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Van Bommels Rückblick

'Die Chemie war von Anfang an da'

Gleich in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern war Mark van Bommel einer der Anführer innerhalb der Mannschaft. Auf fcbayern.de blickt der Holländer zurück auf eine erfolgreiche Saison 2007/08. Im ersten Teil lässt er vor allem die Bundesliga Revue passieren.

Mark van Bommels Saisonrückblick, Teil 1:

„Normalerweise gewinne ich ja immer schon im ersten Jahr bei einem neuen Verein einen Titel, beim FC Bayern hat es ein bisschen länger gedauert. Mit der Meisterschaft, dem Sieg in DFB-Pokal und Ligacup habe ich jetzt 16 Titel in meiner Karriere gewonnen, das ist nicht schlecht. Natürlich ist bei Bayern die Titel-Chance groß, darum ist aber auch der Druck hier so enorm. Vor der Saison hat jeder erwartet, dass wir Meister werden, den DFB-Pokal und den UEFA-Cup holen - umso schwerer wird es dann auch, dies zu erreichen. Dennoch haben wir es geschafft, mit dem Druck gut umzugehen.

Bis auf ganz wenige Spiele hat die Mannschaft überragend gespielt, das war so nicht zu erwarten. Acht neue Spieler sind im Sommer gekommen, neun sind gegangen - so ein großer Wechsel kommt bei einem Verein wie Bayern nicht oft vor, ich selbst habe das auch noch nicht erlebt. Dem Vorstand ist aber das schwierige Kunststück gelungen, Spieler zu holen, die Qualität besitzen und auch gut in die Mannschaft passen. Von Anfang an war die Chemie da, die Stimmung war immer sehr gut, wir haben uns auf und neben dem Platz verstanden, es gab keine Grüppchen - das war der Grundstein zum Erfolg.

Auch auf dem Platz hat man gesehen, dass alle an einem Strang gezogen haben. Schon in der Vorbereitung hatten wir ein gutes Gefühl. Der Sieg im Ligapokal hat das dann bestätigt. Da haben wir gegen Bremen, Stuttgart und Schalke gespielt, also die drei Mannschaften, die in der letzten Saison vor uns standen - und wir haben alle besiegt. Das war ein Zeichen an die Konkurrenz.

Dann kam Burghausen. Wir haben erst neulich in Jakarta darüber in der Mannschaft gesprochen: Burghausen war neben Getafe einer der Knackpunkte der Saison. Nach dem Ligapokal war es das erste „echte“ Spiel der Saison, das kann richtungweisend sein für den weiteren Saisonverlauf. Wenn wir in Burghausen aus dem Pokal rausgeflogen wären, hätte es von Anfang an viel Kritik gegeben. Dank Olli sind wir aber im Elfmeterschießen weitergekommen und auch der Bundesligastart ist dann geglückt.

Erster Höhepunkt war das 4:0 in Bremen am zweiten Spieltag, das war ein super Moment für die ganze Truppe. Insgesamt haben wir die ersten drei Spiele alle zu Null gewonnen. Das hat uns geholfen, die gute Stimmung in der Mannschaft zu erhalten und guten Fußball zu spielen. Erst nach dem 2:1 in Bochum am zehnten Spieltag kamen wir in ein Tief, aber das ist ganz normal für eine Mannschaft mit acht neuen Spielern. Da kommt immer ein Tief, und unseres war gar nicht so groß.

Wir haben in dieser Phase zwar nicht mehr so super gespielt, aber nur ein Spiel verloren (gegen Stuttgart). Zudem hatten wir beim 0:0 gegen Frankfurt und Duisburg einfach auch Pech. Ich glaube, da haben wir jeweils 50 Mal aufs Tor geschossen, aber der Ball wollte einfach nicht über die Linie. In der Tabelle ist uns Bremen immer näher gekommen, nur aufgrund der besseren Tordifferenz wurden wir Herbstmeister. Das hat uns keine Sorgen gemacht, aber wir mussten reagieren und das haben wir in der Rückrunde auch getan.

Wir sind gut aus der Winterpause gestartet. Im DFB-Pokal sind wir gegen Wuppertal weitergekommen, haben gegen Rostock und Hannover gewonnen und gegen Bremen und Hamburg kann man mal unentschieden spielen. Sehr wichtig war der 2:1-Sieg gegen Leverkusen eine Woche nach unserer zweiten Saisonniederlage in Cottbus. Leverkusen war zu diesem Zeitpunkt sechs Punkte hinter uns, der HSV vier. Wir haben an diesem Spieltag beide abgehängt.

Danach lief es von alleine. Gegen Dortmund (5:0), Frankfurt (3:1) und Stuttgart (4:1) haben wir tollen Fußball gespielt, zwischendurch haben wir noch den DFB-Pokal gewonnen. In Wolfsburg haben wir schließlich den Punkt geholt, den wir noch gebraucht haben, um die Meisterschaft drei Spieltage vor Saisonende perfekt zu machen - und das ohne sechs, sieben angeschlagen Spieler. Nach dem vorzeitigen Titelgewinn haben wir die Saison gut zu Ende gespielt, alles gewonnen und auch gut gespielt.“

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