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FCB-Block

Starke Bayern führen DFB-Team ins Finale

Zum sechsten Mal steht die deutsche Nationalmannschaft in einem Europameisterschafts-Finale - nicht zuletzt, oder gerade, wegen eines starken Bayern-Blocks. Acht der insgesamt zehn Turniertreffer der DFB-Auswahl erzielten Spieler des Rekordmeisters. Drei Mal traf Lukas Podolski, je zwei Mal Miroslav Klose und Bastian Schweinsteiger. Und mit seinem ersten EM-Tor gegen die Türkei schoss Philipp Lahm den WM-Dritten von 2006 ins Finale.

„Wenn man im Halbfinale bei einer Europameisterschaft kurz vor Schluss das 3:2 macht, war das mit Sicherheit mein wichtigstes Tor“, freute sich der 24 Jahre alte Außenverteidiger nach seinem ersten Länderspieltreffer seit 24 Monaten, als er im WM-Eröffnungsspiel am 9. Juni 2006 mit sein Distanzschuss zum 1:0 gegen Costa Rica traf. „Das ist sicher einer der schönsten Momente für mich. In ein Finale einzuziehen, ist immer schön.“

Elfmeter verweigert

Dabei tat sich der im bisherigen Turnierverlauf konstanteste deutsche Spieler im Halbfinale gegen die Türkei lange schwer, ins Spiel zu finden. „Die Türken haben uns das Leben schwer gemacht“, berichtete Lahm, der auf seiner linken Abwehrseite mehr Arbeit hatte als ihm lieb war und bei bei beiden Gegentreffern nicht gut aus sah. Im Spiel nach vorne dagegen sorgte er immer wieder für Impulse. Wie in der 51. Minute, als er bei einem Vorstoß elfmeterwürdig gefoult wurde, der Strafstoßpfiff aber ausblieb.

Oder wie in der 79. Minute, als er mit einer punktgenauen Flanke auf Miroslav Klose die 2:1-Führung vorbereitete. Oder wie bei seinem Last-Minute-Treffer zum 3:2-Endstand. „Der Junge ist unglaublich, der macht am Schluss den Sololauf und dann die Kiste“, staunte und schwärmte Bayern-Kollege Klose. Der verdiente Lohn für Lahm: Nach der Partie wurde er zum „Man of the match“ gekürt.

Vorarbeit Poldi, Tor Schweini

„Es gab sicherlich andere Spiele bei dem Turnier, da hätte ich die Wahl zum 'Man of the match' eher verdient gehabt“, sagte Lahm selbstkritisch. Fast hätte Bayern-Kumpel Bastian Schweinsteiger den magischen Moment durchkreuzt. Denn nach Lahms Doppelpass mit Thomas Hitzlsperger zuckte auch das Füßchen von „Schweini“ schon kurz. „Ich habe erst überlegt, ob ich den Ball annehme, aber ich habe dann im Hintergrund 'Leo' gehört. Und Philipps Stimme kenne ich ja schon ein bisschen länger. Deswegen wusste ich, den Ball kann ich durchlassen.“

Auch Schweinsteiger und Podolski durfte sich im bisherigen Turnierverlauf schon über die Auszeichnung zum „Man of the match“ freuen. Wie schon im Viertelfinale gegen Portugal zeichneten „Schweini & Poldi“ auch gegen die Türken für das erste deutsche Tor verantwortlich und stellten immer wieder ihr großes Potenzial unter Beweis. Allein Schweinsteigers Laufweg vor dem Tor, ein 60-Meter-Sprint quer über den Platz, verdiente das Prädikat „Weltklasse“.

Eiskalter Klose

In diese Kategorie gehört normalerweise auch WM-Torschützenkönig Miroslav Klose, der wie gegen Portugal als einzige Spitze agierte und über weite Strecken sehr unauffällig spielte. Doch als er die Chance hatte, schlug er eiskalt. Mit seinem 41. Länderspieltreffer brachte er sein Team mit 2:1 in Führung. „Ein zweiter Stürmer hätte uns gut getan, um vorne eine zweite Anspielstation zu haben“, räumte Bundestrainer Joachim Löw später ein, dass Klose zu sehr auf sich allein gestellt war.

Nur ein Profi des FC Bayern verließ am Mittwochabend traurig den St.-Jakob-Park in Basel: Für Hamit Altintop hieß es nach dem Halbfinal-Aus der türkischen Nationalelf Koffer packen. Dabei konnte der 25-Jährige erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. Der Bayern-Profi war der herausragende Akteur seiner Mannschaft bei der EURO 2008, verdiente sich im Viertelfinale gegen Kroatien ebenfalls die „Man of the match“-Trophäe. Weitere Titel werden auch für Altintop folgen – am besten schon nächste Saison mit dem FC Bayern.

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