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19 Tage bis Trainingsstart

Klinsmann hat seine Spieler im Blick

Noch genau 19 Tage, dann ist es soweit: Der FC Bayern startet nach vierwöchiger Sommerpause unter seinem neuen Trainer Jürgen Klinsmann wieder mit dem Training. Die Vorbereitung auf die Saison-Vorbereitung läuft auf Hochtouren, nicht nur an der Säbener Straße, wo im Dauerbetrieb die Fertigstellung des neuen Leistungszentrums vorangetrieben wird.

Aber nicht nur in München, auch im fernen Kalifornien, dem Noch-Wohnsitz von Klinsmann, wird akribisch auf den 30. Juni hingearbeitet. „Wir arbeiten seit Januar mit viel Elan daran“, sagte Klinsmann im Exklusiv-Interview mit fcbayern.de. Dabei verriet der ehemalige Bundestrainer, dass er momentan viel Zeit vor dem Fernseher verbringt, denn immerhin nehmen allein zehn Akteure seines Kaders an der Euro 2008 teil.

Das Interview mit Jürgen Klinsmann

fcbayern.de: Herr Klinsmann, wo und wie verfolgen Sie die EM?
Jürgen Klinsmann: „Ich habe bisher alle Spiele in voller Länge im Fernsehen gesehen. Das ist die effektivste Möglichkeit. Wenn ich als ehemaliger Bundestrainer in die Stadien gehen würde, wäre das nicht so sinnvoll: Es würde nur Diskussionen um mich geben. So kann ich die Spiele in Ruhe sehen und gelassen analysieren.“

fcbayern.de: Und wie sind die Erkenntnisse, nachdem jede Mannschaft jetzt einmal gespielt hat?
Klinsmann: „Das Turnier bietet bisher alles, was es bei einer solchen Veranstaltung immer wieder gibt. Gute Spiele, schlechte Spiele. Favoritensiege, Favoritenstürze. Tolle Mannschaften wie Holland, Spanien oder Portugal. Bisher enttäuschende Spiele von Frankreich oder Italien. Aber auch wenn es banal klingt: Man sollte keine ultimativen Urteile treffen. Nach den ersten Spielen bei der WM war auch nicht zu erwarten, dass Italien am Ende Weltmeister wird. Interessant ist, dass jede Mannschaft, die in Führung gegangen ist, auch gewonnen hat. Das heißt: Es wird beim Fußball immer wichtiger, mit Schwung, Elan und Körpersprache auf diese Führung zu drängen, anstatt das Ergebnis zu verwalten.“

fcbayern.de: Und was sagen Sie zur deutschen Mannschaft?
Klinsmann: „Erst einmal ein dickes Kompliment an Joachim Löw, das Trainerteam und auch an die Spieler. Die leisten eine erstklassige Arbeit. Sie haben ein tolles, positives Auftreten und auch eine dementsprechende Spielweise. Es macht großen Spaß, ihnen zuzuschauen.“

fcbayern.de: Glauben Sie an den Titel?
Klinsmann: „Ich hoffe es. Aber es gibt zwei Turnierphasen: Gruppenspiele und K.o.-Runde. Und man muss in diesen unterschiedliche Aufgaben auch das nötige Quäntchen Glück haben.“

fcbayern.de: Haben Sie auch Kontakt zu den Bayern-Spielern?
Klinsmann: „Natürlich. Ich bin stolz darauf, dass wir zehn Spieler bei der EM haben - damit liegen wir an der Spitze der Vereine, die Nationalspieler stellen. Mir haben die deutschen Spieler in der deutschen Nationalmannschaft imponiert. Philipp Lahm war ganz stark. Marcell Jansen in der Offensive mit vielen Impulsen, in der Defensive hatte er eine ganz schwierige Aufgabe. Bastian Schweinsteiger hatte einen positiven Auftritt, Miroslav Klose hat enorm viel für die Mannschaft gearbeitet und seine Qualitäten als Torvorbereiter unter Beweis gestellt; und über Lukas Podolski brauchen wir gar nicht reden. Dieses Erfolgserlebnis habe ich ihm von ganzem Herzen gegönnt. Ich bin mir sicher, dass auch Tim Borowski noch eine gute Rolle bei dem Turnier spielen wird.“

fcbayern.de: Und die anderen Bayern Spieler?
Klinsmann: „Die litten unter unglücklichen Konstellationen. Das Spiel von Italien war geprägt von einer schlechten Abwehrleistung und einem schwachen Spielaufbau. Frankreichs Spiel hatte meiner Meinung nach zu viele taktische Zwänge, so dass sich Franck Ribéry und Willy Sagnol nicht besser in Szene setzen konnten. Hamit Altintop hat nach seiner langen Pause eine gute Leistung gezeigt, auch wenn die Türkei in Portugal einen sehr starken Gegner hatte.“

fcbayern.de: Wie ist es die Situation bei den südamerikanischen Spielern?
Klinsmann: „Ich war in San Diego beim Spiel Argentinien gegen Mexiko und habe mich dort mit Martin Demichelis und José Sosa getroffen. Daneben habe ich auch noch zwei Stunden mit dem argentinischen Trainer Alfio Basile gesprochen – und ich habe fleißig meine neu erlernten Spanisch Kenntnisse ausprobiert.“

fcbayern.de: Und was machen die Vorbereitungen auf die Bayern-Saison?
Klinsmann: „Wir arbeiten seit Januar mit viel Elan daran. Ich freue mich wahnsinnig auf diese Aufgabe. Und ich bin mir sicher, dass sich auch alle Bayern-Fans auf die neue Saison freuen können.“

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