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FCB II gegen Union Berlin

Selbstbewusster Start in die Dritte Liga

Den Unterschied zur letzten Saison wird man schon auf den Zuschauertribünen sehen. „Ich denke, dass schon im ersten Spiel mehr Fans vom Gegner da sein werden als von uns“, sagte Hermann Gerland. 500 gegnerische Fans werden am Sonntagnachmittag im Grünwalder Stadion erwartet, vielleicht 250 „Unentwegte“ (Gerland) vom FCB II. Spätestens da wird deutlich: Die zweite Mannschaft des FC Bayern steht vor einer harten Saison in der neu eingeführten Dritten Liga.

Auch der Auftaktgegner ist gleich ein harter Brocken. Mit dem 1. FC Union Berlin gastiert eine Mannschaft mit Zweitliga-Ambitionen im Grünwalder Stadion. Sieben Akteure mit Bundesliga-Erfahrung haben die Berliner im Kader - kein anderer Drittligist hat mehr -, Marco Gebhardt zum Beispiel hat 82 Erstligaspiele bestritten, Michael Bemben 65. Beim FCB II ist Vitus Nagorny mit fünf Bundesliga-Einsätzen Spitzenreiter, Christian Saba und Stephan Fürstner wurden zudem je einmal eingewechselt.

Gute Vorbereitung

Dennoch: Der FC Bayern II startet optimistisch in die Premieren-Saison der Dritten Liga. „Wir sind sehr zuversichtlich, in der Dritten Liga eine gute Rolle zu spielen“, sagte Chefcoach Gerland, der am Sonntag „eine erstklassige Mannschaft“ auf den Platz schicken wird. „Wir haben eine junge, sehr gute Mannschaft, die beweisen muss, dass sie die Form der Vorbereitungsspiele in die Liga übertragen kann.“

Tatsächlich haben sich die „kleinen“ Bayern in der Vorbereitung in guter Verfassung präsentiert. Unter anderem wurde Zweitliga-Aufsteiger FC Ingolstadt 3:1 geschlagen, der tschechische Erstligist FK Pribram gar mit 4:0 besiegt. Selbstbewusstsein hat der FCB II also gesammelt, Punkte gibt es aber erst ab Sonntag.

Fehlende Erfahrung

Gegen Traditionsklubs wie Union Berlin, Dynamo Dresden oder Fortuna Düsseldorf, die bei Heimspielen immer von mehreren tausend Fans unterstützt werden, bleibt die fehlende Erfahrung das große Manko des FCB II. Nur drei Ü23-Spieler darf Gerland laut DFB-Statuten aufbieten, ansonsten besteht der Kader aus jungen Nachwuchsspielern. Sieben Akteure aus der eigenen Jugend sind zur neuen Saison zum Kader des FCB II gestoßen, nur Oliver Stierle (Stuttgarter Kickers), Manuel Duhnke (TSV 1860 München) und Maximilian Riedmüller (SV Heimstetten) wurden von extern verpflichtet.

„Die Jungen werden nicht 38 Spiele auf hohem Niveau machen können. Es wird wie immer Einbrüche geben“, weiß Gerland um die Formschwankungen seiner jungen Wilden. Seit Jahren muss er den Spagat zwischen Mannschaftserfolg und persönlicher Weiterentwicklung seiner Spieler vollbringen. „Unser primäres Ziel ist weiterhin, Spieler der Bundesliga zuzuführen“, sagte er auch vor der neuen Saison.

Klinsmann beeindruckt

Am liebsten sieht es Gerland natürlich, wenn einer seiner Spieler den Sprung zu den eigenen Profis schafft. „Für uns in der Nachwuchsabteilung ist das das Höchste“, meinte er. Aktuell zählen sieben Schützlinge aus Gerlands „Talentschmiede“ zum Profi-Kader. Das kann sich mehr als sehen lassen. Doch Gerland will mehr. „Mein Ziel ist es, dass die Hälfte der Profis aus dem eigenen Nachwuchs kommt“, sagte er.

„Fünf, sechs Spieler“ aus seinem Kader könnten in den nächsten Jahren in der Bundesliga auflaufen, glaubt Gerland. In der Vorbereitung haben Thomas Müller, Mehmet Ekici, Deniz Yilmaz und Torwart Thomas Kraft regelmäßig bei den Profis mittrainiert. „Es war absolut beeindruckend, wie sie sich geschlagen haben“, berichtete Jürgen Klinsmann fcbayern.de.

Sonntag, 14 Uhr

Der neue Chefcoach der FCB-Profis hat den Nachwuchs immer im Blick. „Unsere zweite Mannschaft ist ein sehr, sehr wichtiger Baustein für den FC Bayern“, betonte Klinsmann. Schon in der letzten Saison beobachtete er ein Spiel des FCB II, auch während der Vorbereitung schaute er bei einem Vorbereitungsspiel vorbei, einmal war er sogar beim Training. „Jürgen hat großes Interesse an der Entwicklung des eigenen Nachwuchses“, sagte Gerland.

Auch Klinsmann wird also am Sonntag gespannt sein, wie sich der FC Bayern II zum Drittliga-Auftakt gegen Union Berlin schlägt. Anstoß im Grünwalder Stadion ist um 14 Uhr. Über Unterstützung würden sich die „kleinen“ Bayern sehr freuen.

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