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Zwei aus Fünf

Löw heizt Kampf der Stürmer an

Das „Golden Goal“ von Oliver Bierhoff beim Titelgewinn 1996 war das letzte EM-Tor eines deutschen Stürmers - nach zwei Turnieren mit Nullnummern im Angriff soll es bei der EURO 2008 vorne endlich wieder krachen. Mit den beiden Bayern-Stürmern Miroslav Klose und Lukas Podolski sowie Mario Gomez, Kevin Kuranyi und „Joker“ Oliver Neuville ist die „Abteilung Attacke“ der Fußball-Nationalmannschaft so gut besetzt wie lange nicht mehr.

„Vorne haben wir uns enorm verbessert“, bemerkte Abwehrchef Christoph Metzelder. DFB-Kapitän Michael Ballack ist sogar überzeugt davon, dass die Angreifer „den Unterschied“ im harten Wettstreit um die EM-Krone ausmachen können: „In der Offensive entscheiden die individuellen Qualitäten. Fast jede Top-Nation hat mindestens einen Top-Stürmer. Wir sind da gut besetzt“, sagte der frühere Münchner.

Eine schwierige Aufgabe

„Wenn man die Sturmbesetzung mit den letzten Turnieren vergleicht, haben die Trainer eine richtig große Auswahl“, bemerkte der heutige Team-Manager Bierhoff am Freitag in Palma de Mallorca und prophezeite Bundestrainer Joachim Löw trotzdem keine leichte Wahl: „Das wird eine schwierige Aufgabe, Zwei aus Fünf auszuwählen.“

Der Konkurrenzkampf tobte schon im Trainingslager auf Mallorca, bei der EM-Generalprobe am Samstag in Gelsenkirchen gegen Serbien will Löw nochmals den Wettbewerb weiter forcieren: Nachdem sich das Bayern-Duo Klose/Podolski beim 2:2 gegen Weißrussland beweisen durfte, sollen nun der Stuttgarter Gomez und der Schalker Kuranyi eine Chance bekommen.

Klose ist gesetzt

Einen Zwischenstand eine Woche vor dem EM-Auftaktspiel gegen Polen hat Löw nicht benannt: WM-Torschützenkönig Klose führt das Ranking jedoch an, ist vorerst gesetzt. Teamintern wird der 29-Jährige „als absoluter Führungsspieler, der in den Turnieren immer seine Qualität bewiesen hat“ (Metzelder) hoch geschätzt. Und mit 39 Treffern in 75 Länderspielen ist Klose der mit Abstand erfolgreichste Schütze.

Dahinter scheint Gomez seinen Konkurrenten derzeit einen Schritt voraus zu sein. „So, wie er die Saison gespielt hat, traue ich ihm alles zu. Er ist ein perfekter Stürmer, bringt alles mit, was ein großer Stürmer mitbringen muss. Jetzt muss er es bei einem großen Turnier beweisen“, schwärmte Ex-Stürmer Bierhoff in den höchsten Tönen von dem 22-Jährigen, der zwar die wenigsten Länderspiele vorzuweisen hat, aber mit sechs Treffern in neun Partien mit 0,66 die beste Quote gefolgt von Podolski (0,53), Klose (0,52), Kuranyi (0,41) und Neuville (0,13).

Alle wollen spielen

Doch die Konkurrenz gibt sich kämpferisch. Rückkehrer Kuranyi will nach seiner WM-Ausbootung bei der EM nicht nur Bankdrücker sein. „Ich habe mich zurückgekämpft und will alles geben, um Europameister zu werden“, kündigte er an. Das Ziel hat auch Podolski, der gegen Weißrussland stark spielte, Klose das 1:0 auflegte und im Kreise des Nationalteams stets aufblüht.

„Für ihn war die Situation bei Bayern nicht einfach“, sagte Bierhoff angesichts der starken Konkurrenz beim Rekordmeister mit Klose und Torschützenkönig Luca Toni. Doch egal, wer den Stürmer-Fünfkampf gewinnt: Das interne Wettschießen werde fair geführt, versicherte Kuranyi: „Der Kampf wird härter, aber es heißt nicht, dass wir keine Freunde mehr sind.“

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