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Nach Kritik

Hitzfeld verordnet Sagnol Denkpause

Wenn der FC Bayern am Mittwochmorgen zum UEFA-Cup-Halbfinal-Rückspiel nach St. Petersburg aufbricht, wird Willy Sagnol nicht mit an Bord der Lufthansa-Sonderflugmaschine sein. Der Franzose wurde von Trainer Ottmar Hitzfeld für die Partie beim amtierenden russischen Meister aus dem Kader gestrichen.

„Sagnol wird jetzt erstmal ein bisschen zuschauen. Er geht nicht mit nach St. Petersburg und trainiert hier zwei Mal“, sagte Hitzfeld im Interview mit FCB.tv. Hintergrund des Verzichts auf Sagnol ist dessen Verhalten nach dem Spiel am Sonntag gegen Stuttgart. Der 31-Jährige hatte sich via Presse beschwert, dass er von Hitzfeld im rechten Mittelefeld und nicht als Außenverteidiger aufgestellt worden war.

Hitzfeld wollte Sagnol entgegen kommen

„Auf dieser Position macht es keinen Spaß“, sagte Sagnol, der sich gleichzeitig nach seiner langen Verletzungspause über zu wenig Rückendeckung beklagte. „Ich bin immer noch in einem Loch. Ich habe auf etwas mehr Hilfe gehofft, um da rauszukommen. Ich habe sie nicht erhalten.“

Hitzfeld hielt dem entgegen, dass er Sagnol aufgrund von „körperlichen Problemen“ extra im Mittelfeld aufgeboten hat. „Als Verteidiger ist man öfters letzter Mann und muss in Eins-gegen-Eins-Situationen gehen. Er hat aber die Schnelligkeit und den Spielrhythmus noch nicht. Von daher kam ich ihm entgegen, dass ich ihn überhaupt aufgestellt habe, denn er hat zurzeit keine Berechtigung zu spielen. Es gibt andere Spieler, die weiter sind.“

Sagnol gebeutelt vom Verletzungspech

Hitzfeld wollte seinem langjährigen Wegbegleiter beim FC Bayern aber auch im Hinblick auf die bevorstehende EM „behilflich sein“, Spielpraxis zu sammeln. „Er hat sich inzwischen zwei Mal bei mir entschuldigt, dass er die Aussagen gemacht hat“, berichtete der Bayern-Coach weiter: „Ich habe ihm gesagt, dass er noch härter an sich arbeiten muss, um wieder der alte Willy Sagnol zu werden, den wir alle in sehr guter Erinnerung haben.“

Sagnol hatte sich Anfang April letzten Jahres einen Knorpelschaden zugezogen und nach anschließender Operation erst Ende November sein Comeback bei den Profis gefeiert. Im März musste der Franzose aufgrund eines Bandescheibenvorfalls erneut eine mehrwöchige Zwangspause einlegen. 15 Pflichtspieleinsätze stehen für ihn in dieser Saison bislang zu Buche.

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