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Van Bommels Rückblick

'Getafe war das schönste Spiel der Saison'

Gleich in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern war Mark van Bommel einer der Anführer innerhalb der Mannschaft. Auf fcbayern.de blickt der Holländer zurück auf eine erfolgreiche Saison 2007/08. Im zweiten und letzten Teil schreibt er über den UEFA-Cup, den Abschied von Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld sowie seine eigene Leistung.

Mark van Bommels Saisonrückblick, Teil 2:

„Im UEFA-Cup haben wir uns in der abgelaufenen Saison schwer getan, da haben wir uns durchgewurschtelt. Gegen Belenenses in der ersten Runde haben wir es noch gut gemacht, in der Gruppenphase sind wir aber nur mit Glück Erster geworden. Es ist auch nicht so einfach für Bayern, im UEFA-Pokal zu spielen. Für unsere Gegner ist es immer das Spiel des Jahres, die laufen wie wild - und wir können nur verlieren.

Außerdem hatten wir in der K.o.-Phase auch Pech mit der Auslosung. Manchester United hat jetzt die Champions League gewonnen, die haben nach der Gruppenphase immer zuerst auswärts und dann zuhause gespielt. Auch 2006 mit Barcelona hatten wir dieses Losglück. Bei Bayern hatten wir nur gegen Aberdeen und Anderlecht das Rückspiel vor eigenem Publikum, diese Gegner haben wir auch souverän ausgeschaltet.

Dann kam Getafe. Das 3:3 im Rückspiel in Spanien war das schönste Spiel der Saison, ich werde noch oft daran zurückdenken. Da haben wir Glück gehabt, aber auch einen unglaublichen Siegeswillen gezeigt. Im Halbfinale gegen St. Petersburg haben wir das Weiterkommen schon im Hinspiel zuhause aus der Hand gegeben. Wir führten verdient 1:0 und hätten noch mehr Tore schießen können, am Ende kassierten wir durch ein unglückliches Eigentor aber noch den Ausgleich. Wenn wir 2:0 oder 3:0 gewonnen hätten, wären wir ins Finale gekommen, da bin ich ganz sicher. Beim 0:4 im Rückspiel in St. Petersburg hatten wir einfach einen schlechten Tag gegen einen guten Gegner. Das Ergebnis ist viel zu hoch ausgefallen, aber manchmal hat man einfach solche Spiele.

Noch ein paar Worte zu meiner eigenen Leistung: Ich glaube, ich habe eine sehr konstante Saison gespielt, eine der besten meiner Karriere. Ich habe zwar nicht so viele Tore geschossen (2 in der Liga, 1 im UEFA-Pokal, dazu insgesamt 5 Vorlagen), aber ich war enorm wichtig für die Mannschaft und auch im Verein werde ich sehr geschätzt. Das gibt mir ein gutes Gefühl. Geärgert habe ich mich nur über meine gelb-rote Sperre nach dem HSV-Spiel. Durch eine unbedachte Aktion habe ich da meine Leistung selbst in ein schlechtes Licht gesetzt. Das war sehr doof von mir.

Auch zu Oliver Kahn und Ottmar Hitzfeld, die jetzt Abschied von der Bundesliga nehmen, möchte ich noch etwas sagen. Ich bin sehr stolz, dass ich mit beiden zusammenarbeiten durfte. Wie Olli Fußball lebt, seine Ausstrahlung, wie er als Mensch ist - das hat mir immer gefallen. Er hat zum Abschluss noch einmal eine großartige Saison gespielt und einen würdigen Abschied gehabt. Schade ist es auch, dass Ottmar uns verlässt. Er hat die Mannschaft immer im Griff gehabt und es geschafft, alle zufrieden zu halten. Das ist nicht so einfach bei so vielen Spielern. Sein Abschied ist ein Verlust für den FC Bayern und für die ganze Bundesliga. Aber für ihn ist das der richtige Schritt.

Über Ottmars Nachfolger Jürgen Klinsmann habe ich von den deutschen Nationalspielern bei uns nur Gutes gehört. Es bricht eine neue Zeit an beim FC Bayern, auch ich bin immer offen für neue Ideen, mit denen sich jeder Einzelne und die ganz Mannschaft weiter steigern kann. Unterm Strich dreht sich jedoch immer alles um den Erfolg. Wenn der Erfolg da ist, hat man alles richtig gemacht. Ich hoffe, dass wir in der nächsten Saison an den Erfolg des zurückliegenden Jahres anknüpfen können. Zuerst einmal freue ich mich aber auf Urlaub.“

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