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Finale gegen Ex-Klub

Hitzfeld: 'Es schließt sich ein Kreis'

Als der FC Bayern zum letzten Mal im DFB-Pokal gegen den BVB gespielt hat, saß er noch auf der anderen Seite - am Samstag trifft Ottmar Hitzfeld in seinem letzten Pokalendspiel nun als Bayern-Trainer auf seinen Ex-Klub aus Dortmund. „Für mich ist das ein Traumfinale, es schließt sich ein Kreis“, sagte der künftige Schweizer Nationaltrainer vor seinem insgesamt vierten Pokalendspiel, wo er mit dem dritten Sieg zu den Rekordtrainern in diesem Wettbewerb aufschließen kann. Karl-Heinz Feldkamp, Hennes Weisweiler, Udo Lattek und Otto Rehhagel konnten auch je drei Mal den DFB-Pokal gewinnen.

Hitzfeld holte bereits 2000 und 2003 mit dem FC Bayern den „Pott“. Begonnen hat seine überaus erfolgreiche Bundesliga-Karriere - am Samstag könnte er den 16. Titel auf deutschem Boden gewinnen und damit alleiniger Rekordhalter vor Udo Lattek (15) werden - aber in Dortmund. 1991 übernahm er nach ersten Trainererfolgen in der Schweiz den Posten beim BVB.

Erfolge auf dem 'Feuerstuhl'

„Als ich dort unterschrieben habe, war Dortmund eigentlich eine Abstiegsmannschaft und der Verein für seinen Feuerstuhl bekannt“, erinnerte er sich. Unter Hitzfeld entwickelte sich die Borussia aber sofort zu einer Gewinnermannschaft. „Vom ersten Tag an haben wir ganz oben mitgespielt“, erzählte der heutige FCB-Trainer, der gleich in seinem ersten Jahr beim BVB beinahe Meister geworden wäre. „Nur vier Minuten haben gefehlt.“

Am letzten Spieltag lag er damals bis zur 86. Minute mit der Borussia an der Tabellenspitze, dann köpfte Guido Buchwald Stuttgart gegen Leverkusen zum Sieg und der VfB verdrängte die punktgleichen Dortmunder aufgrund der Tordifferenz vom ersten Platz. „Damals dachte ich: So ein Mist, jetzt wirst du wahrscheinlich nie mehr in deinem Leben Deutscher Meister.“

Keine Sentimentalitäten

Hitzfeld irrte gewaltig. Zweimal sollte er mit Dortmund noch die Meisterschaft gewinnen (1995, 1996), 1997 sogar die Champions League. Danach schulte er beim BVB um vom Trainer zum Sportdirektor, kehrte jedoch ein Jahr später beim FC Bayern auf den Trainerstuhl zurück. Auch in München prägte er eine der erfolgreichsten Äras der Vereinsgeschichte. Weltpokal, Champions League, vier Deutsche Meisterschaften, zweimal den DFB-Pokal und vier Mal den Ligacup gewann er mit dem FCB. Mit drei weiteren Titeln könnte er seine siebeneinhalb Jahre in München krönen.

Den ersten davon möchte Hitzfeld ausgerechnet gegen den BVB perfekt machen. „Dortmund ist ein Stück meines Lebens und ein Teil meines Herzens ist sicher auch in Dortmund geblieben“, hat er die sieben Jahre bei der Borussia nie vergessen. „Wenn ich das schwarz-gelbe Trikot sehe, das hinterlässt schon immer Emotionen bei mir.“ Sentimentalitäten werde er am Samstag aber nicht zulassen, betonte er.

Abschied mit Titeln

Im Finale zählt für den 59-Jährigen nur der FC Bayern. „Ich denke nicht an Dortmund, sondern nur an Bayern und wie wir das Spiel gewinnen“, sagte er vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Klub, „als Sportler will ich ein Duell gewinnen, da kann ich kein Mitgefühl haben oder auf etwas Rücksicht nehmen.“ So wie er im September 1992 mit Dortmund die Bayern aus dem Pokal gekickt hat (2:2 n.V., 5:4 i. E.), will er jetzt mit dem FCB gegen den BVB die Oberhand behalten. Auch dieser Kreis würde sich damit schließen.

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