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Klinsmanns Team

Michael Henke, der Chefanalytiker

Noch genießt Michael Henke die freien Tage im Kreise seiner Familie. Schon in ein paar Tagen aber wird der ehemalige Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld den Weg von Kaiserlautern nach München einschlagen und beim FC Bayern die Arbeit aufnehmen. Allerdings nicht mehr wie zuletzt als Assistenz-Trainer. Henke wird zur neuen Saison Chefanalytiker und Leiter Spielbeobachtung für den neuen Trainer-Stab um Chefcaoch Jürgen Klinsmann. fcbayern.de erreichte Henke am Telefon und sprach mit ihm über sein neues Aufgabengebiet beim FCB.

Das Interview mit Michael Henke

fcbayern.de: Herr Henke, Bundestrainer Joachim Löw muss auch im Viertelfinal-Spiel gegen Portugal auf der Tribüne sitzen. Was halten Sie von dieser Entscheidung der UEFA?
Michael Henke: „Ich war nicht dabei und weiß natürlich nicht, was da zwischen ihm, und Joseph Hickersberger diskutiert wurde. Aber wer die Bilder im Fernsehen gesehen hat und Joachim Löw kennt, muss zu dem Entschluss kommen, dass da absolut überreagiert wurde. Wenn dem wirklich so war, dann ist es schon sehr bedenklich von der UEFA, stur auf ihren Regularien zu beharren. Ich finde diese Entscheidung schlichtweg schwach. Ich habe den Eindruck, dass der vierte Offizielle bei diesem Spiel ein wenig überfordert war.“

fcbayern.de: Sie haben den Platz auf der Bank freiwillig geräumt. Wie kam es dazu, dass Sie nun als Chefanalytiker zum FC Bayern zurückkehren werden?
Henke: „Ich war selbst ein wenig überrascht von dieser Entwicklung, hatte das Kapitel FC Bayern eigentlich schon abgehakt. Kurz nach dem letzten Saisonspiel hat mich dann Jürgen Klinsmann angerufen und mir diese Aufgabe angeboten. Auf der Asien-Reise habe ich mir die Sache dann durch den Kopf gehen lassen, da ich auch noch andere interessante Angebote hatte. Ich bin dann aber ziemlich schnell zu dem Schluss gekommen, dass das eine sehr interessante und spannende Aufgabe ist und freue mich darauf, ein Teil im Team von Jürgen Klinsmann zu sein.“

fcbayern.de: Was genau wird zukünftig Ihre Aufgabe als Chefanalytiker und Leiter Spielbeobachtung sein?
Henke: „Zum einen werde ich Gegner beobachten und für den Trainer-Stab analysieren. Zum anderen werde ich unsere eigenen Spieler beobachten und danach ebenfalls zu jedem einzelnen Analysen erstellen. Anhand dieses Materials könnten die Trainer dann das Training steuern. Wie das in der Praxis ablaufen soll, werde ich noch mit Jürgen Klinsmann im Detail besprechen.“

fcbayern.de: Ganz neu ist diese Aufgabe aber für Sie nicht, oder?
Henke: „Nein, ich habe auch schon unter Ottmar Hitzfeld Analysen über unsere jeweiligen Gegner erstellt und aus den letzten beiden Spielen unserer Gegner Zusammenschnitte für die Mannschaft gemacht. Ottmar hat mir auch direkt zu meiner neuen Aufgabe gratuliert.“

fcbayern.de: Inwieweit fällt ihr Aufgabengebiet in das von Wolfgang Dremmler, dem Chefscout des FC Bayern?
Henke: „Zunächst einmal ist alles, was ich machen werde, so mit Wolfgang Dremmler abgesprochen worden. Wolfgang wird zukünftig seine ganze Konzentration darauf lenken, neue Spieler für den FC Bayern zu entdecken und beobachtet dafür Spieler auf der ganzen Welt. Das können gestandene Spieler aber auch junge Talente sein. Ich hingegen beobachte nur unsere Gegner, was Wolfgang zuvor bei Spielen im Europapokal meist noch mitgemacht hat.“

fcbayern.de: Sie gehören also zukünftig nicht mehr zum Trainerteam im engeren Sinn?
Henke: „Nein, meine Tätigkeit wird in erster Linie ein Büro-Job sein. Dazu werde ich auch in der Nähe von Wolfgang Dremmler ein Büro beziehen, da wir sicherlich eng miteinander zusammenarbeiten werden. Insofern bin ich kein Mitglied des Trainerteams mehr - so wie Urs Siegenthaler, der diese Tätigkeit ja bei der Nationalmannschaft innehat. Ich stehe also nicht mehr in Trainingsklamotten auf den Platz, sondern bin ein Zuarbeiter für die Trainer.“

fcbayern.de: Inwieweit wird das eine Umstellung für Sie werden?
Henke: „Klar, das ist schon etwas anderes im Vergleich zu vorher. Das war auch der Hauptgrund meiner Überlegungen. Ich war immer mit Haut und Haaren Trainer und stand gerne täglich auf dem Platz. Anderseits ist es sicherlich eine gute Erfahrung, mal etwas anderes zu machen. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass ich keine Umstellungsprobleme haben werde. Außerdem hatte ich noch einige andere Angebote neben dem des FC Bayern, die auch mehr im Management-Bereich gewesen wären."

fcbayern.de: Schließen Sie es aus, noch mal als Trainer zu arbeiten?
Henke: „Nein, überhaupt nicht. Ich habe für diese Tätigkeit einen Zweijahres-Vertrag unterschrieben. Für den Moment ist das Thema Trainer erst mal abgeschlossen und ich freue mich schon sehr auf das neue Aufgabengebiet.“

Das Interview führte: Dirk Hauser

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