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Klinsmanns Team

Martin Vasquez, der Assistenztrainer

Pünktlich zum kalendarischen Sommeranfang präsentierte sich das Wetter am Samstag in München von seiner besten Seite: Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein und schon am Vormittag Temperaturen weit über 20 Grad - kalifornische Bedingungen in der bayrischen Landeshauptstadt. Martin Vasquez, neuer Assistenztrainer des FC Bayern, dürfte sich da fast schon etwas heimisch gefühlt haben.

Als „wunderschön“ und „sehr beeindruckend“ bezeichnete der 44-Jährige die Stadt, in der er künftig zuhause sein wird, als er zum verabredeten Treffen mit fcbayern.de erschien. Leger gekleidet in Jeans, T-Shirt und Turnschuhen, kurz zuvor war er noch beim morgendlichen Joggen im Englischen Garten. „München bietet unheimlich viel: Geschichte, Kultur, Natur - das ist ein guter Platz, um mit meiner Familie zu leben“, schwärmte er.

Eine große Ehre

Bislang lebte der gebürtige Mexikaner mit seiner Frau und den drei Kindern Michael (16), Erika (14) und Nesthäkchen Emily (5) im kalifornischen Los Angeles, wo er zuletzt als Co-Trainer beim MLS-Klub Chivas USA tätig war. Am 30. Juni wird Vasquez diese Tätigkeit nun beim FC Bayern ausüben, als Assistent des neuen Cheftrainers Jürgen Klinsmann.

„Sehr überrascht“ sei er gewesen, gestand Vasquez, als ihn Klinsmann Anfang des Jahres fragte, ob er mit ihm zum Rekordmeister wechseln wolle. 2003 lernten sich die beiden in einem Soccer Camp kennen, seither standen sie regelmäßig in Kontakt. „Wir haben immer mal darüber gesprochen, wie wir zusammenarbeiten können“, sagte Vasquez. „Aber ich hätte nie daran gedacht, dass es so schnell gehen würde. Und dann noch beim FC Bayern, das ist eine große Ehre.“

Permanenter Antreiber

Doch nicht nur Vasquez war überrascht, denn niemand hatte den einstigen defensiven Mittelfeldspieler auf der Rechnung. Von Berti Vogts über Guido Buchwald bis zum Argentinier Osvaldo Ardiles – die Liste der in der Öffentlichkeit gehandelten Klinsmann-Assistenten war lang. Den Zuschlag aber erhielt Vasquez, den Klinsmann als „permanenten Antreiber“, der seine Spieler mit „Engagement und Leidenschaft führt“, bezeichnete.

Als Spieler war Vasquez sowohl in Mexiko (Guadalajara, FC Puebla, CD Veracruz, CF Atlas) als auch in den USA (Tampa Bay Mutiny, San Jose Clash) am Ball. Zwischen 1988 und 1992 absolvierte er unter Manuel Lapuente und Cesar Luis Menotti zehn Einsätze für die mexikanische Nationalmannschaft, allesamt in Freundschaftsspielen, da die „Tri“ in dieser Zeit wegen Manipulation von Geburtsdaten von der FIFA für alle internationalen Spiele gesperrt wurde.

Knieverletzung verhindert WM-Teilnahme

Durch die Heirat mit einer Amerikanerin erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft und spielte fortan für US-Auswahl, wo er schnell zum Stammspieler avancierte. Die Teilnahme an der WM 1998 in Frankreich verpasste er nur wegen einer schweren Knieverletzung, die er sich drei Monate vor Turnierbeginn zugezogen hatte. Ein Jahr später beendete er seine Karriere als Spieler und schlug die Trainerlaufbahn ein.

Gut eine Woche ist Vasquez bereits in München und hat gemeinsam mit Nick Theslof erste Vorbereitungen für den Trainingsauftakt getroffen. Am Mittwochabend war er beim EM-Viertelfinale Deutschland gegen Portugal in Basel und konnte sich vor Ort ein Bild über seine künftigen Spieler machen. Darüber hinaus bereitet er noch seinen Umzug vor. Ein Haus hat er bereits gefunden, nun gilt es, Möbel und andere Einrichtungsgegenstände zu besorgen, ehe ihm seine Familie Mitte Juli nach München folgt.

Gleiche Philosophie

Mit „großer Freude“ blickt er seiner zukünftigen Arbeit entgegen. Zusammen mit Klinsmann und Theslof wird Vasquez auf dem Platz die Trainingsarbeit durchführen. „Wir haben die gleiche Philosophie: dynamischer, offensiver und vertikaler Fußball. Unser vorrangiges Ziel ist es, jeden Spieler jeden Tag zu verbessern; und damit auch die Mannschaft.“ Ob konditionell, technisch oder taktisch - das Trainingsprogramm wird künftig noch individueller auf die FCB-Profis abgestimmt werden. „Wir wollen ihnen helfen“, so Vasquez.

Gemeinsam mit Theslof wird Vasquez auch im gruppentaktischen Bereich die Hebel ansetzen und sowohl die Abstimmung der einzelnen Spieler als auch der Mannschaftsteile untereinander verbessern. Schließlich geht es darum, zwei Titel zu verteidigen und nach einem Jahr Abstinenz wieder in der Champions League anzugreifen. „Ich weiß, welche Bedeutung der FC Bayern hat und welch große Verpflichtung es ist, für diesen Klub zu arbeiten“, meinte Vasquez und versprach „jeden Tag das Beste zu geben, damit wir erfolgreich sind.“

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