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Großer Respekt

Laudrup: 'Bayern ist der Favorit auf den Titel'

Mit großem Respekt aber ohne Angst - so in etwa lässt sich der Betriebsreise des spanischen Erstligisten FC Getafe zum Viertelfinal-Hinspiel im UEFA-Pokal beim FC Bayern am Donnerstagabend in der Allianz Arena beschreiben. Trotz der 0:2-Niederlage am vergangenen Wochenende gegen Osasuna Pamplona geht der Tabellen-Zwölfte der „Primera Division“ voller Selbstvertrauen in das erste von zwei Spielen gegen den deutschen Rekordmeister.

„Wir haben Real Madrid und Barcelona geschlagen. Jetzt werden wir versuchen, ein gutes Ergebnis in München zu erzielen, damit wir im Rückspiel zuhause eine Runde weiter kommen“, gab sich Abwehrspieler Mario nach der Landung am Mittwochmittag in München forsch. Pedro Castro, Bürgermeister des 160.000 Einwohner zählenden Vororts im Süden von Madrid, betonte: „Der FC Bayern hat nicht viel Glück gehabt. Sie haben eine große europäische Mannschaft als Gegner“ und tippte auf einen knappen 2:1-Erfolg Getafes.

In drei Wettbewerben vertreten

Etwas zurückhaltender äußerte sich da Michael Laudrup, Trainer der „Azulones“ (Knallblauen), wie Getafe wegen seiner blauen Trikots genannt wird. „Der FC Bayern ist eine der besten Mannschaften in Europa, da gibt es keinen Zweifel. Für mich sind sie von Anfang an der Favorit auf den Titelgewinn“, meinte der frühere Star von Real Madrid und FC Barcelona. Dennoch zeigte er sich „sehr zuversichtlich“, in beiden Spielen die vermeintliche Sensation zu schaffen, „obschon wir um die Qualität des FC Bayern wissen.“

In den vorangegangenen Runden des UEFA-Cups, aber auch in der spanischen Liga, habe sein Team bewiesen, dass „wir mit der Rolle des Außenseiters gut umgehen können.“ Siege gegen Barca oder wie jüngst bei Real Madrid haben sowohl Ansehen als auch Selbstvertrauen des erst 25 Jahre alten Klubs enorm steigen lassen. Als einziges spanisches Team ist Getafe noch in allen drei Wettbewerben vertreten, in zwei Wochen bestreiten die „Azulones“ zum zweiten Mal in Folge das Pokalfinale.

Immer für ein Tor gut

„Ich bin sehr glücklich darüber, was die Mannschaft bislang geleistet hat“, lobte der Däne seine Elf, die bis auf den argentinischen Torhüter Roberto Abbondanzieri und Spielmacher Rubén de la Red weitgehend aus international unbekannten Akteuren besteht. „Wir sind in einer tollen Phase, haben alle drei Tage wichtige, entscheidende Spiele“, so Laudrup, der sein Trainer-Dasein in Getafe sichtlich genießt.

Dazu gehört auch der Auftritt am Donnerstag in der fast ausverkauften Allianz Arena, zu dem seine Mannschaft von 700 einheimischen Fans begleitet wird. „Bayern spielt zuhause und will ein gutes Ergebnis erzielen. Aber sie müssen auch verhindern, dass wir ein Tor erzielen. Das wird sehr schwer, denn bisher haben wir in dem Wettbewerb immer getroffen“, weiß Laudrup um die Qualitäten seiner Elf.

Sorgen in der Defensive

Personell kann „Dänemarks bester Spieler aller Zeiten“ fast aus dem Vollen schöpfen. Die wenigen Ausfälle allerdings haben es in sich: Linksverteidiger Lucas Licht ist gesperrt, Innenverteidiger Cata Diaz verletzt. Fraglich ist obendrein der Einsatz von Kapitän und Manndecker Belenguer, über dessen Spielfähigkeit erst nach dem Abschlusstraining entschieden werden sollte. Im schlimmsten Fall müsste Laudrup also drei Spieler seiner Viererkette ersetzen.

Und das ausgerechnet gegen die Torfabrik des laufenden UEFA-Pokal-Wettbewerbs. „Egal ob Luca Toni, Miroslav Klose oder Lukas Podolski, Bayern hat Stürmer mit großartiger Qualität“, sagte Laudrup. „Die ganze Mannschaft hat Klasse, angefangen bei Oliver Kahn im Tor, Lahm oder anderen Spielern, die jeder kennt. Aber am besten gefällt mir der Franzose, Franck Ribéry“, zollte Laudrup dem Rekordmeister seinen Respekt.

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