball!“

Das Geschehen im letzten Viertel ist schnell auf den Punkt gebracht: Die Partie erlangte spätestens jetzt den Charakter eines Schaulaufens in Richtung Meisterschaft – dies schien auch der Gegner so zu sehen und anzuerkennen, dass hier und heute nicht der Hauch einer Chance besteht, die vorzeitige Meisterschaft von Bayern München zu verhindern. Die ausgelassenen Fans sangen „Wir sind stolz auf unser Team – FC Bayern!“ und ein Anhänger war dabei zu beobachten, wie er schon drei Minuten vor dem Ende die Schampusflasche schüttelte.

Youngsters kommen zum Zug

Ab jetzt hielt es auch die komplette Bank der Bayern nicht mehr auf ihren Sitzen, alle jubelten und hofften, dass die eingewechselten Youngsters Kevin Schütz und Tobias Korndoerfer einen Korb erzielen würden. Am Ende spielten beide Mannschaften die Zeit herunter, und auch die Höhe des Sieges wurde zur Nebensache. Bayern ist Meister, und Fans, Verantwortliche und Spieler lagen sich in den Armen. Eine tolle und überaus erfolgreiche Saison neigt sich dem Ende entgegen. Diese Mannschaft hat es sich verdient, nächstes Jahr auf Bundesligaebene mitzumischen. Selten wurde an der Säbener Straße so ausgiebig und lange gefeiert, und das Freibier des Sponsors Paulaner floss in Strömen.

Statistik zum Spiel

Bayern München: Mueller (19 Punkte / 3 Dreier), Lang (17/2), Rotim (15/1),
Thomason (15/2), Hübner (15), Kazarnovski (9/1), Gotzler A. (2), Korndoerfer und
Schütz.
Landsberg: Johnson (25/2), Eichler (10/1), Thomas (6), Dunkel (6), Apelt (6), Gervé
(5/1), Teichner (3), Migala (2) und Hountondji.

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