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Bayerns 'Winner-Typ'

Toni mit Instinkt und 'Riesenkämpferherz'

Es lief nicht gut für Luca Toni im Coliseum Alfonso Perez von Getafe. Schon nach wenigen Sekunden stand er einem aussichtsreichen Schuss von Franck Ribéry kurz vor der Torlinie im Weg, dann wurde sein Treffer wegen Handspiels nicht anerkannt (8. Minute), später wurde erneut ein Ribéry-Treffer nicht gegeben, da Toni gefoult haben soll (49.). Was er auch machte, Toni schien an diesem Abend kein Glück zu haben - und war nach 120 Minuten dennoch der Held des Spiels. Mit zwei Treffern innerhalb der letzten fünf Spielminuten egalisierte er fast im Alleingang einen 1:3-Rückstand und sorgte dafür, dass der FC Bayern doch noch ins UEFA-Cup-Halbfinale einzog.

„Wir wurden auch belohnt, weil wir Luca Toni in unseren Reihen haben, der ein Riesenkämpferherz hat“, wusste Ottmar Hitzfeld, wem der FC Bayern zu einem großen Teil den Halbfinaleinzug zu verdanken hat. „Toni gibt nie auf und ist ein absoluter Winner-Typ“, war der FCB-Cheftrainer voll des Lobes über den 30-Jährigen, Karl-Heinz Rummenigge bezeichnete ihn als „Matchwinner“.

Vorarbeiter Toni

Toni selbst sprach nach dem Schlusspfiff weniger über sich als über das „unglaubliche Spiel. Ich glaube schon, dass wir das Weiterkommen verdient haben. Wenn man Hin- und Rückspiel zusammennimmt, haben wir uns einfach mehr Chancen erarbeitet“, meinte der italienische Weltmeister, der in Getafe der Vorarbeiter im FCB-Team war.

Unermüdlich stemmte er sich gegen die starke Verteidigung der Spanier, unzählige Male wurden seine Schüsse abgeblockt oder stand er im Abseits. Doch Toni ließ sich von diesen Rückschlägen nicht unterkriegen und hatte am Ende das Glück des Tüchtigen. In der 115. Minute legte ihm Getafe-Torwart Roberto Abbondanzieri den Ball genau vor die Füße und Toni spitzelte die Kugel zum 2:3 ins leere Tor. Fünf Minuten später besorgte er nach Flanke von José Sosa per Kopf sogar noch das 3:3.

Auf der Pole Position

„Der Ball kam aus dem Nichts, ich habe ihn gar nicht gesehen, instinktiv habe ich ihn eingenickt“, sagte er zu seinem Saisontreffer Nummer zehn im laufenden UEFA-Cup-Wettbewerb, durch den er die alleinige Führung in der Torjägerliste übernahm. „Das ist so ein Ball, den bringst du im Training 100 Mal nicht rein, aber genau hier hat es geklappt.“

Dass Toni zudem den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich durch Franck Ribéry (89.) ungewollt eingeleitet hat, rundete die Erfolgsgeschichte des Italieners an diesem Abend ab. Insgesamt war er in den beiden Partien gegen Getafe an allen vier Treffern des FC Bayern beteiligt. Schon im Hinspiel (1:1) hatte er getroffen. 29 Tore in 38 Pflichtspielen lautet seine beeindruckende Zwischenbilanz in allen Wettbewerben, außer im UEFA-Cup steht er auch in der Bundesliga (16 Treffer) auf der Pole Position für den Gewinn der Torjägerkanone. Oliver Kahns Streicheleinheiten nach dem Schlusspfiff in Getafe (siehe Bild) hatte sich der Italiener also redlich verdient.

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