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Deutschland gegen Polen

Brisantes Duell für Klose und Podolski

Auf ihre polnischen Kommandos müssen Lukas Podolski und Miroslav Klose am Sonntag verzichten. Denn beim EM-Auftaktspiel zwischen Deutschland und Polen werden Zurufe wie „lewo“ (links), „prawo“ (rechts) oder „dawaj“ (spiel ab) verstanden. „Ich habe ein polnisches Herz“, gestand Lukas Podolski, der wie Miroslav Klose immer wieder die Verwandten in Osteuropa besucht. Beide FCB-Angreifer wurden wie auch Ex-Bayer Piotr Trochowski östlich der deutschen Grenze geboren - für sie ist die Partie am Sonntag im Klagenfurter Wörtherseestadion gleich mehrfach ein ganz besonderes.

Doch so sehr das Trio noch an seiner Heimat hängen: Während der 90 Minuten von Klagenfurt wird die Vergangenheit keine Rolle spielen. „Wenn das Spiel losgeht, will ich gewinnen“, sagte Podolski, der sich mit Klose gern auf Polnisch verständigt. Während der Hamburger Trochowski bei der EM-Premiere wahrscheinlich nur auf der Ersatzbank Platz nehmen wird, dürften die beiden Münchner als Stammkräfte gesetzt sein.

Sturm 'Polen 1'

Gegen ihr Geburtsland wartet das so erfolgreiche Duo - Klose traf in 75 Spielen 39 Mal, Podolski erzielte in 48 Partien 25 Treffer - allerdings noch auf sein erstes Tor. Beim 1:0 im WM-Sommermärchen 2006 half den beiden beim Spiel der Emotionen mit Oliver Neuville ein gebürtiger Schweizer aus der Klemme, vorher gab es das brisante Duell für sie noch nicht.

Nicht jeder polnische Fan ist erfreut, dass sich die in Oppeln (Klose), Gleiwitz (Podolski) und Tczew (Trochowski) geborenen DFB-Profis gegen ihre Wurzeln und für den Rivalen im Westen entschieden haben. Auch Polens Nationalcoach Leo Beenhakker bedauert die vor langer Zeit in der Kindheit der Kicker getroffene Entscheidung, vor allem der Sturm „Polen 1“ fehlt ihm. „Beide in der polnischen Nationalelf zu haben, wäre natürlich schön. Aber man muss das akzeptieren“, sagte Beenhakker.

Party nach dem Spiel

Zu seinem 23. Geburtstag in dieser Woche wünschte sich „Poldi“, der am heimischen Fernseher viele polnische Spiele sieht und als Experte fast schon Urs Siegenthaler Konkurrenz macht, einen Sieg. Und auch Klose will sich mit drei Punkten auf seine Party einstimmen: An Bord das Charter-Fliegers von Klagenfurt zurück Richtung Ascona möchte er in der Nacht am liebsten als Torschütze und Gewinner in seinen 30. Geburtstag reinfeiern. Beim WM-Eröffnungsspiel vor zwei Jahren gelangen ihm zum Ehrentag gleich zwei Treffer - ein gutes Omen.

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