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Klinsmanns Team

Christian Nerlinger, der Teammanager

Damit hatte Christian Nerlinger wirklich nicht gerechnet. Schließlich hatte er sich schon vor über zwei Jahren aus dem Fußballgeschäft verabschiedet und seine weiteren beruflichen Werdegang nach der Profi-Karriere längst fest geplant. Doch als Jürgen Klinsmann plötzlich bei ihm am Telefon war und seinem ehemaligen Münchner Mitspieler - zusammen gewannen sie den UEFA-Cup (1996) und die deutsche Meisterschaft (1997) - ein Jobangebot unterbreitete, zögerte Nerlinger keine Sekunde mit der Zusage.

„Es ist eine Riesenchance für mich, in dieser äußerst interessanten Phase dabei zu sein“, erklärt Nerlinger. Der 35-Jährige wird am 1. Juli die Stelle des Teammanagers beim FC Bayern antreten, bei dem Verein, bei dem er zu Beginn der 90er Jahre sein Debüt in der Bundesliga feierte. „Ich habe viele gute Erinnerungen an die Säbener Straße“, sagt Nerlinger im Gespräch mit fcbayern.de und berichtet, wie er als 15 Jähriger erfolgreich ein Probetraining absolvierte: „Das weiß ich noch wie heute.“

FC Bayern eine Herzensangelegenheit

Eine „große Emotionalität“ habe er zu diesem Verein aufgebaut, „Ich bin hier groß geworden. Bei keinem anderen Arbeitgeber der Welt hätte ich in dieser Phase meines Lebens einen Beruf aufgenommen.“ Nerlinger studiert zurzeit internationale Betriebswissenschaften an der Munich Business School und war überhaupt nicht darauf ausgerichtet, in den Fußball zurückzukehren. Doch dann kam Klinsmanns Anruf.

„Es war sehr überraschend für mich, als sich Jürgen bei mir gemeldet hat. Er war sehr gut informiert über das, was ich gerade mache. Wir haben uns ausgetauscht und dann hat er mich ziemlich schnell gefragt, ob ich mit ihm zusammenarbeiten möchte“, berichtet Nerlinger, der sich zuvor eigentlich für ein Praktikum bei Uli Hoeneß beworben hatte. „Dass daraus dann eine Festanstellung wurde ist natürlich eine schöne Sache für mich.“

Nerlinger erster Ansprechpartner

Als Teammanger wird Nerlinger nun zum FC Bayern zurückkehren und einen Posten einnehmen, den es so vorher beim Rekordmeister noch nicht gab. „Diese Position ist in Deutschland noch nicht sehr verbreitet. In England und in anderen Ligen ist das aber schon seit längerem gang und gäbe“, erklärt Nerlinger, der nach seiner Münchner Profi-Zeit und drei Jahren bei Borussia Dortmund (1998 bis 2001) bis 2004 wertvolle Auslandserfahrung beim schottischen Traditionsklub Glasgow Rangers sammelte. Im Dezember 2005 musste er nach mehreren Verletzungen seine Spieler-Karriere beim 1. FC Kaiserslautern beenden.

Der Ex-Spieler Nerlinger soll „alle Dinge, die die Mannschaft und den Trainerstab außerhalb des sportlichen Bereiches betreffen, koordinieren. Ich bin der erste Ansprechpartner und bündle alle Anfragen“, beschreibt der sechsfache Nationalspieler seine zukünftige Aufgabe. „Außerdem fällt mein Tätigkeitsbereich noch mit in die Persönlichkeitsentwicklung der Spieler.“ Und die steht unter dem neuen Trainer Jürgen Klinsmann ganz besonders im Fokus.

Das Studium geht weiter

Für die eigene Persönlichkeitsentwicklung ist es Nerlinger wichtig, das angefangene Studium auf alle Fälle zu Ende zu bringen. „Auch wenn das sicherlich eine große Belastung für mich wird.“ Ein Dreivierteljahr braucht der gebürtige Dortmunder, der vor sieben Monaten erstmals Vater wurde, in etwa noch bis zur Abschlussarbeit.

„Nach meiner Karriere habe ich eine neue Herausforderung im akademisch-wissenschaftlichen Bereich gesucht. Das war für mich persönlich ein ganz wichtiger Schritt und im Nachhinein eine gute Entscheidung“, betont Nerlinger. Dasselbe erwarte er nun auch von seiner Rückkehr zum FC Bayern. Nerlinger sagt: „Ich bin stolz, gerade jetzt dabei zu sein.“

Für fcbayern.de berichtet: Dirk Hauser

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