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Der Gute-Laune-Bayer

Breno: 'Das ist meine Saison'

Neue Mentalität, neues Klima, neue Sprache, neuer Fußball, neue Mitspieler, neuer Lebensstil - es gibt unzählige Veränderungen, an die sich ein südamerikanischer Fußballprofi gewöhnen muss, wenn er aus seiner Heimat nach Europa kommt. „Man braucht sechs Monate, um sich zu akklimatisieren“, erzählt Breno Vinicius Rodrigues Borges. Seit Januar trägt der Brasilianer das FCB-Trikot, gespielt hat er bislang aber kaum. „Das ist ganz normal“, meint er, seine schwarzen Ringellöckchen zappeln, seine Mundwinkel dehnen sich Richtung Ohrläppchen. Keine Frage: Breno hat das Lachen nicht verloren, ganz im Gegenteil.

„Ich bin ein sehr fröhlicher, positiver Mensch“, sagt der 18-Jährige über sich. Doch um sein aktuelles Glücksgefühl zu verstehen, muss man wissen, dass Breno eine besondere Ehre zuteil wurde. Er wurde als jüngster Spieler für die brasilianische Olympia-Auswahl nominiert. „Ich freue mich sehr darauf, das Brasilien-Trikot anzuziehen und die begehrte Goldmedaille für Brasilien zu holen“, sagt er. Olympia sei für einen Brasilianer fast genau so wichtig wie die Weltmeisterschaft.

Optimistisch in die neue Saison

Dass eine Olympia-Teilnahme im Kampf um die Stammplätze beim deutschen Rekordmeister wenig förderlich wäre, weiß Breno. „Natürlich ist das ein Problem“, gibt er zu. Doch der Innenverteidiger ist Optimist: „Herr Klinsmann wird schon wissen, ob er mich einsetzt oder nicht. Ich bin da zuversichtlich.“

Überhaupt ist der Innenverteidiger unter Jürgen Klinsmann mehr denn je zum Gute-Laune-Bayer geworden. Mit großer Zuversicht gehe er in die neue Saison, erzählt er. „Ich komme jeden Tag mit viel Elan zum Training, weil ich das Gefühl habe, das ist jetzt meine Saison. Ich gehe davon aus, dass ich jetzt viel mehr eingesetzt werde.“

Klinsmann überzeugt von Breno

Im Training will er sich für Einsätze bewerben. „Ich werde mein Bestes geben“, kündigt er an, „ich habe gehört, dass Herr Klinsmann junge, ehrgeizige Spieler mag. Ich werde alles dafür tun, den Erwartungen des Trainers zu entsprechen.“ Die Chemie zwischen dem neuen Cheftrainer und Breno stimmt. „Im Training verlangt er sehr viel, aber wenn die Arbeit getan ist, ist er sehr nett. Ich glaube, wir werden uns sehr gut verstehen.“

Klinsmann jedenfalls ist überzeugt, dass Breno über hohe Qualität verfügt. „Viele wissen noch gar nicht, was der Kerl überhaupt kann“, sagte der FCB-Chefcoach fcbayern.de, „wir sind überzeugt, dass wir da ein unglaubliches Talent haben, das in ein, zwei Jahren ganz anders spielen kann. Es ist unser Job, jetzt jeden Tag mit ihm zu arbeiten, damit er da hinkommt.“

Arbeit auch an der Sprache

Dabei wird nichts dem Zufall überlassen. „Damit Breno so spielt, wie er spielen kann, müssen wir dafür sorgen, dass er sich bei uns wohl fühlt“, meinte Klinsmann, der daher auch besonderen Wert auf den Faktor Sprache legt. „Wir müssen dafür sorgen, dass die Spieler Leistung bringen können und nicht vielleicht an der Sprache hängen bleiben“, sagte der Chefcoach.

Im Fall von Breno scheint dieses Konzept aufzugehen. Dass mit Fitnesscoach Marcelo Martins jetzt ein Brasilianer zum Trainerteam zählt, tut ihm offensichtlich gut. „Das gefällt mir sehr gut“, erzählt er. „Leichter und viel entspannter“ sei die Arbeit jetzt. „Ich kann ein paar Gedanken austauschen - anders als in der letzten Saison, als rechts und links von mir nur Deutsch gesprochen wurde.“

Breno greift an

Brenos eigene Deutschkenntnisse machen derweil langsam Fortschritte. „Deutsch ist eine sehr schwierige Sprache. Ich tue aber alles, was ich kann, um so schnell wie möglich zu lernen“, versichert er. Es gibt also noch viel zu tun. Doch Optimist Breno ist davor nicht bange. Er greift jetzt richtig an.

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