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Dienstag in Kolkata

Kahns umjubelter Abschied vom Fußball

Egal ob Jakarta, Bali oder Kolkata - wo Oliver Kahn auftaucht, da steht er im Mittelpunkt. Überall sind Dutzende Foto-Handys, TV- und Fotokameras auf ihn gerichtet, alle wollen einmal die Hand des „Titans“ schütteln, sein Autogramm bekommen oder ein Foto mit ihm machen. In Kolkata, wo der Bayern-Torwart nach der Ankunft am Sonntag eine knapp ein Meter große Terrakotta-Figur überreicht bekam, hat sich die Kahn-Euphorie noch weiter zugespitzt. Sobald er in der Öffentlichkeit auftaucht, wird er umringt von Medien und Fans, sein Konterfei schmückt die Straßen der 15-Millionen-Stadt. Kolkata ist im Kahn-Fieber.

Und das aus gutem Grund: In der Hauptstadt des indischen Bundesstaats Westbengalen wird der dreimalige Welttorhüter am Dienstag das letzte Spiel seiner Profikarriere bestreiten. Um 18.15 Uhr Ortszeit ( 14.45 Uhr MEZ, live bei n-tv, Highlights bei FCB.tv) ist Anstoß zum Freundschaftsspiel zwischen dem FC Bayern und Mohun Bagan AC, dem ältesten Verein Asiens.

Vor 120.000 Zuschauern

Den passenden Rahmen für Kahns Abschied wird das 120.000 Zuschauer fassende Salt Lake Stadium von Kolkata bilden, das zweitgrößte Stadion der Welt. Am Dienstag soll es zum ersten Mal seit elf Jahren wieder ausverkauft sein, durchschnittlich rund 20.000 Zuschauer besuchen die Heimspiele Mohun Bagans, einem der erfolgreichsten Klubs der Stadt sowie Indiens. Kahns letzten Auftritt wollen aber alle sehen.

Ein Publikum der Superlative für einen Fußballer der Superlative - das lässt auch Kahn nach fast 21 Jahren Profikarriere und 14 Jahren FC Bayern nicht unbeeindruckt. „Es ist etwas Außergewöhnliches, wenn man vor so einer Kulisse sein letztes Spiel machen darf“, meinte der 38-Jährige, der wie alle Bayern noch nie vor so vielen Zuschauern gespielt hat.

Dankbar und reich beschenkt

„Ich muss mich bedanken für den enthusiastischen Empfang“, sagte Kahn, der in seinem letzten Spiel von den Gastgebern eine Trophäe aus Gold mit 8.640 Diamanten überreicht bekommen wird. „Es ist ein seltenes Privileg, Spieler der Kategorie eines Oliver Kahn zu sehen. Wir sind sehr dankbar“, betonte Utpal Ganguli vom westbengalischen Fußballverband IFA. Kumar Shankar Bagchi, Repräsentant von Veranstalter und Sponsor Bengal Peerless, war „sehr stolz, dass das Abschiedsspiel von Oliver Kahn in Kolkata stattfindet. Ich glaube nicht, dass wir in absehbarer Zeit jemals wieder so ein Spiel bekommen.“

„Viele Länder der Welt wären froh, dieses Event in ihrem Land zu haben“, meinte Uli Hoeneß, der wie alle Bayern vom Gegner und vom indischen Fußball so gut wie gar nichts weiß. „Wir sind neugierig, was der indische Fußball so drauf hat“, sagte Kahn. Bekannt ist lediglich, dass Mohun Bagan einer der erfolgreichsten Klubs der Stadt sowie Indiens ist. In der abgelaufenen Saison der vor einem Jahr neu eingeführten indischen I-League belegte der Verein den vierten von zehn Plätzen.

Elfmeter für Kahn?

Wie der FC Bayern muss auch Mohun Bagan am Dienstag wegen Länderspielabstellungen auf mehrere Leistungsträger verzichten. Als klarer Favorit gilt aber ohnehin der FC Bayern. „Ich bin mir sicher, dass unsere Mannschaft in ihrem letzten Spiel vor dem Urlaub noch einmal alles zeigen wird“, meinte Hoeneß. Michael Rensing sagte: „Wir werden auch dieses Spiel seriös angehen. Wir wollen noch einmal gewinnen und uns nicht verletzen. Dann geht es nach Hause in den Urlaub.“

Darauf wird sich auch Kahn freuen, der am Dienstag die letzte Chance hat, doch noch ein Tor zu erzielen. Vielleicht ergebe sich ja die Gelegenheit per Freistoß, Elfmeter oder nach einem Eckball, meinte der FCB-Kapitän. Da ergriff Uli Hoeneß das Wort und sagte mit einem Augenzwinkern: „Falls der Schiedsrichter einen Elfmeter geben sollte, könnten wir ein Problem bekommen, wer schießen soll.“ Ob Tor oder nicht - Kahn kann sich sicher sein: In den letzten Zügen seiner Profikarriere wird er auf Schritt und Tritt bejubelt werden.

Für fcbayern.de in Kolkata: Nikolaus Heindl

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