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Pokalparty

'Feuer frei' für feucht-fröhliche Bayern

Als die Bayern den DFB-Pokal endlich in Händen hielten, kannte Franck Ribéry kein Halten mehr. Der kleine Franzose schnappte sich den „Pott“ und sauste allen davon in Richtung FCB-Fans. Es war pure Freude, die sich am späten Samstagabend nach dem 14. Pokalsieg des FC Bayern im Berliner Olympiastadion abspielte. Der frisch gebackene Rekordpokalsieger Oliver Kahn (6 Triumphe) wurde unter einer Jubeltraube begraben, Luca Toni und Ribéry schwenkten eine riesige Bayern-Fahne vor der Fankurve, wo schließlich die gesamte Mannschaft hüpfend feierte.

„Der Druck auf der Mannschaft ist dieses Jahr extrem groß ist - und dieser Druck muss manchmal raus. Deswegen sage ich: Lasst heute mal die Sau raus“, sollte Karl-Heinz Rummenigge später in seiner Bankettrede der Mannschaft „Feuer frei“ für eine ausgelassene Siegesfeier geben. Noch im Olympiastadion griff die Mannschaft den Worten ihres Vorstandsvorsitzenden mit Taten voraus.

Bier, Champagner, Wasserbad

Klatschnass verschwanden die Bayern in der Kabine, nach unzähligen Bier- und Champagnerduschen war der Schweiß der vorangegangenen 120 Pokalminuten längst aus den Trikots gewaschen. In der Kabine ging die feucht-fröhliche Party weiter, auch Zeugwart und Physiotherapeuten entkamen dem Überschwang nicht und wurden ins Entmüdungsbecken geworfen.

„Die dürfen heute schon feiern, wenn sie nach 120 Minuten dazu noch in der Lage sind“, ließ auch Uli Hoeneß die Mannschaft nach einem „wunderbaren Fußballabend“ gewähren. Für Ottmar Hitzfeld war der große Jubel sogar Pflicht. „Heute muss gefeiert werden, denn danach gibt es erst einmal nichts mehr zu feiern“, sagte der FCB-Trainer angesichts der noch anstehenden Aufgaben in Bundesliga und UEFA-Cup, „wir haben erst in fünf Tagen wieder ein Spiel, daher können wir heute die Sau rauslassen.“

Zu Gast bei der Telekom

Auf der offiziellen Feier in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom, wo die Bayern auf Einladung ihres Hauptsponsors bereits auf die letzten drei Pokalsiege angestoßen hatten, machte sich in der Mannschaft Entspannung breit. Zusammen mit Ehrengästen wie Bayerns ehemaligem Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, dem ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer genossen die Bayern ein festliches Bankett.

Nach den Jubelszenen im Stadion herrschte hier eine konzentrierte Freude. Denn während der Pokal von Tisch zu Tisch wanderte, waren die Bayern mit dem Kopf bereits bei den kommenden Aufgaben. „Ab morgen werden wir uns auf das Halbfinale am Donnerstag gegen St. Petersburg konzentrieren“, sagte Rummenigge.

Hopfner bewacht den 'Pott'

Erst einmal wurde es aber eine lange Nacht für die Münchner. Bis in die frühen Morgenstunden feierte die Mannschaft zunächst in der Hauptstadtrepräsentanz, später im privaten Kreis. Gegen vier Uhr morgens verließ Vorstandsmitglied Karl Hopfner mit dem Pokal in der Hand die offizielle Party. Am Sonntag gab Hitzfeld trainingsfrei, erst für Montagnachmittag (15.30 Uhr) ist die nächste Einheit angesetzt.

Dann werden die Bayern daran arbeiten, auch in Bundesliga und UEFA-Cup Titel feiern zu können. Der Jubel in Berlin soll nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf ein hoffentlich furioses Saisonfinale. Dann wollen die FCB-Profis keinen mehr mit Bier, Champagner und Entmüdungsbecken verschonen. „Der Vorstand hat sich ja in der Kabine ein bisschen gedrückt“, berichtete Bastian Schweinsteiger, „der eine musste ins Sportstudio, der andere hatte nur einen Anzug dabei. Vielleicht haben wir in dieser Saison ja noch was zu feiern, dann packen wir das.“

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