präsentiert von
Menü
Gerüstet für Berlin

Hoeneß: 'Das war allererste Sahne'

„Jetzt werden wir Deutscher Meister“, sagte Uli Hoeneß. Und es klang weder nach einer Drohung noch nach einer Kampfansage. Es war schlicht eine Feststellung des Managers, der von der Mannschaft des FC Bayern total überzeugt ist. Selten in all den Jahren zuvor sah man Hoeneß so entspannt in einer Mixed Zone herumschlendern wie in Commerzbank-Arena nach dem 3:1-Erfolg am 29. Bundesliga-Spieltag bei Eintracht Frankfurt.

Fünf Runden vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf Verfolger Werder Bremen komfortable zehn Punkte, so dass man sich nun „voll auf das DFB-Pokalfinale und den UEFA-Cup konzentrieren kann. Die Mannschaft spielt mit großer Moral, daher macht es Spaß ihr zuzusehen“, lobte Hoeneß die Einstellung und Spielweise der Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld. Drei Tage vor dem Endspiel gegen Borussia Dortmund schonte sich der Rekordmeister keinesfalls und bestand die Generalprobe mit Bravour.

Immer wieder Luca Toni

Nach einer mäßigen ersten Hälfte, in der die Eintracht dank des Treffers von Benjamin Köhler in der 29. Minute in Führung gehen konnte, legte der FC Bayern im zweiten Spielabschnitt einen Zahn zu und entführte letztlich verdient durch die Treffer von Daniel van Buyten (60.) und dem einmal mehr überragenden Luca Toni (74./85.) drei Punkte aus der Mainmetropole. Es war übrigens erst der achte Sieg im 38. Spiel, den der FCB in Frankfurt erringen konnte.

Insbesondere Toni drückte diesem Spiel seinen Stempel auf. Innerhalb von einer Woche gelang dem Weltmeister sein dritter Doppelpack. Mit nunmehr 20 Toren führt er die Torjägerliste an und hat auf seinen Verfolger Mario Gomez bereits fünf Tore Vorsprung herausgeballert. „Wenn Frankfurt Luca Toni gehabt hätte, dann wäre ein anderes Resultat möglich gewesen“, sagte Hitzfeld nach der Partie.

Fenins Lattenkracher war der Knackpunkt

Damit spielte der Bayern-Coach auf die zwei Riesen-Chancen der Gastgeber an. Kurz vor der Pause hatte Amanatidis das 2:0 auf dem Fuß, kurz nach der Halbzeit konnte Kahn-Ersatz Michael Rensing einen wuchtigen 16-Meter-Schuss von Martin Fenin gerade noch mit dem Knie an die Latte lenken. „Das war ein Knackpunkt im Spiel. Wir hätten zweimal das 2:0 machen können, haben es aber nicht gemacht“, haderte Frankfurts Coach Friedhelm Funkel mit der Chancenverwertung.

Insbesondere im zweiten Spielabschnitt lieferten sich beide Teams ein tolles Spiel. „In der ersten Hälfte war es noch ein taktisches Spiel, dann war es ein offener Schlagabtausch“, analysierte Hitzfeld die Begegnung. „Die Mannschaft wollte sich hier nicht blamieren und hat sich in der Kabine selbst heiß gemacht“, lobte Hoeneß vor allem die Einstellung des kickenden Personals. „Die zweite Hälfte war allererste Sahne.“

Großes Lob an die Mannschaft

Der Manager war kaum zu stoppen in seinen Lobeshymnen auf das Team. „Die Mannschaft zeichnet aus, dass sie immer Gas geben kann. Dass sie auch nach einem Rückstand nicht aufgibt. Dass sie konzentriert weiterspielt und vor allen Dingen, dass sie bis zum Schluss Tore machen will. Luca Toni will wahrscheinlich auch in der 138. Minute noch Tore machen.“ Vor allem gefiel Hoeneß, dass gegen Frankfurt auch Spieler, die zuvor nicht so oft zum Einsatz kamen, ihre Qualitäten unter Beweis stellen konnten. „Wir haben bewiesen, dass die Mannschaft nicht nur aus drei, vier Spielern besteht.“

So können die Bayern mit breiter Brust die Reise nach Berlin antreten und dann entspannt in die letzten fünf Bundesligaspieltage gehen. „Was die Konkurrenz macht ist nicht mehr so wichtig für uns“, stellte Hitzfeld abschließend fest. Er hätte auch sagen können: Der FC Bayern kann sich eigentlich nur noch selbst schlagen.

Für fcbayern.de in der Commerzbank-Arena Thomas Tamberg

Weitere Inhalte