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Jörg Butt stellt sich vor

'Von Anfang an wohl gefühlt'

Trainingsauftakt an der Säbener Straße. Die Mannschaft ist noch nicht ganz komplett, da sich einige Spieler nach Europameisterschaft und WM-Qualifikation im Urlaub befinden - Franck Ribéry ist zudem verletzt. Trotzdem konnte Jürgen Klinsmann an seinem ersten Arbeitstag auf zwölf Spieler zurückgreifen. Unter ihnen einer von zwei „Neuen“: Hans-Jörg Butt. Hinter Michael Rensing soll er als Torwart Nummer zwei den Kahn-Nachfolger unterstützen und ihn dadurch auch in seiner Entwicklung vorantreiben.

Dafür bringt der Routinier die besten Voraussetzungen mit. Der 34-Jährige durchlief schon einige Stationen in seiner Karriere und sammelte dabei viele Erfahrungen. Dabei kann der Ex-Nationalspieler einen ganz besonderen Rekord vorweisen. In seinen 324 Bundesligaspielen für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen erzielte Butt insgesamt 26 Tore als Elfemeterschütze - mehr als jeder andere Keeper in der Geschichte der Bundesliga.

Perfekte Besetzung

Zuletzt spielte Jörg Butt beim portugiesischen Klub Benfica Lissabon und konnte dort auch einige „interessante Eindrücke“ gewinnen, wie er im Gespräch mit fcbayern.de verriet. Nach der vergangenen Saison verließ er Portugal und wechselte zum FC Bayern, bei dem er als perfekte Besetzung hinter Rensing gilt. „Wir sind sehr glücklich über diesen Transfer, denn Hans-Jörg Butt passt mit seiner internationalen Erfahrung genau in unser Anforderungsprofil“, begrüßte Karl-Heinz Rummenigge den Wechsel und lobte Butt im selben Atemzug: „Vom Charakter her kenne ich keinen besseren Spieler“.

Auch Butt zeigte sich an seinem ersten Arbeitstag hoch zufrieden über diesen Schritt: „Ich musste nicht lange überlegen als die Anfrage kam. Es ist eine super Sache, dass ich die Möglichkeit habe, für Bayern München zu spielen."

'Alles sehr familiär'

Davor gibt es aber noch einiges zu tun. Derzeit sucht Jörg Butt in München eine neue Bleibe - seine Familie wohnt noch in seiner Heimat Oldenburg. Umstellungsprobleme sieht der erfahrene Torhüter aber keineswegs: „Ich fühle mich seit der ersten Minute hier sehr sehr wohl.“ Trotz der Größe des Vereins sei hier doch „alles sehr familiär." Das zeigte sich auch am EM-Finaltag, an dem Butt mit einigen Spielerkollegen die Dachterrasse des neuen Leistungszentrums einweihte. In „gemütlicher Runde“ wurde gegrillt und das Finalspiel der Deutschen Nationalmannschaft verfolgt.

Von einem „zufriedenstellenden Turnierverlauf“ für Deutschland spricht der Ex-Nationalspieler danach, zu dem die Spieler des FC Bayern einen „großen Beitrag“ geleistet haben - um dann gleich objektiv zu analysieren: „Letztendlich hat man gegen die spielerisch beste Mannschaft des Turniers verloren“.

Ein bisschen Kribbeln

Nur sitzen und zuschauen ist aber nichts für Jörg Butt. „Jetzt soll es aber auch los gehen“, sagte er erwartungsfroh vor dem ersten Training. Trotz seiner langjährigen Erfahrung verspürte der Profi aber ein klein wenig Aufregung: „Ein bisschen Kribbeln gehört dazu.“

Das kann natürlich auch an den vielen Eindrücken liegen, mit denen die Spieler auf Grund der Neuerungen konfrontiert werden. Über die Voraussetzungen, die der Verein insbesondere mit dem neuen Leistungszentrum bietet, zeigte sich Butt begeistert: „Ich habe in dieser Form noch nichts Vergleichbares gesehen. Das ist alles super spannend.“

Motivation pur

Spannend sollte es auch in der nächsten Saison werden. Nach einem Jahr Abstinenz spielen „die Roten“ wieder in der höchsten europäischen Klasse und wollen zudem ihren Meistertitel und den DFB-Pokal verteidigen. Aber an Ansporn mangelt es dem 42-maligen Champions-League-Torhüter keineswegs – und auch auf die Frage, wie er seine Rolle hinter Rensing sieht, konterte Butt motiviert: „Ich sehe mich als Teil der Mannschaft“. Bei so vielen Spielen, gerade durch die dreifach Belastung, werde jeder Mann gebraucht, prognostizierte Butt die kommende Saison. „Ich bin nicht hier, um meine eigene Spiel-Statistik zu verbessern, sondern um der Mannschaft und dem Verein in jedem Bereich zu helfen."

Gegen eine Verbesserung der Erfolgstatistik sollte aber auch Jörg Butt nichts haben. Denn bislang blieben dem Torhüter Titelerfolge – Butt wurde Vize-Meister und Vize-Pokalsieger - verwehrt. Das soll sich nun mit dem FC Bayern München ändern.

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