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'Das wird kein Selbstläufer'

FCB vor Balanceakt gegen Getafe

In der Liga auf Meisterschaftskurs, im DFB-Pokal im Endspiel, jetzt will der FC Bayern den Tanz auf drei Hochzeiten auch auf UEFA-Cup-Parkett erfolgreich fortsetzen. „Wir haben das große Ziel, das Finale zu erreichen“, sagte Ottmar Hitzfeld vor dem Viertelfinal-Hinspiel gegen den FC Getafe am Donnerstagabend (ab 20.30 Uhr im FCB-Liveticker sowie im Webradio bei FCB.tv). Um sich in der noch nicht ganz ausverkauften Allianz Arena eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel kommende Woche in Spanien zu schaffen, forderte der FCB-Trainer aber ein anderes Auftreten als zuletzt in Nürnberg. „Wir müssen uns um 30 Prozent steigern. Das ist ein Spiel, in dem wir an die Leistungsgrenze gehen müssen.“

Hitzfeld stellt seine Mannschaft auf einen heißen Tanz gegen den Tabellenzwölften der Primera Division ein. „Das wird kein Selbstläufer. Getafe ist eine spanische Spitzenmannschaft“, betonte er mit Verweis auf die Saisonergebnisse des Madrider Vorortklubs. Sowohl Real Madrid (1:0) als auch den FC Barcelona (2:0) hat das Team von Trainer Michael Laudrup schon geschlagen, wie im Vorjahr glückte der Einzug ins spanische Pokalfinale und auch in der ersten UEFA-Cup-Saison seiner Geschichte konnten der Verein überzeugen. Die Gruppenphase überstand Getafe als Erster vor Tottenham und Anderlecht, danach wurden AEK Athen und Benfica Lissabon souverän aus dem Weg geräumt.

'Schwer, aber lösbar'

„Das kann kein Zufall sein und spricht für die Qualität dieser Mannschaft“, meinte Hitzfeld. Auch bei den Profis des FC Bayern haben Getafes Ergebnisse für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt. „Das wird der schwierigste Gegner, gegen den wir bisher gespielt haben“, glaubt Bastian Schweinsteiger, Franck Ribéry sagte: „Es wird schwierig werden, diese Mannschaft zu schlagen.“

Dennoch gehen die Bayern selbstbewusst in das Duell mit den Spaniern. „Wir haben ein Heimspiel und sind der Favorit“, betonte Schweinsteiger, Hitzfeld bezeichnete Getafe als „eine schwere, aber lösbare Aufgabe“. Vier Mal haben Scouts des FCB den Gegner beobachtet und detaillierte Erkenntnisse nach München übermittelt. Spiel- und laufstark, technisch versiert, diszipliniert, gut organisiert und aggressiv - so erwartet Hitzfeld Getafe, das mit „Selbstvertrauen und Euphorie“ anreise. Chefscout Wolfgang Dremmler warnte zudem im „Bayern-Magazin“ vor den Standards und Kontern der Laudrup-Elf.

Schweinsteiger für Altintop?

Hitzfeld hat aber auch Schwächen beim Gegner ausgemacht. „Sie haben einige Probleme im Abwehrbereich. Das müssen wir ausnutzen“, sagte Hitzfeld, der von seiner Mannschaft forderte, Getafe gar nicht erst ins Spiel kommen zu lassen und über die Flügel Druck zu machen. „Wir müssen die richtige Balance finden zwischen Angriffsfußball und einer stabilen Defensive“, sagte der FCB-Trainer. Ribéry verlangte eine Leistung „wie gegen Wolfsburg oder Leverkusen“.

„Unser Ziel ist es, zu gewinnen und zu Null zu spielen“, meinte Schweinsteiger, der sich auf ein Geduldsspiel einstellt. „Getafe wird nicht unbedingt auf einen Auswärtssieg aus sein“, glaubt er, „es wird nicht leicht sein, Lücken zu finden. Es könnte sein, dass erst ab der 70. Minute etwas passiert.“ Ob Schweinsteiger gegen die Spanier zum Einsatz kommen wird, wollte Hitzfeld einen Tag vor dem Spiel noch nicht bestätigen. „Bastian hat gute Chancen zu spielen“, sagte der FCB-Chefcoach nur.

Van Bommel fraglich

Alternativ zog Hitzfeld auch José Ernesto Sosa als Ersatzmann für den verletzten Hamit Altintop im rechten Mittelfeld in Erwägung. Bangen muss der Trainer noch um den Einsatz von Mark van Bommel (grippaler Infekt), der nicht am Abschlusstraining teilnahm. „Er ist noch nicht wieder hundertprozentig hergestellt“, sagte Hitzfeld und betonte: „Ich werde keine angeschlagenen Spieler einsetzen.“

Zu ernst nimmt der FCB-Chefcoach das Spiel in München, in dem es gilt, sich ein Polster für das Rückspiel kommende Woche im Coliseum Alfonso Pérez zu erarbeiten. Und dort sei es schwierig zu spielen, hat Ribéry von Kollegen in der französischen Nationalmannschaft erfahren. Umso wichtiger ist das Resultat in der Allianz Arena. Lucio sagte: „Ein 1:0 wäre gut, ein 2:0 oder 3:0 wäre perfekt.“

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