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Meistermanager Hoeneß

'Ich freue mich jetzt auf den Urlaub'

Er blieb als Einziger verschont: Bayern-Manager Uli Hoeneß konnte sich nach dem vorzeitigen Gewinn der 21. deutschen Meisterschaft beim 0:0 in Wolfsburg den kollektiven Weißbierduschen erfolgreich entziehen. Aber nicht nur aus diesem Grund war Hoeneß nach dem Spiel „total zufrieden“, wie er nach der Rückkehr nach München im Interview sagte, sondern in erster Linie wegen einer überragenden Saison, an deren Ende nun drei nationale Titel stehen. „Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir nach dem 31. Spieltag da stehen, wo wir jetzt stehen, hätte ich das nicht für möglich gehalten“, so Hoeneß, der sich nach seinem 16. Meistertitel als FCB-Manager nun vor allem auf eines freut: die Sommerpause!

Uli Hoeneß nach dem Gewinn der Meisterschaft:

Frage: Nach dem vierten Platz im vergangenen Jahr haben Sie den großen Umbruch gewagt, der FC Bayern hat Geld in die Mannschaft investiert wie nie zuvor. Sind alle Hoffnungen aufgegangen?
Uli Hoeneß: „Ich finde, es ist 102-prozentig aufgegangen. Wenn man mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass wir nach dem 31. Spieltag da stehen, wo wir jetzt stehen, hätte ich das nicht für möglich gehalten. Deswegen bin ich - komischerweise sehen das wenige so - total zufrieden, total zufrieden.“

Frage: Wie dankbar sind Sie Ottmar Hitzfeld, der sich nun mit zwei Titeln beim FC Bayern verabschiedet?
Hoeneß: „Ich war immer ein großer Freund und Verfechter von Ottmar Hitzfeld - und das werde ich auch bleiben. Ich bedaure es sehr, dass er aufhört als Vereinstrainer. Wir haben gemeinsam einen Riesenerfolg am Schluss seiner Karriere als Vereinstrainer, und ich wünsche ihm alles Gute für sein Amt als Nationaltrainer in der Schweiz.“

Frage: Wie sehr muss das Team verstärkt werden für die Champions League?
Hoeneß: „Ich sehe das nicht so kritisch. Wir haben ein Spiel richtig schlecht gespielt gegen St. Petersburg, das war eine Momentaufnahme. Ich glaube nicht, dass wir schlecht gerüstet sind für die Champions League. Ich bin überzeugt, dass es in der Champions League manchmal einfacher ist als in St. Petersburg.“

Frage: Hätten Sie gedacht, dass Franck Ribéry oder Luca Toni im ersten Jahr beim FC Bayern so überragend einschlagen würden?
Hoeneß: „Das interessiert mich nicht. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass wir mit so einer Dominanz die Meisterschaft gewinnen, den DFB-Pokal gewinnen, den Ligapokal gewinnen und im UEFA-Pokal im Halbfinale waren. Was die Leute, die uns jetzt so kritisieren nach dem Spiel in St. Petersburg, überhaupt nicht begreifen, ist, dass all' die großen Mannschaften in Europa nicht in drei Wettbewerben gespielt haben wie wir.“

Frage: Eine große Mannschaft wächst auch nicht in einem Jahr. Welches Entwicklungs-Potenzial hat dieses Bayern-Team?
Hoeneß: „Das kann ich Ihnen jetzt nicht sagen. Aber ich bin überzeugt, dass sich diese Mannschaft nächstes Jahr verbessert. Wir werden sicherlich noch ein, zwei Spieler dazuholen. Und dann fühlen wir uns gut gerüstet für das, was auf uns zukommt.“

Frage: Wird es für Jürgen Klinsmann ein schwerer Start, weil etliche Nationalspieler wie Ribéry, Toni oder Klose nun noch die EM vor sich haben und nach dem Turnier ausgelaugt sein werden und erst verspätet in die Vorbereitung auf die neue Saison einsteigen werden?
Hoeneß: „Das ist ja kreuz und quer durch Europa bei allen Vereinen so. Das ist kein spezielles Bayern-München-Problem.“

Frage: Freuen Sie sich also schon auf ein spannendes nächstes Jahr?
Hoeneß: „Ich freue mich jetzt auf den Urlaub.“

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