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Blumen zum Abschied

FCB erfüllt seine Pflicht auch in Duisburg

Vor dem Spiel gab es Geschenke für den Meister, nach dem Schlusspfiff Trauer und Tränen beim feststehenden Absteiger. Während sich der FC Bayern auch im zweiten Spiel nach dem vorzeitigen Titelgewinn keine Blöße gab und beim 3:2 (3:0)-Erfolg gegen den MSV Duisburg seine Pflicht erfüllte, bedeutete die elfte Heimniederlage im 17. Spiel für den MSV den erneuten Abstieg nach nur einem Jahr Bundesliga-Zugehörigkeit.

Für Ottmar Hitzfeld gab es vor seinem letzten Auswärtsspiel als Bundesligatrainer einen großen Blumenstrauß der Duisburger Verantwortlichen, Manager Uli Hoeneß bekam sogar ein lebensgroßes rot-weiß-gestreiftes Zebra zum Gewinn des 21. Meistertitels überreicht. Doch die Hoffnungen der Duisburger Fans, der Rekordmeister würde sich ob dieser Gastgeschenke erkenntlich zeigen und dem MSV im Abstiegskampf den einen oder anderen Punkt überlassen, zerplatzten schon kurz nach dem Anpfiff.

Hitzfeld leidet mit dem MSV

Die ohne zahlreiche Leistungsträger wie Franck Ribéry, Luca Toni, Miroslav Klose, Hamit Altintop oder Lucio angetretenen Gäste sorgten durch Andreas Ottl (3. Minute) und Lukas Podolski (18./20.) schnell für Ernüchterung beim Großteil der 31.500 Zuschauer in der ausverkauften MSV-Arena. „Natürlich sind wir traurig, aber das muss man erst mal alles verarbeiten. Letztlich war dieser Abstieg auch ein langer Prozess, wir haben es nicht heute aus der Hand gegeben“, sagte MSV-Trainer Rudi Bommer nach dem Spiel.

„Für Duisburg und die tollen Fans tut mir der Abstieg leid“, sagte Hitzfeld nach dem elften Auswärtssieg seiner Mannschaft und zeigte Anteilnahme am Duisburger Abstieg. Allerdings betonte der 59-Jährige auch: „Sie hätten die Punkte gegen andere Mannschaften holen müssen. Gegen Bayern wird’s dann doppelt schwer.“ Für Hitzfeld war vielmehr wichtig, dass „wir bis zum Ende unser Spiel durchziehen. Wir stehen auch in der Verantwortung gegenüber den anderen Teams.“

Keine Schützenhilfe

Das bestätigte auch Bastian Schweinsteiger. „Wir haben so gespielt, als ob es noch um etwas gehe. Wir verhalten uns fair gegenüber den anderen Mannschaften. Damals haben wir ja auch profitiert, als Unterhaching gegen Leverkusen gewonnen hat“, sagte der Nationalspieler in Anlehnung an die Meisterschaft 1999/2000, als die SpVgg am letzten Spieltag dem FCB Schützenhilfe leistete.

Auf diese musste der MSV allerdings verzichten. „Dass wir nach 20 Minuten schon 3:0 führen, konnte fast keiner glauben, auch ich nicht“, meinte Hitzfeld. Die übernervösen Gastgeber hätten in der ersten Halbzeit „unter Wert gespielt“, analysierte der „General“. Im zweiten Durchgang, als alles schon verloren schien, habe der MSV „dann aber ein sehr gutes Spiel gemacht“, so Hitzfeld weiter.

Pingpong-Tor

Der Lohn waren die Anschlusstreffer durch Mihai Tararache (48.) und Markus Daun (53.), der mit einem kuriosen Tor Bayern-Kapitän Oliver Kahn in seinem letzten Auswärtsspiel überwand. „Das war Pingpong, der geht normalerweise nie rein“, meinte Marcell Jansen. „Da hat der Olli selber auch gelacht“, verriet der Linksverteidiger, stellte aber auch klar: „Die Duisburger können sich nicht beschweren, wenn wir noch zwei, drei Tore mehr schießen.“

So effektiv sich der FCB in Halbzeit eins präsentierte, so nachlässig ging er mit seinen Möglichkeiten im zweiten Durchgang um. Ob Schlaudraff, Podolski, Schweinsteiger oder Sosa – allesamt ließen sie hochkarätige Chancen aus, scheiterten dabei meist am besten Duisburger, Torwart Tom Starke, der den sechsten Abstieg seiner Elf letztlich auch nicht verhindern konnte. „So wie wir uns teilweise präsentiert haben, kann man im Abstiegskampf nicht bestehen“, sagte Starke.

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