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Deutschland - Spanien 0:1

Traum vom EM-Titel geplatzt

Der Traum vom Titel ist nicht in Erfüllung gegangen. Die deutsche Nationalmannschaft hat das Endspiel der EURO 2008 gegen Spanien mit 0:1 (0:1) verloren. Vor 51.428 Zuschauern darunter auch Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Wiener Ernst-Happel-Stadion erzielte Fernando Torres (33.) das Tor des Abends.

Damit blieb dem Bayern-Quintett um Miroslav Klose, Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Marcell Jansen und Lukas Podolski nach dem Gewinn des nationalen Triples aus Ligapokal, Meisterschaft und DFB-Pokal der letzte Titel der Saison verwehrt. Auch Neu-Bayer Tim Borowski kommt als Vize-Europameister nach München.

Lahm verletzt

Doppeltes Pech hatte Lahm. Der Bayern-Verteidiger zog sich eine Risswunde am linken Fuß zu und musste zur Pause ausgewechselt werden. Lahm wurde sofort in der Kabine von DFB-Mannschaftsarzt Dr. Josef Schmitt genäht und konnte während der zweiten Halbzeit das Spiel bereits wieder von der Bank aus mitverfolgen. Für ihn rückte Marcell Jansen im zweiten Spielabschnitt auf die linke Außenverteidiger-Position.

Bundestrainer Joachim Löw ließ in ähnlicher Formation wie zuvor im Halbfinale gegen die Türkei spielen. Lediglich Torsten Frings ersetzte Simon Rolfes in der Startformation. Das bedeutete auch, dass Miroslav Klose erneut als einzige Spitze fungierte und Lukas Podolski wieder im linken Mittelfeld auflief. Bastian Schweinsteiger sollte über die rechte Seite Akzente setzen. Auch Ex-Bayern-Spieler Michael Ballack war von Beginn an dabei. Wegen Wadenproblemen war der Einsatz des DFB-Kapitäns bis kurz vor Anpfiff fraglich.

Torres-Tor bringt die Entscheidung

Die Löw-Elf erwischte den besseren Start. Spanien zeigte anfangs Respekt und ließ die Deutschen gewähren. Klose erkämpfte sich einen Ball zurück und lief Richtung Tor. Aber im Strafraum sprang ihm die Kugel in guter Schuss-Position vom Fuß (4.). Doch Spätestens ab der 20, Minute wendete sich das Blatt und der Turnier-Favorit aus Spanien legte die Anfangsnervosität ab. Das sollte sich bis zum Abpfiff nicht mehr ändern.

Als Torres in der 33. Minute nach einen tollen Steilpass von Xavi eine Fußspitze vor Lahm an Ball kam und die Kugel auch noch über den hinausstützenden Jens Lehmann ins Tor befördern konnte, war die Partie rückblickend bereits entschieden. Denn das DFB-Team fand zu keiner Zeit ein Mittel, sich gegen die starken und kombinationssicheren Spanier durchzusetzen. Und Klose war als einzige Spitze zu sehr auf sich allein gestellt.

Anerkennung für Leistung der Spanier

Ganze vier Torschüsse konnten die Statistiker während der kompletten 90 Minuten auf der Habenseite der deutschen Nationalmannschaft verbuchen. Die beste Chance vergab Ballack mit einem Schuss ans Außennetz (60.). Schweinsteiger leistete dabei die Vorarbeit. Zu wenig. Die Spanier dagegen hätten bei konsequenter Chancenverwertung noch das ein oder andere Tor erzielen können. Letztlich konnten sich die Iberer aber nach 1964 hoch verdient über den zweiten EM-Titel in ihrer Historie freuen.

„So ein Spiel muss man jetzt erst einmal verdauen. Ich glaube, wir müssen heute die hohe Qualität der Spanier anerkennen“, redete Löw das Spiel nicht schön. Dennoch kann der Bundestrainer wie auch die sechs Bayern-Spieler auf eine tolle EM zurückblicken. „Klar sind wir enttäuscht, weil wir verloren haben. Ich muss der Mannschaft aber ein Kompliment machen für die letzten sechs Wochen, das ist fantastisch.“

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