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Auswärtsspiel Teil 13

Oliver Kahns Erinnerungen an Wolfsburg

Es ist seine 21. Profisaison und zugleich seine letzte. Mit 38 Jahren hat Bayern-Kapitän Oliver Kahn das Ende seiner langen und überaus erfolgreichen Sportlerkarriere vor Augen. Weit über 500 Bundesligaspiele hat der dreimalige Welttorhüter des Jahres in den letzten 20 Jahren bestritten, die Hälfte davon in des Gegners Stadion. Vor seinen 17 letzten Auswärtsspielen in der Bundesliga blickt Kahn auf fcbayern.de noch einmal auf den jeweiligen Gegner zurück und erinnert sich an besondere Augenblicke, skurrile Situationen, aber auch an sportlich emotionale Momente. Dreizehnte Station: Wolfsburg.

Kahns Erinnerungen an den VfL Wolfsburg:

„Sehr gerne erinnere ich mich an unsere Spiele in Wolfsburg, das ja erst seit 1997 in der Bundesliga spielt und sich seitdem zu einer festen Größe in der ersten Liga etabliert hat. Sehr gerne deshalb, weil wir in Wolfsburg fast immer als Sieger vom Platz gegangen sind. Dabei sind mir sportlich vor allem zwei Partien im Gedächtnis geblieben: Unser Sieg in der zweiten Runde des DFB-Pokals 1997/98 sowie unser Meisterstück in der Saison 2002/03. Doch der Reihe nach.

Der VfL war gerade in die Bundesliga aufgestiegen, als wir in der zweiten Pokalrunde dort antreten mussten. Wir waren wie immer der erklärte Favorit, Wolfsburg hatte dagegen nichts zu verlieren. Und es war ein verrücktes Spiel, in dem der VfL schon mit 2:0 führte, ehe wir durch Giovane Elber und Alexander Zickler ausgleichen konnten. Fünf Minuten vor Schluss brachte uns Michael Tarnat mit 3:2 in Führung, doch drei Minute später gelang Wolfsburg der Ausgleich. Es ging in die Verlängerung und ins Elfmeterschießen, wo Thomas Strunz gleich mit dem ersten Schuss scheiterte. Glücklicherweise konnte ich dann einen Elfmeter von Billy Reyna parieren, danach verschoss auch Roy Präger, während bei uns alle weiteren Schützen trafen und wir in die nächste Runde einzogen. Am Ende holten wir auch den Pokal im Endspiel gegen den MSV Duisburg.

Das zweite Spiel war am 30. Spieltag der Saison 2002/03. Wir reisten mit elf bzw. zwölf Punkten Vorsprung auf den VfB Stuttgart und Borussia Dortmund als Tabellenführer nach Wolfsburg, wo wir durch Tore von Elber und Claudio Pizarro mit 2:0 gewannen. Da sowohl Stuttgart als auch Dortmund nur unentschieden spielten, wurden wir in Wolfsburg vorzeitig Deutscher Meister. Eine Konstellation, die uns auch an diesem Wochenende bevorsteht. Ein Punkt würde uns ja bereits reichen, und ich bin sicher, dass wir zumindest mit diesem einem Punkt auch die Heimreise antreten werden.

Von der emotionalen Seite ist mir allerdings ein anderes Spiel in Wolfsburg in bleibender Erinnerung geblieben. Im Januar 2003 haben wir im Rahmen der Wintervorbereitung ein Benefizspiel zu Gunsten der Krzysztof-Nowak-Stiftung absolviert. Der frühere VfL Profi Nowak, der unheilbar an der Nervenkrankheit ALS erkrankt war, konnte dieses Spiel nur noch an der Seitenlinie im Rollstuhl miterleben. Etwas mehr als zwei Jahre später ist Nowak an den Folgen seiner Krankheit verstorben. In solchen Momenten wird einem wieder einmal bewusst, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt als der Kampf um Tore, Punkte oder Meisterschaften.“

Bilanz: 7 - 2 - 2; 19:11 Tore

Nächste (und letzte) Station: Duisburg

(Anm. d. Red.: Aufgrund einer Ellenbogen-Verletzung und einer internen Sperre konnte Oliver Kahn die Auswärtsspiele in Bochum, Dortmund und Berlin nicht bestreiten.)

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