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Zvonko Komes:

'Bayern München war ein Highlight'

Auch im Urlaubsparadies Bali kommt Zvonko Komes nicht ganz zur Ruhe. Von einer Partie Beach-Volleyball kommt er zum Gespräch mit fcbayern.de, die Schweißperlen stehen ihm noch auf der Stirn. Komes ist seit Saisonbeginn Fitnesstrainer beim FC Bayern, zusammen mit Ottmar Hitzfeld wird er den Rekordmeister zum 30. Juni verlassen. Ein bisschen traurig sei er deswegen schon, erzählt der 49-jährige Kroate, aber es überwiege die Dankbarkeit. „Ich hatte die Chance, ein Jahr bei Bayern München zu arbeiten. Das ist phänomenal, ein Highlight in meiner Karriere.“

Dies liege unter anderem an der tollen Zusammenarbeit mit Chefcoach Hitzfeld, sagt Komes, der seit 28 Jahren als Fitnesstrainer tätig ist und beim FC Bayern mit Meisterschaft und DFB-Pokal seine Titel Nr. 12 und 13 gewonnen hat. „Ottmar Hitzfeld war offen für meine Methoden, hat mich immer unterstützt und war immer bereit zur Analyse und zur Diskussion. Ich konnte von ihm auch viel lernen, zum Beispiel wie ein Supertrainer in einem Superverein arbeitet.“

Geprägt von England

Zum FC Bayern gebracht wurde Komes aber von Co-Trainer Michael Henke. Beim 1. FC Kaiserslautern arbeiteten beide in der Saison 2005/06 zusammen. „Michael Henke war sehr zufrieden mit mir in Kaiserslautern. Am Anfang war er zwar ein bisschen skeptisch, weil er dachte, dass wir viele Verletzte kriegen, wenn ich weiter mit so hoher Belastung trainieren lasse. Es passierte aber genau das Gegenteil.“

Komes' Philosophie als Konditionstrainer wurde geprägt von dreieinhalb Jahren, in denen er in der englischen Premier League tätig war. Grundlage seiner Fitnessarbeit „ist ein System, nach dem viele Mannschaften auf der Insel trainieren“, erklärt er, „es dreht sich alles um Schnelligkeit und Explosivität.“ Dass die Mannschaft beim Freundschaftsspiel in Jakarta trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen eine gute Leistung gezeigt habe, zeige den Erfolg der Arbeit. „Wir haben ein hohes Niveau erarbeitet und dieses dann gehalten.“

Individuelles Training

Gleichzeitig geht es Komes auch darum, an den individuellen Schwachpunkten jedes einzelnen Spielers zu arbeiten. „Als Trainer muss man analysieren, in welchen Bereichen man jedem Spieler helfen kann. Wenn ich zum Beispiel weiß, dass ein paar Spieler Probleme mit dem linken Oberschenkel haben, dann lasse ich diese Spieler bestimmte Übungen machen.“

Damit werde das Verletzungsrisiko auf ein Minimum reduziert. „Am Anfang der Saison hatten wir acht verletzte Spieler, jetzt sind fast alle gesund“, ist Komes „sehr, sehr zufrieden“ mit seiner Arbeit. „Jeder Spieler weiß jetzt, wo er verletzungsanfällig ist. Die ganze Mannschaft hat viel gelernt. Darauf bin ich stolz.“

Mit Hitzfeld in die Schweiz

Gespannt ist Komes auf die Konditionsarbeit, die Jürgen Klinsmann künftig beim FC Bayern verrichten wird. „Was Klinsmann machen will, finde ich phänomenal“, erzählt er von einem Gespräch mit Marcelo Martins, der zum neuen Fitnesstrainerstab beim FC Bayern gehören wird. „Was wir gemacht haben, ist nicht weit entfernt von dem, was Klinsmann machen will.“ Das neue Trainerteam werde „eine sehr gute Basis“ vorfinden. „Klinsmann beginnt nicht bei null.“

Komes selbst will weiter in der Bundesliga arbeiten. „Deutschland ist gut für meine Arbeit. Hier ist Ordnung und Disziplin“, sagt er. Im Moment ist er aber noch auf der Suche nach einem neuen Klub. „Ein paar Angebote habe ich schon.“ Die Verbindung zu Ottmar Hitzfeld wird auf jeden Fall erhalten bleiben. Der „General“ wird Komes als Konditionstrainer mit zur Schweizer Nationalmannschaft nehmen. „Wenn wir aus Asien zurück sind, werde ich den Vertrag unterschreiben“, erzählt Komes. Bis dahin genießt er die Zeit auf Bali. Er wurde sogar schon am Pool gesichtet, ganz entspannt.

Für fcbayern.de auf Bali: Nikolaus Heindl

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