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Hoeneß zufrieden

'Wir haben alle Ziele erreicht'

Sie war relativ schnell verflogen, die Enttäuschung über die 0:4-Pleite beim russischen Meister Zenit St. Petersburg im Halbfinal-Rückspiel des UEFA-Pokals. „Ich bin etwa 20 Minuten traurig gewesen - und jetzt ist es schon wieder vorbei“, sagte Manager Uli Hoeneß nach der höchsten Europapokalniederlage des FC Bayern seit 1991 (2:6 in Kopenhagen), die zugleich auch alle Träume des Rekordmeisters auf das Erreichen des Endspiels am 14. Mai in Manchester zunichte machte. In den Katakomben des Petrovskiy-Stadions fand Hoeneß vielmehr lobende Worte für die Mannschaft, die in der ablaufenden Saison „alle Ziele erreicht“ hat.

Uli Hoeneß nach dem Spiel in St. Petersburg

Frage: Uli Hoeneß, wie sprachlos sind Sie nach diesem 0:4-K.o. im UEFA-Pokal-Halbfinale gegen Zenit St. Petersburg?
Uli Hoeneß: „Ich bin überhaupt nicht sprachlos. Ob wir 1:0, 3:0 oder 4:0 verlieren, ist mir ziemlich wurscht. Wir sind ausgeschieden, das ist Fakt. Aber man konnte nicht erwarten, dass die Mannschaft nochmal so einen Kraftakt schafft wie in Getafe oder auch beim Pokal-Endspiel gegen Dortmund. Wir hätten in Führung gehen müssen. Auch der Ausgleich zum 1:1 und der Anschluss nach dem 0:2 waren noch möglich. Aber nach dem 3:0 war mir klar, dass es dieses Mal vorbei ist, weil die Mannschaft mit den Kräften am Ende ist - vor allem im Kopf.“

Frage: Was sagen Sie zur Leistung von St. Petersburg?
Hoeneß: „Der Gegner hat in der ersten Halbzeit nicht so gut gespielt. Als er das 3:0 gemacht hatte, hat er uns vorgeführt. Aber das war normal. Sie hatten dann den Platz, den sie brauchten für ihr Spiel.“

Frage: Kann diese Niederlage die gesamte Saison trüben?
Hoeneß: „Überhaupt nicht. Ich bin hochzufrieden mit dieser Saison. Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. Wir haben aus meiner Sicht alle unsere Ziele erreicht. Es gibt kaum eine Mannschaft, die drei Titel gewinnt. Ich bin etwa 20 Minuten traurig gewesen - und jetzt ist es schon wieder vorbei.“

Frage: National ist man ja unangefochten...
Hoeneß: „Ach, hören Sie mir doch auf mit dem national und international. Das lasse ich mir nicht einreden, dass wir international keine Rolle spielen. Unsere Mannschaft ist müde - basta!“

Frage: Ist es trotzdem enttäuschend, dass der Traum von drei Titeln, vom historischen Triple zuende ist?
Hoeneß: „Das ist so ein Ereignis der Medien, Triple, Viertel, Quarterback, das interessiert mich alles überhaupt nicht. Wir haben zwei Titel gewonnen, wir sind nächstes Jahr in der Champions League, wo wir schon lange wieder hingehören. Und alles andere ist mir ziemlich egal.“

Frage: Glauben Sie, dass bei der Mannschaft die Enttäuschung auch wieder aus den Köpfen ist, wenn der Meistertitel an diesem Wochenende endgültig eingefahren werden sollte?
Hoeneß: „Wie gesagt: Man ist natürlich enttäuscht, wenn man ein Fußballspiel verliert, wenn man einen Traum verliert mit diesem Triple. Aber ich muss ehrlich sagen: Wir sollten uns alle nicht verrückt machen jetzt. Wenn wir vor der Saison gesagt hätten, wir stehen jetzt hier im Halbfinale des UEFA-Pokals und haben zwei Titel im Kreuz, dann hätten wir gesagt: 'Das nehme ich sofort.'“

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