präsentiert von
Menü
Duell der Torjäger

Klose führt 1:0 gegen Toni

Ganz nach Wunsch ist das letzte halbe Jahr für Miroslav Klose nicht gelaufen. Gerade einmal sechs Tore in drei Wettbewerben standen für den Torschützenkönig der WM 2006 zu Buche, damit stand er klar im Schatten seines Mannschaftskollegen Luca Toni, der es im gleichen Zeitraum auf 22 Treffer brachte. Etwas besser lief es in der Nationalmannschaft, wo Klose bis zum Beginn der Europameisterschaft in drei Spielen drei Treffer erzielte, in den drei Gruppenspielen der EURO 2008 aber leer ausging.

Doch mit dem 3:2-Viertelfinal-Sieg der DFB-Auswahl gegen Portugal hat die für den 30 Jahre alten Stürmer des Rekordmeisters die EM in Österreich und der Schweiz erst so richtig begonnen. Sein 2:0-Kopfball gegen die Portugiesen und der Halbfinal-Einzug des Teams haben den Spaß zu Klose zurückgebracht.

Klose profitiert vom Systemwechsel

Bis zum Portugal-Spiel hatten die Parallelen zur blamablen EURO 2004 gedroht, als der Torjäger ohne Treffer geblieben war - diese düsteren Gedanken sind jetzt weg. „Ich bin froh, dass wir gegen Portugal endlich einmal Fußball gespielt haben mit der Truppe“, sagte Klose am Samstag sichtbar gelöst. Sein erstes EM-Tor soll nicht das einzige bei diesem Turnier bleiben.

Dabei profitiert Klose vor allem von der Systemumstellung auf vier Verteidiger, zwei defensive sowie drei offensive Mittelfeldspieler und nur einen echten Angreifer. „Wenn man mit 4-5-1-System spielt, muss man sich als Stürmer grundsätzlich nicht so weit zurückfallen lassen, sondern muss die zwei Verteidiger binden. Das war meine Hauptaufgabe“, berichtete Klose, der sich in seiner neuen Rolle als einziger Stürmer durchaus „wohl gefühlt“ hat.

Toni noch ohne Tor

Als alleinige Spitze sollte er die gegnerischen Abwehrkräfte „von einer auf die andere Seite scheuchen“ und „so viele Bälle wie möglich vorne halten.“ Eine Position, die zuletzt auch Luca Toni im Team des Weltmeisters bekleiden musste. Doch im Gegensatz zu Klose wartet der Bundesliga-Torschützenkönig der abgelaufenen Saison noch auf seinen ersten Treffer.

Damit führt Klose im persönlichen Tore-Wettkampf mit seinem Bayern-Kollegen mit 1:0 und ist damit auf dem besten Weg, seine Wette mit dem Italiener zu gewinnen. Es geht um ein Essen, „wie viele Gänge, das kann sich Luca dann aussuchen, wenn er bezahlt“, hatte Klose schon vor Turnier-Start gescherzt.

SMS mit Toni und Altintop

Jetzt bekam er eine SMS von Toni. Er habe derzeit „Probleme mit seinem besten Freund“, berichtete Klose und sorgte zunächst für fragende Gesichter. Die Auflösung folgte erst ein paar Sekunden später: „Er hat geschrieben, sein bester Freund ist der Ball und der macht nicht das, was er will.“

Auch mit Hamit Altintop, seinem türkischen Bayern-Mitspieler, hat Klose „getextet“ und „dabei nur lobende Worte gefunden“, wie er verriet. „Hamit ist der beste türkische Spieler bei diesem Turnier. Es freut mich für ihn, es wird ein sehr schwieriges Spiel. Natürlich wollen wir gewinnen“, blickte Klose schon auf das Duell am Mittwoch in Basel.

Trochowski gewinnt an Erfahrung

Kloses zurück gewonnenes Selbstvertrauen bekam am Samstag als erster sein Teamkollege Piotr Trochowski zu spüren - auf dem Tennisplatz. „Wer da gewonnen hat, können Sie sich selbst ausmalen“, sagte der Stürmer mit einem Lächeln. Tennisfreund Trochowski habe zwar auch etwas gewonnen, aber nur „an Erfahrung“.

Weitere Inhalte