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Ein Team mit Potenzial

FCB II überzeugt beim Drittliga-Auftakt

Am Ende gab sich auch noch der Europameister die Ehre. Björn Kopplin, frischgebackener Champion mit der deutschen U19-Nationalmannschaft, schaute im feinen Zwirn und mit der goldenen Siegermedaille um den Hals in der Kabine vorbei und wurde von seinen Mannschaftkollegen mit einem lauten „Hooooooheeee“ empfangen. Die ohnehin schon prächtige Stimmung erlebte ihren Höhepunkt.

Es war sicherlich noch nicht alles Gold, was an diesem wunderschönen Sommernachmittag im altehrwürdigen Grünwalder Stadion glänzte, aber mit dem verdienten 2:1 (0:0)-Sieg gegen den selbsternannten Aufstiegsmitfavoriten 1. FC Union Berlin hat die zweite Mannschaft des FC Bayern gleich am ersten Spieltag der neuen dritten Liga ein dickes Ausrufezeichen setzen können.

Klinsmann-Bubis machen die Tore

„Ich bin sehr zufrieden, ich hatte ein schönes Wochenende“, strahlte Trainer Hermann Gerland in der Pressekonferenz. Am Samstag hatte er seine Tochter zum Traualtar geführt, am Tag danach legten seine Schützlinge ihre Reifeprüfung ab und zeigten, dass sie sich in der neuen Liga nicht verstecken müssen. „Sowohl hinten als auch vorne haben wir eine überragende Leistung abgeliefert“, sagte ein glücklicher Mehmet Ekici.

Der mit gerade mal 18 Jahren jüngste Spieler im Kader der Bayern-Amateure avancierte gegen die „Eisernen“ aus Berlin-Köpenick zum Matchwinner. Beim 1:0 von Thomas Müller (49.) gab er mit einer präzisen Freistoßflanke die Vorarbeit, das 2:0 erzielte er nach herrlichem Sololauf über das halbe Feld selbst. Ein paar Tage zuvor hatte er bei den Profis im T-Home-Supercupspiel in Dortmund kurz nach seiner Einwechslung den 1:2-Endstand erzielt. „Ich hoffe, dass es so weitergeht und ich der Mannschaft weiterhin so helfen kann“, gab sich Ekici bescheiden: „Unser Ziel bleibt aber weiter der Klassenerhalt."

Unbekannte Nord-Teams

Nicht überraschend war, dass mit Ekici und Müller ausgerechnet die beiden Akteure zu den Besten gehörten, die in den letzten vier Wochen bei Jürgen Klinsmann die Vorbereitung bestreiten konnten. „Wenn man oben mittrainieren darf, gibt das einem natürlich Selbstvertrauen“, sagte Ekici. Überraschend war aber, dass die junge Bayern-Elf gegen die mit einigen Ex-Profis gespickten Berliner spielerisch aber vor allem auch technisch klar überlegen war.

„Wir wussten nicht ganz genau, was bei den Mannschaften aus der Regionalliga Nord auf uns zukommt“, sagte Georg Niedermaier. Gerland stellte sein Team aber glänzend auf die Berliner ein. „Wir hatten eine gute Vorbereitung und haben das ins erste Spiel übertragen können“, so Niedermeier weiter. Nur die mangelnde Chancenauswertung hatte Gerland anschließend zu bemängeln. „Wir sind eine junge Mannschaft“, warb Ekici um Verständnis, betonte aber auch: „Wir werden uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln. Wir haben das Potenzial dazu.“

Eine Mannschaft mit Potenzial

Potenzial über die dritte Liga hinaus bewiesen in diesem Spiel aber nicht nur Ekici und Müller. Holger Badstuber lieferte eine klasse Leistung als „Sechser“ ab, der im Abschluss unglückliche Deniz Yimaz überzeugte als vorbildlicher Kämpfer und Ballverteiler in der Sturmspitze, Neuzugang Oliver Stierle zeigte auf links hinten, dass er die erhoffte Verstärkung werden kann und Niedermeier gab gemeinsam mit Christian Saba eine gut funktionierende Innenverteidigung ab.

Unions Stürmer kamen kaum einmal zu Chancen, nur beim Anschlusstreffer von Shergo Biran(78.) war die Münchner Defensive samt Keeper Thomas Kraft einmal nicht ganz auf der Höhe. „Im Großen und Ganzen sind wir zufrieden“, sagte Niedermaier, dem die Ehre zuteil wurde, die Kapitänsbinde von Thomas Linke (Karriereende nach der letzten Saison) zu übernehmen: „Das sind große Fußstapfen, in die ich da steige. Ich hoffe, diesen Job gut zu machen und der Mannschaft zu helfen.“

Fans strömen auch zu FCB II

Eine große Hilfe - da waren sich beim FCB II alle einig - war die für sie ungewöhnlich große Kulisse. Statt wie zu Regionalliga-Zeiten ein paar hundert Zuschauern strömten diesmal 3.300 Fans ins Grünwalder Stadion und motivierten die Heimelf zusätzlich. „Die Fans haben auch dazu beigetragen, dass wir diese Leistung abgerufen haben“, sagte Ekici.

„Wir waren positiv überrascht und haben uns sehr gefreut über die Unterstützung der Fans. Damit haben wir nicht gerechnet, aber das könnte ruhig immer so sein“, hofft Niedermaier, der sich schon jetzt auf das nächste Heimspiel gegen Dynamo Dresden in zwei Wochen freuen kann. Dann erwartet man beim FC Bayern nämlich noch viel, viel mehr Fans. Die dritte Liga - für Bayern II kann sie viel mehr werden als nur ein Abenteuer.

Für fcbayern.de im Grünwalder Stadion: Dirk Hauser

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