präsentiert von
Menü
Erfolgreiche Asienreise

'Wir haben viele Freunde gewonnen'

Zu guter Letzt war selbst das zweitgrößte Stadion der Welt zu klein für den FC Bayern. 120.000 Menschen waren am Dienstag ins Salt Lake Stadium von Kolkata geströmt, um den deutschen Rekordmeister zu sehen, 20.000 weitere standen vor verschlossenen Türen rund ums Stadion, sie passten einfach nicht mehr hinein. „Das habe ich nicht für möglich gehalten. Speziell hier in Indien ist die Begeisterung unglaublich“, sagte Uli Hoeneß zur Euphorie, die der FCB auf seiner neuntägigen Asienreise ausgelöst hat.

In Kolkata, der „Stadt der Freude“, erklomm der Enthusiasmus rund um den FC Bayern den Gipfel. Nur mit Mühe bahnte sich der Mannschaftsbus der Münchner nach dem 3:0-Sieg im abschließenden Freundschaftsspiel gegen Mohun Bagan einen Weg durch die feiernden und glücklichen Menschenmassen, mehrere Kilometer lang bereiteten die Fans den Bayern einen umjubelten Abschied.

Hoeneß dankt der Mannschaft

„Ich bin total erstaunt über diese Welt. Ich war schon oft in Asien, aber so etwas wie in Jakarta oder in Kolkata sind gewaltige Eindrücke“, staunte Ottmar Hitzfeld über die Reaktionen, die der FC Bayern in Südostasien ausgelöst hat. „Auch die Spieler waren beeindruckt. Es hat ihnen sehr viel Spaß gemacht, hierher zu reisen“, sagte der FCB-Cheftrainer.

Von einem „Riesenerfolg“ der Asienreise sprach Uli Hoeneß, als die Mannschaft nach dem letzten Spiel einer langen Saison mit einem Glas Champagner auf die zurückliegenden Tage anstieß. Noch vor dem Abflug nach München hatte der FCB-Manager die Mannschaft im Charterflieger um sich versammelt, um ihr für ihr Auftreten in Asien zu danken. „Wir haben nicht nur zwei Spiele gewonnen, sondern auch viele Freunde für den FC Bayern und den deutschen Fußball“, meinte er.

Kahn würdig verabschiedet

Vor der Partie in Kolkata waren die Münchner bereits in Jakarta gegen die indonesische Nationalmannschaft angetreten (5:1), hatten unter anderem mit Kindern und Jugendlichen trainiert und ein Krankenhaus besucht. Zwischendurch konnten Mannschaft und Verantwortliche zudem knapp drei Tage lang auf der Urlaubsinsel Bali ausspannen. „Es war eine tolle Sache, wir haben hier großartige Eindrücke gewonnen“, sagte Hoeneß, „die Mannschaft hat sich sehr diszipliniert verhalten und unter schwierigen Bedingungen auch sehr gut gespielt.“

Ganz besonders waren die Bedingungen für Oliver Kahn, der wie kein anderes Mitglied der FCB-Reisegruppe überall frenetisch gefeiert wurde. Bei seinem letzten Profispiel in Kolkata bereiteten ihm die Gastgeber einen mehr als würdigen Abschied. Der FCB-Kapitän wurde mit Geschenken überhäuft - darunter ein mit 8.640 Diamanten besetzter Miniatur-Ball sowie ein Motorroller - und wurde von 120.000 Menschen bejubelt. „Ich glaube, Oliver Kahn wird noch lange an diesen Tag denken“, meinte Hoeneß.

Auch Hitzfeld sagt 'Servus'

Kahn selbst fand es „großartig“, noch einmal „vor so einer Kulisse“ gespielt zu haben. Alles in allem nahm er seinen Abschied als Fußballprofi aber „relativ easy. Ich bin ein Mensch, der wahrscheinlich erst in einigen Wochen ein bisschen Wehmut verspüren wird“, sagte er, nachdem er in der 55. Minute seinen Platz im Tor für seinen Nachfolger Michael Rensing geräumt hatte.

„Ich freue mich für Oliver, dass er hier den Abschied bekommen hat, den er verdient“, sagte Hitzfeld, der in Kolkata ebenfalls sein letztes Spiel für den FC Bayern erlebte. „Es war ein schöner Abschluss“, sagte der Cheftrainer, der nach insgesamt siebeneinhalb Jahren beim FCB zur Schweizer Nationalmannschaft wechselt. „Ich durfte eine sehr erfolgreiche Zeit bei Bayern gestalten, dafür bin ich sehr dankbar. Ich bin aber auch sehr froh, dass ich diese Verantwortung und diesen Druck jetzt nicht mehr habe. Jetzt freue ich mich auf meine neue Aufgabe.“

Im Juli nach Tokio

Vorfreude herrscht auch beim FC Bayern, denn nach Asien ist vor Asien. Schon in zwei Monaten wird der Rekordmeister wieder nach Fernost reisen. „Im Juli werden wir in Tokio ein Spiel gegen Urawa Red Diamonds machen“, kündigte Hoeneß an. Zunächst einmal ist aber Urlaub angesagt. „Die neun Tage waren sehr schön, wir waren alle mit Spaß bei der Sache, aber jetzt will ich zu meiner Familie nach Hause“, sagte Zé Roberto. Hoeneß meinte: „Den Urlaub haben wir verdient und auch nötig.“

Für fcbayern.de in Kolkata: Nikolaus Heindl

Weitere Inhalte