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Poldis Wadenprobleme besser

Schweini heiß auf seinen Lieblingstorwart

Über den Viertelfinal-Einzug freute sich Bastian Schweinsteiger noch als unfreiwilliger Tribünen-Nachbar von Joachim Löw, jetzt sehnt der Portugiesen-Schreck den Auftritt gegen seinen Lieblingsgegner auf dem Platz herbei. „Natürlich ist man enttäuscht und frustriert, wenn man nicht von Beginn an spielt. Ich will immer von Beginn an dem Spiel den Stempel aufdrücken. Jetzt habe ich ja die Chance“, sagte der 23-Jährige vor dem ersten K.o.-Duell bei dieser Fußball-Europameisterschaften am Donnerstag gegen das starke Portugal.

Nach abgesessener Rot-Sperre steht Schweinsteiger erstmals bei dieser EM in der Startformation und darf zeigen, was er kann. In den Tagen im Tessin ist sich der Bayern-Profi bislang mehr wie ein EM-Tourist als wie eine Stammkraft vorgekommen. „Eigentlich war es ganz schön, ich war immer in schönen Hotels und habe immer schönes Essen bekommen“, witzelte Schweinsteiger am Mittwoch.

Schon drei Tore gegen Ricardo

Nun darf er ran und hat einiges gutzumachen. Löw forderte gar eine „Bringschuld“ nach dem Platzverweis gegen Kroatien ein und prophezeite, dass der 23-Jährige vor „Motivation und Energie“ strotze. Die Botschaft der Löw'schen Einsatz-Garantie kam beim Bayern-Profi an: Schweinsteiger blühte nach dem Österreich-Spiel bereits beim Reservisten-Training im Nieselregen auf, bei der Abschluss-Einheit wartete er in der Sonne mehrere Minuten einsatzbereit auf die Teamkollegen. Der Mittelfeldakteur brennt; und auf Portugal ist er ganz besonders heiß.

Im kleinen WM-Finale 2006 ballerte der deutsche Doppeltorschütze die DFB-Elf fast im Alleingang zum 3:1-Sieg und auch der Schweini-Ball, der neben Ricardo beim 1:0 der Bayern im Champions-League-Spiel in Lissabon einschlug, dürfte dem Keeper noch im Kopf rumspuken.

Lehmann glaubt an psychologischen Effekt

„Ich hoffe schon, dass das so ist. Es ist schon deutlich, wie häufig der Schweini gegen Ricardo getroffen hat“, gab Jens Lehmann einen kleinen Einblick in die oft eigenwillige Torhüter-Seele. „Wenn der Schweini spielen sollte und die Möglichkeit bekommt, aufs Tor zu schießen, wird der Torwart sehr vorsichtig sein.“

In Gedanken hat Schweinsteiger selbst schon seinen Auftritt als Scharfschütze im deutschen Team durchgespielt. „Natürlich spielt die Vorgeschichte im Kopf eine Rolle“, gestand der 23-Jährige. Zwar sieht er die Portugiesen als „den großen Favoriten“ des Turniers, aber Furcht ist ihm fremd. „Ganz im Gegenteil: Wenn, dann müsste jemand anders Angst haben“, meinte er keck.

Abschlusstraining ohne Poldi

In lockerer Art schilderte Schweinsteiger auch das „amüsante“ Tribünen-Aufeinandertreffen beim Österreich-Spiel mit dem unerwarteten Sitznachbarn Löw („Er war ganz ruhig und wollte erstmal einen Kaugummi haben.“). Mit Blick auf seinen Einsatz gegen das Team um Cristiano Ronaldo ist die Laune Schweinsteigers deutlich gestiegen.

Gleiches dürfte auch für Lukas Podolski gelten. Der dreifache Turnier- Torschütze will gegen Portugal auf die Zähne beißen. Seine Wadenverletzung „hat sich sehr verbessert“, berichtete Bierhoff. Beim Training fehlte Podolski aber, Schonung und Pflege waren wichtiger. „Wir arbeiten den ganzen Tag daran, dass der Muskel kuriert wird“, betonte Bierhoff.

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